101 Köpfe | 04.02.2011
Mit seinen Produkten, wie zum Beispiel dem GPSAuge, ist André Jurleit weltweit einer der führenden Entwickler für Telematiklösungen in den Bereichen Ortung, Navigation und Fuhrparkverwaltung. Am Schweinfurter Standort beschäftigt er 42 Mitarbeiter und ist ständig auf der Suche nach qualifizierten Fachkräften.
Herr Jurleit, wie kamen Sie auf die Idee eigene Produkte zu entwickeln?
André Jurleit: Mit unserem Unternehmen Netzwerk waren wir Dienstleister für Kunden aus der Logistikbranche und wurden bereits Ende der 90er mit den Anforderungen an die Fahrzeugortung konfrontiert. Unser Anspruch war es die richtige Lösung anzubieten, welche es jedoch nicht gab. Neue Ansätze waren notwendig und somit begannen wir zwangsläufig mit der Entwicklung.
Haben Sie Schwerpunktthemen für Ihre zukünftige Ausrichtung gesetzt?
Ja, sehr wohl. Bereits seit letztem Jahr haben wir einen Fokus darauf gesetzt, die durch uns entwickelten Technologien GPSoverIP und DATAoverIP noch stärker als Referenzstandard zur Ortung und Datenübertragung im mobilen Internet zu etablieren. Erste Produkte von Drittanbietern welche auf diese Technologie aufsetzten wird es im Laufe dieses Jahres geben.
Wer sind Ihre Kunden?
Alle die eine Telematiklösung zur Ortung, Navigation, Fuhrparkverwaltung und Datenübermittlung von und in das bewegte Objekt (Fahrzeug,Schiffe, etc.) benötigen, Spediteure, Binnenschiffer, Busunternehmer, Taxiunternehmer, Motorsportteams, Entsorgungsunternehmen, Rettungsdienste uvm. In Zukunft Drittanbieter die unsere Technologien GPSoverIP, DATAoverIP und HighLevelDriver in Ihre Produkte integrieren.
Welches Projekt bedeutet Ihnen am meisten?
Ich bin persönlich sehr Stolz auf ein Projekt in Nepal. Hier haben wir ehrenamtlich technische Entwicklungsleistung bei der Einrichtung eines Dialysezentrums geleistet.
Ihr Lieblingsreiseziel ist?
Die Kap-Region in Südafrika. Da ich die Wärme sehr liebe, mich zum Meer hingezogen fühle, und ein gutes Glas Wein schätze. Kennen und lieben gelernt habe ich dieses Land durch meinen Vater, der viele Jahre dort gelebt hat.
Welches Buch lesen Sie im Urlaub?
Zuletzt habe ich von Leander Kahney “Steve Jobs‘ kleines Weißbuch“ gelesen. Mein Interesse hierfür war die Suche nach Bestätigung für das eigene Agieren. Ich habe das Buch jedoch recht schnell wieder zugeklappt. Bereits beim Aufschlagen des Buches wurde mir bewusst, dass mein Weg mit meinen eigenen Entscheidungen hiervon unter Umständen beeinflusst werden könnte. Dies möchte ich vermeiden. Der Erfolg der GPSoverIP beruht auf selbstgemachten Erfahrungen und den damit zusammenhängenden Entscheidungen. Wir haben unsere eigene Geschichte.
Ein Buch habe ich jedoch trotzdem zu Ende gelesen. Die Bedienungsanleitung meines neuen Fernsehers. Schwere Kost, sehr komplex. Hier habe ich zumindest gesehen wie wir es nicht machen werden.
Was sind Ihre persönlichen Zielsetzungen für die Zukunft?
Im Geiste jung und körperlich fit bis ins hohe Alter zu bleiben. Dies mag eine Aussage sein die von einem der gerade 40 geworden ist, nicht wirklich erwartet wird. Meine nachlassende Sehkraft konfrontiert mich jedoch täglich, dass ich die 20 hinter mir gelassen habe. Lesen ist ohne Brille nicht mehr so einfach. Um körperlich fit zu bleiben treibe ich viel Sport, regelmäßig laufen, im Sommer Jet-Skifahren und im Winter Snowboard.
Wer sind Ihre Vorbilder?
Google für die Einfachheit, Steve Jobs für seine Genialität, Bill Gates der mit Microsoft die Branche geprägt und Ihr seinen Stempel aufgedrückt hat, Michael Schuhmacher für seinen unermüdlichen, detailbesessenen Arbeitsstil Dinge zu perfektionieren und Stefan Phillips (Diakon in St. Michael), der mir in turbulenten Zeiten immer wieder die Augen für die elementaren Dinge des Lebens öffnet und mich erdet.
Wie würden Ihre Mitarbeiter Sie beschreiben?
Penibel genau, „Der Perfektion verpflichtet“, böse, emotional wenn Dinge nicht nach meinen Vorstellungen und Vorgaben umgesetzt werden, herzlich und offen wenn man meine, zugegebener Massen, hohen Anforderungen erfüllt. Ich habe Gott sei Dank ein Team das diesen Ansprüchen fast immer gerecht wird.
Was treibt Sie an immer weiterzumachen?
Die GPSoverIP Technologien als internationale Standards zu etablieren, auf welche andere Hersteller aufsetzen und die Produkte GPSauge zu einer Weltmarke zu führen.

Lernen Sie Persönlichkeiten aus Mainfranken kennen!
Aktuell: Susanna Khoury. Seit zehn Jahren gestaltet sie als eine der Chefredakteurinnen Monat für Monat das Kulturmagazin Leporello unter dem Dach des eigenen kunstvoll Verlages in Würzburg. Leporello ist heute das regionale Kulturmagazin, das mit Charme und jeder Menge Kultur-Know-how das Kulturgeschehen in einer bislang einzigartigen Mixtur bündelt.