Der Moderator, Zauber- und Unterhaltungskünstler

101 Köpfe: Bernd Zehnter

101 Köpfe | 19.04.2016

101 Köpfe - Bernd Zehnter: Der Moderator, Zauber- und Unterhaltungskünstler
zur Bildergalerie zur BildergalerieBernd Zehnter

Gemeinsam mit Gerd Reitmaier, seinem Partner bei Real and Honest Magic, zauberte Bernd Zehnter beispielsweise bei Rainer Calmunds 65. Geburtstag. Bei der von TV Touring ausgestrahlten Sendung „Hinter den Kulissen“ hatte der 42-Jährige unter anderem Günther Beckstein und Micaela Schäfer zu Gast.

B4B WIRTSCHAFTSLEBEN MAINFRANKEN: Herr Zehnter, wenn man Moderator und Zauber- sowie Unterhaltungskünstler ist, braucht man verschiedene Talente. Da ist es nicht übertrieben, von einem Multitalent zu sprechen, oder?

Bernd Zehnter: Ich glaube, dass ganz viele Menschen viele Talente haben. Ich habe nicht mehr und nicht weniger Talente als andere. Der Unterschied ist wahrscheinlich nur, dass ich die Dinge einfach mache und nicht nur davon rede.

Wo haben Sie Ihrer Meinung nach Ihre Stärken?

Das sollen andere beurteilen. Was ich als Stärke bezeichne, geht anderen vielleicht auf den Keks. Es hilft mir auf jeden Fall, dass ich mich schnell auf neue Gegebenheiten einstellen kann und mich selbst nicht wichtig nehme. Vor allem aber, dass ich Dinge mache, ohne jegliche Angst vor dem Scheitern zu haben.

Und wo liegen Ihre Schwächen?

Auch das dürfen andere gerne beurteilen. Ich kann sagen, dass ich gerne disziplinierter wäre, was das Thema Sport und Ernährung betrifft. Ich schaffe es selten, den Tatort zu schauen, ohne eine Schüssel Eis auf dem Schoß zu haben.

Haben Sie einen typischen Wochenablauf?

Kein Tag ist gleich. In Hochphasen hat man in neun Tagen sechs Veranstaltungen. Dann gibt es wieder Wochen, in denen es keinen fixen Termin gibt. Ich darf mir alles selbst einteilen, das ist das Schöne.

Inwiefern ergänzen sich die Tätigkeiten eines Moderators mit denen eines Zauberers oder Unterhaltungskünstlers?

Du darfst in keiner Tätigkeit Scheu haben, vor Menschen zu stehen. Es sind aber allgemein grundverschiedene Dinge. Als Zauberkünstler weiß ich immer, nach Kunststück A kommt das Kunststück B und dann leite ich über zu Kunststück C. Da ist der Zuschauer, aber er hat relativ wenig Einfluss auf den Ablauf. Wenn ich „Hinter den Kulissen“ aufzeichne, ist es etwas anderes. Ich weiß nie, was der Gast antwortet. Ich muss ein Tripletasking hinbekommen. Ich muss zuhören, meine nächste Frage überlegen und entscheiden, welche ich weglasse – dabei muss ich noch ständig die „böse Uhr“ im Blick haben. Das Besondere für mich ist, dass ich in allen drei Bereichen etwas für Menschen und mit Menschen tun darf.

Mit wie vielen Jahren haben Sie mit dem Zaubern begonnen und was war der Grund dafür?

Vermutlich habe ich schon im Mutterleib damit begonnen. Ich weiß, dass es mich von klein auf fasziniert hat. Von meiner Mutter bekam ich damals einen Plastikzauberhut mit vielen Kunststücken. Das war wohl die Initialzündung. Es war aber nie mein Ziel, auf der Bühne zu stehen und bekannt zu werden. Das ist auch heute noch nicht wichtig. Ich war von Beginn an - wie jetzt auch bei „Hinter den Kulissen“ intrinsisch motiviert. Ich tue Dinge, weil sie mir Spaß machen. Du denkst dabei auch nicht, wie groß der Aufwand ist und wie viel Zeit man dafür braucht.

Welche Fähigkeiten braucht man beim Zaubern?

Entscheidend ist etwas, was man den Männern immer abspricht: Man muss zwei Dinge gleichzeitig machen. Eine Sache sieht der Zuschauer, die andere nicht. Es ist die Kunst, die Dinge so normal und unauffällig wie irgendwie möglich zu tun. Die Zauberkunst selbst vor dem Publikum sind nur fünf bis sieben Prozent. Es geht darum, sich auf das Publikum einzustellen und einen guten Zugang zu ihm zu bekommen.

Auch beim Moderieren ist ein Publikum vor Ort, zudem sitzen zahlreiche Zuschauer vor den Bildschirmen. Ist es eine besondere Situation, vor der Kamera zu stehen?

Ich mache mir keine Gedanken, wie viele Leute hinter der Kamera sind und zuschauen. Wenn ich neben Rainer Calmund, Micaela Schäfer oder Sven Hannawald sitze, konzentriere ich mich auf sie und nehme Bezug zur Kamera auf. Das ist eher etwas, das mich anspornt. Ich freue mich auf jede Aufzeichnung wie ein kleines Kind auf Weihnachten. 

Welcher Gast von „Hinter den Kulissen“ hat Sie am meisten beeindruckt?

Samuel Koch. Er ist eine großartige Persönlichkeit, der mit seinem Unfall außergewöhnlich gut umgegangen ist. Mich beeindruckt vor allem, wie er die negativen Rückmeldungen verarbeitet und sie beantwortet hat. Er ist ein absoluter Menschenfreund und unheimlich warmherzig. Er fragte mich, ob ich an seiner Hochzeit zaubern würde. Das ist mir eine wahnsinnige Ehre.

Welchen Gast hätten Sie am liebsten in Ihrer Sendung?

Christian Wulff, vielleicht lässt sich dies sogar einmal realisieren. Es gibt wenige Politiker, bei denen es so interessant ist zu erfahren, was hinter den Kulissen wirklich passiert ist. Es wäre interessant zu wissen, wie er sich dabei gefühlt hat, als er medial auseinandergenommen wurde. Schließlich hat er wesentlich weniger verbrochen als manch anderer.

Was sind privat und beruflich Ihre größten Wünsche für die Zukunft?

Eine reine Seitwärtsbewegung. Es darf alles so bleiben, wie es ist. Ich habe nicht das Ziel, morgen eine große Samstagabendshow zu moderieren. Ich bin seit über 20 Jahren mit meiner Frau zusammen und möchte einfach weiter das tun, was mir Spaß macht.

Was macht Sie richtig glücklich?

Die Zeit, die ich mit meiner Familie verbringen kann. Beispielsweise der klassische Familienausflug oder der Fernsehabend, wenn die Tochter links der Sohn rechts liegt und wir eine Unterhaltungssendung anschauen. Wenn dann noch ein Teller Eis dabei ist, geht wenig drüber.

Was ist Ihr Lieblingsurlaubsort?

Schottland. Dort gibt es kaum Hierarchien, in den Pubs stehen alle Berufs- und Altersgruppen nebeneinander und haben Spaß. Das vermisse ich hier ab und an. Auch in Schweden bin ich gern. Allgemein mag ich das Klima, die Kultur und die Mentalität der nordischen Länder.

Ganz spontan in 30 Sekunden: Nennen Sie uns tolle Persönlichkeiten aus Mainfranken? 

Die große Gefahr ist, dass ich jemanden vergesse. Mir fallen spontan Thomas Lurz, Frank Baumann und Dirk Nowitzki ein. Ich durfte sie persönlich kennenlernen, sie sind alles einwandfreie und starke Typen.


Bernd Zehnter aus Reichenberg lernt als Zauber- und Unterhaltungskünstler sowie als Moderator zahlreiche Menschen kennen. Hier geht´s zur Bildergalerie.

Link zur Webseite:

http://www.10ter.com

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