Expertentipps | 02.07.2010
Zukunftsweisende Investition in erneuerbare Energien.
Klimawandel und knapper werdende Ressourcen lassen den Bedarf und die Nachfrage nach regenerativer Energie kontinuierlich steigen. Eine Entwicklung, auf die nun auch die Gasversorgung Unterfranken GmbH reagiert hat, um eine zeitgemäße und zukunftsweisende Energiepolitik zu unterstützen. Mit 24,9 Prozent hat sich der regionale Energieversorger daher an der neu gegründeten Biomethan Rhön-Grabfeld GmbH & Co. KG beteiligt, die Ende 2010 eine Biomethananlage im unterfränkischen Unsleben in Betrieb nehmen will.
Als eine von derzeit circa 30 Anlagen in Deutschland, die Biomethan in das Erdgasnetz einspeisen, soll das Unslebener Werk künftig rund 33.000.000 kWh Biomethan pro Jahr für das örtliche Erdgas-Verteilnetz produzieren. Etwa acht Prozent des hier benötigten Erdgasvolumens werden dann durch Biomethan abgedeckt, das nicht fossilen Ursprungs ist, sondern aus biogenen Stoffen erzeugt wird. Ebenso vielfach einsetzbar wie Erdgas, ist Biomethan bzw. Bioerdgas somit nicht nur umweltschonend, sondern ermöglicht außerdem eine deutlich größere Unabhängigkeit von internationalen Energiemärkten.
Klimafreundliche Energie
Biomethan, das durch die Aufbereitung von Biogas entsteht, ermöglicht im Vergleich zu diesem eine noch effizientere Kraftwärmekopplung. Der Grund: Bei der Verwendung von Biogas zur Stromerzeugung war bislang nur eine eingeschränkte Nutzung der entstehenden Wärme möglich – es ging also Energie verloren. Anders bei Biomethan. Nachdem das Roh-Biogas in mehreren Schritten aufbereitet wird und dadurch Erdgasqualität erreicht, kann es direkt in das Erdgasnetz eingespeist und erst am Ort seines Verbrauchs in Strom oder Wärme umgewandelt werden.
Ein entscheidender Aspekt dieser Aufbereitung ist vor allem die nahezu vollständige Entfernung des Kohlendioxidanteils. Das bedeutet: Biomethan ist nahezu CO2-neutral. Außerdem besteht im Gegensatz zu anderen erneuerbaren Energien die Möglichkeit der Speicherung und dadurch eine hohe Versorgungssicherheit.
Energie für regionale Wirtschaft
Zum Faktor Klimaschutz kommt der Aspekt der regionalen Wirtschaftsförderung hinzu. So generieren Landwirte zusätzliche Einnahmequellen durch neue und langfristige Rohstofflieferverträge und die Kooperation zwischen Landwirten und Gemeinden wird gestärkt. Ergo: Durch die Entstehung solcher neuer regionaler Wirtschaftskreisläufe werden in den ländlichen Regionen Arbeitsplätze geschaffen und erhalten.
Zur Info:
1964 gegründet liefert die Gasversorgung Unterfranken GmbH (gasuf ) mit Hauptsitz in Würzburg und rund 90 Mitarbeitern heute Erdgas in 69 Städte und Gemeinden in den Landkreisen Würzburg, Miltenberg, Aschaffenburg, Main-Spessart, Bad Kissingen, Kitzingen, Haßberge und Schweinfurt. Insgesamt 33.240 Kunden sind an ein Leitungsnetz von fast 1.500 km angeschlossen und werden jährlich mit rund 2.800 Millionen kWh Gas versorgt. Neben Privathaushalten, Industriekunden und Wärme-Anlagen versorgt die gasuf auch fünf Erdgastankstellen in ihrem Versorgungsgebiet, von denen sie drei selbst betreibt.