Expertentipps | 25.06.2010
Auf der Karte sieht er aus, wie ins Dreiländereck zwischen Deutschland, Österreich und Schweiz gegossen: der Bodensee.
Gespeist wird das aus Obersee, Untersee und Seerhein bestehende Gewässer hauptsächlich vom Alpenrhein und der Bregenzer Ach. Die Menschen erkannten übrigens schon sehr früh das Potenzial und die hohe Lebensqualität rund um das „Schwäbische Meer“.
Erste Pfahlbausiedlungen entstanden um das Jahr 3.000 vor Christus. Kelten, Römer, Alemannen und Habsburger folgten über die Jahrhunderte: Sie alle hinterließen Spuren. In der Architektur, im Selbstverständnis. Und in der Sprache. Eine Region, die mitten im Herzen Europas liegt und bis heute mit einer kulturellen, sprachlichen und kulinarischen Vielfalt begeistert. Als wahrlich multikulturell verstehen sich auch die Einwohner rund um das mit 76 km Länge, fast 15 km Breite und bis zu 252 m Tiefe größte Gewässer Deutschlands. Dass das sogenannte Schwäbische Meer rein schwäbisch sei, ist aber ein Märchen. Ein großer Teil des Ufers ist schweizerisch, ein kleiner Teil gehört zu Österreich. Und die Leute von Lindau bestehen darauf, bayerisch zu sein.
Der Zukunftsforscher Matthias Horx zählt die Region Vorarlberg am Bodensee übrigens zu den „Hot Spots“ in Europa. Ein höchst dynamischer Wirtschafts- und Kulturraum, mit einem ausgeprägten Sinn für das Schöne, Ästhetische. Bekannt für seine außergewöhnliche moderne Architektur. Bunte Feste und Festivals von Weltrang wie die berühmten Bregenzer Festspiele bereichern das kulturelle Angebot in den Städten. Das hat sich sogar bis zu James Bond herumgesprochen, der daraufhin sein Filmset (Ein Quantum Trost) an den Bodensee verlegte. Museen, Messen und Ausstellungen zeigen Neues und Spannendes das ganze Jahr über.
Die Landschaft rund um den Bodensee ist ein Traum. Wohlgeformt würden Designer sagen. Seeufer treffen auf Sonnenterrassen und Weinberge. Sie sind ideal für Wanderungen oder Radtouren in Traumkulisse. Nicht weniger verlockend sind natürlich die unzähligen Wassersportmöglichkeiten. Auch wenn das „schwäbisch“ nicht 100 %ig zutrifft, der „Meer“-Charakter passt.
Wussten Sie schon ...?
Der Bodensee trägt seinen Namen nicht, weil man den Boden sehen kann. Vielmehr ist er sogar richtig tief (252 m). Den Namen hat er von dem im Mittelalter als Herzogsitz und Münzstätte überregional bedeutsamen Ort Bodman. „See, an dem Bodman liegt“ wurde zu Bodman- See, Bodamer-See und schließlich zum Bodensee.