Das Konzept des Sparens erlebt in den aktuellen Krisenzeiten eine Renaissance. 2007, im Jahr vor der globalen Finanzkrise, sparten die US-Bürger so gut wie gar nichts. Inzwischen hat sich das Verhalten grundlegend geändert: 2010 dürfte die US-Sparquote im Schnitt bei etwa sechs Prozent liegen. Die Deutschen legen seit jeher im Schnitt über zehn Prozent ihres verfügbaren Einkommens zurück. Unangefochtener Spar-Weltmeister sind die Chinesen, die jährlich rund ein Drittel des verfügbaren Einkommens auf die hohe Kante legen.
Schwellenländer sparen mehr
Generell wird in den Schwellenländern mehr gespart, denn dort können die Menschen mangels Sozialsystemen sich nur auf diese Weise gegen Altersarmut und Krankheit absichern oder ihren Kindern eine höhere Bildung zukommen lassen. Die aktuell hohen Sparquoten dort sind aber auch der Konsum von morgen, was diese Länder zunehmend unabhängig macht von den alternden Konsumgesellschaften in Europa und Amerika.
Deutsche sparen derzeit extrem konservativ
Auch die Deutschen legen in Zeiten der Krise mehr zurück als bisher – und zwar sehr konservativ. Etwa 80 Prozent des privaten Geldvermögens von aktuell 4.700 Milliarden Euro sind verzinste Anlagen, die auf Zahlungszusagen von Schuldnern beruhen, wie Anlagen auf Geldkonten oder in Zinspapieren. Nach der Statistik der Bundesbank haben konservative Anlagen wie in Spar-, Sicht-, und Termingeld inklusive Bargeld sowie in Versicherungspolicen und festverzinslichen Wertpapieren seit 2007 um 275 Milliarden Euro zugenommen. Diese Größenordnung ist historisch einmalig: Die Anleger akzeptieren extrem niedrige Zinsen, um jegliche Risiken auszuschließen. Brauchte es früher einen Zins von fünf Prozent im Jahr, um zum Sparen zu motivieren, begnügt man sich heute bei der Tagesgeldanleihe des deutschen Staates mit einem Zins von 0,18 Prozent!
Drei Spartöpfe für die Zukunft
Wer so spart, kann auf keinen grünen Zweig kommen. Deshalb ist es umso wichtiger, den sogenannten sicheren Anlageformen ertragsstarke Anlagen beizumischen, um damit Chancen sowie Risiken zu streuen. Sparen sie dazu am besten in drei Töpfe: erstens in die erwähnten traditionellen Anlagen mit hoher Ertragssicherheit, wie Zinspapiere und Geldkonten. Zweitens in Produktivkapital in Form guter Aktienfonds, die die Konsumbedürfnisse der wachsenden Weltbevölkerung wie auch Schwellenländer abdecken. Und drittens in alternative Anlageklassen wie Gold, Wald oder Immobilien, die Sie gegen eventuelle Inflationstendenzen schützen. Welcher Teil Ihres Geld in welchen Topf wandert, hängt von persönlicher Risikotoleranz, Anlagezeitraum und Investitionsplänen ab.
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