Expertentipps | 14.07.2010
Am 20. Mai 2010 hatte die IHK alle Interessierten zu einer Fortbildung mit dem Thema "Betriebliche Burn-out-Prävention ins Weiterbildungs-Zentrum nach Würzburg eingeladen.
Neben den/der Referenten/in Dorothea Galuska (Leiterin Personalmanagement der Heiligenfeld GmbH in Bad Kissingen), Albert Pietzko (Geschäftsführer der Unternehmensberatung Heiligenfeld & Pietzko GmbH) und Dr. Tim Wagemann (Chefarzt der Klinik für Psychosomatik am Rehabilitations- und Präventionszentrum in Bad Bocklet sowie der Klinik Recuro in Bad Kissingen) waren auch Florian Karl (Barmer GEK) und Volker Weissmann (AOK Bayern) vor Ort, um mit den Teilnehmern/innen über die betriebliche Burn-out-Prävention zu diskutieren.
Den Anfang der Fortbildung machte Albert Pietzko, der mit seinem Vortrag "Burn-out, ein Phänomen unserer Zeit" auf die Möglichkeiten eines betrieblichen Gesundheitsmanagements einging. Zudem erläuterte er die Begriffe "Verhältnis- und Verhaltensmanagement". Beim Verhältnismanagement gehe es darum, dass das Unternehmen das Arbeitsumfeld so organisieren, dass den Mitarbeitern/innen ein gesundes Arbeiten möglich ist. Das Verhaltensmanagement hingegen beziehe sich auf die Eigenverantwortung eines jeden Einzelnen für sich selbst und seine Gesundheit.
Anschließend erklärte Dr. Tim Wagemann das Thema Burn-out aus medizinischer Sicht und ging auf die Definition, die Ursachen und die Symptome ein. Dabei betonte er, dass Burn-out ein Zustand der totalen Erschöpfung sei. "Wer ausgebrannt ist, muss auch einmal gebrannt haben", so Dr. Wagemann. Als Ursachen identifizierte er verschiedene Faktoren. Neben der betrieblichen Belastung der Menschen kämen individuelle Faktoren wie beispielsweise Perfektionismus und das Streben nach Anerkennung sowie gesellschaftliche Ursachen wie hohe Leistungsanforderungen, Werteverlust und Bedrohung durch Arbeitsplatzverlust hinzu. Durch Supervisionen, Coachings, Psychotherapie und Medikamenten könne ein Burn-out jedoch behandelt werden. Zum Schluss seines Vortrags ging der Facharzt noch auf Präventionsmaßnahmen durch Ernährung, Entspannungstechniken und berufliche Organisation ein.
Den Abschlussvortrag hielt Dorothea Galuska zum Thema "L(i)ebenswerte und gesunde Unternehmenskultur". Sie erläuterte die Unternehmenskultur des Unternehmens Heiligenfeld als Grundlage der betrieblichen Burn-out-Prävention. Die Unternehmenskultur der Heiligenfeld GmbH bestehe aus den Punkten Kooperation, Gesundheit, Inspiration, Sinn und Spiritualität, Entwicklung und Lernen, Innovation und Führungskunst, an denen sich alle Maßnahmen des Unternehmens ausrichten. In "kleinen und großen Gesten" sorge die Heiligenfeld GmbH dafür, dass ihre Mitarbeiter/innen den Arbeitsplatz als Lebensplatz ansehen und sich mit dem Unternehmen identifizieren. "Große Maßnahmen sind die klassischen Instrumente der Unternehmensführung wie beispielsweise Arbeitszeitkonten, Supervisionen, individuelle Fortbildungsangebote und einem betrieblichen Gesundheitsmanagements. Die kleinen Gesten zeigen aber erst, dass die Instrumente 'leben', sie machen glaubwürdig, wirken direkt auf das Klima und kosten wenig bis gar nichts", so Galuska während ihres Vortrages. Am Wichtigsten sei jedoch die "beseelte Arbeit mit Herz", bei der die Mitarbeiter/innen Sinn in ihrer Arbeit sehen, Lebens- und Arbeitsfreude empfinden und ein gutes Verhältnis zwischen Arbeit und Erholung haben.
Abschließend konnten die Besucher/innen während einer Podiumsdiskussion mit den/der Referenten/in sowie Florian Karl und Volker Weissmann diskutieren. Dabei erläuterten Karl und Weissmann auch die Angebote des betrieblichen Gesundheitsmanagements der Krankenversicherungen Barmer GEK und AOK Bayern. Beide bieten umfangreiche Instrumente zum Stressmanagement direkt in den Betrieben sowie Prozessberatung in den Unternehmen an. Die Gesundheit der Mitarbeiter/innen sei auch für die Versicherungen ein hohes Gut.
Die nächste Burn-out Vortrag wird am 23. September 2010 in der IHK Schweinfurt ab 14:00 Uhr stattfinden.