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Personalmangel im Ärztlichen Dienst
BECKHÄUSER-Personalforum
Bereits der erste Vortrag von Matthias Deters (Medical Management & Services Int., Lubmin), einem Profi aus dem Krankenhausmanagement, brachte es auf den Punkt: Risiken und Nebenwirkungen eines spürbaren Ärztemangels in der Praxis seinen nicht nur fiktive Szenarien. Immer weiter steigende Anforderungen an Chefärzte und Ärzte in Leitungsfunktionen würden ein Spannungsfeld erzeugen, zwischen Interessen der Krankenhausträger um Wirtschaftlichkeit, den Bedürfnissen von Patienten um ganzheitliche Versorgung und dem Anspruch des Leistungsträgers an höchste Qualitätsansprüche.
Neue Arbeitszeitregelungen vor allem im Nacht- und Bereitschaftsdienst machte in den vergangenen Jahren eine höhere Personalaustattung im medizinischen Bereich erforderlich, so Deters. Dem gegenüber stünde jedoch nicht immer ausreichend qualifiziertes Personal zur Verfügung. Deters illustrierte dies anhand von Beispielen und Berichten aus der Praxis. Er machte den Zuhörern aus Personal, Wirtschaft und Krankenhausmanagement Mut, diesbezüglich neue Wege zu gehen und benannte einige Möglichkeiten, sich langfristig diesem Problem zu stellen. Eine gezielte Personalauswahl, ein exakter Abgleich von Anforderung und Leistungsvermögen des Bewerbers vor allem in Randregionen oder kleineren Häusern sei angesichts der aktuellen Versorgung mit Ärzten nicht immer einfach. Letztendlich könne jedoch jede Klinik im Wettbewerb um die „fähigsten Köpfe“ durch einen guten Ruf ihres Hauses punkten. Die Suche nach Fachkräften in der Partnerschaft mit spezialisierten Personaldienstleistern gehöre zum Alltag bei der Direktansprache, wie im Bewerberauswahlverfahren.
Dr. Matthias Klug (VIA Institut, Nürnberg) nahm Stellung zur Integration von medizinischem Fachpersonal aus anderen Ländern. In der Regel gut bis sehr gut fachlich qualifiziert, mangele es zum Teil hochmotivierten Ärzten eher an sprachlichen Fertigkeiten oder erweiterten Kenntnissen im Bereich einer normkonformen Dokumentation. Diese Hürden erschwerten nicht nur den Klinikalltag, sondern erhöhten auch das Risiko für Entscheider und Verantwortliche. Problemen in der Verständigung könne nicht nur mit dem Abschluss eines qualifizierten Deutschkurses begegnet werden. Seine Forderung war die fachpraktische und fachtheoretische Weiterbildung vor allem im medizinischen Bereich. Es gebe immer noch zu viele Mediziner, die an sprachlichen Hürden scheitern würden. Hier setzt Klug auf eine deutliche Verstärkung der Bemühungen um sprachliche Weiterbildung speziell für Ärzte. Kein noch so gut ausgebildeter Arzt sei in der Lage zu heilen, wenn er die Schilderung von Symptomen seiner Patienten nicht verstünde, so Klug.
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