Der Freizeitpark-Planer

101 Köpfe: Frank Sterrmann

101 Köpfe | 27.04.2015

Foto Frank Sterrmann
Foto Frank Sterrmann

Frank Sterrmann, Jahrgang 1983, eröffnete 2007 in einem ehemaligen Baumarkt in Bad Kissingen eine Paintball-Halle. Im Mai 2015 eröffnet etwas außerhalb der Kurstadt Sterrmanns Freizeitpark mit dem Namen Kisspark.

Im Interview äußert sich der Unternehmer über seine Ziele und Pläne sowie über seine Vorbilder Walt Disney und Steve Jobs.

Herr Sterrmann, Sie haben ja Großes vor in Bad Kissingen. Beschreiben Sie in wenigen Sätzen Ihr Vorhaben. Was ist das Einzigartige an Ihrem Park?

Frank Sterrmann: Dass er in seiner Zusammensetzung einzigartig ist in Deutschland. Wir bieten eine Vielfalt an Attraktionen. Man muss sich überall dabei bewegen. Der Fun-Faktor ist sehr hoch, egal ob beim Go-Kart-Fahren, beim Klettern oder beim Paintball-Spielen.

Welche Besuchergruppen wollen Sie ansprechen?

Bad Kissingen liegt zentral in Deutschland und bietet sich als schöner Ort auch für ein langes Wochenende an. Unser Radius dürfte locker 100 Kilometer groß sein, ich denke, dass auch aus 200 oder 300 Kilometern die Besucher kommen werden. Für die Kids haben wir eine Seilbahn quer über den Platz und eine riesen Hüpfburg. Paintball ist eher für die Leute ab 18 aufwärts.

Ist Ihr Park eher nur für die warme Jahreszeit gedacht - oder wird er das ganze Jahr geöffnet sein?

Paintball kann man unter freiem Himmel eigentlich das ganze Jahr spielen, weil man sich eh einsaut (lacht). Unsere Saison geht im März los und bis in den November rein.

Muss in einem das "Kind im Manne" schlummern, wenn man ein derartiges Projekt plant?

Auf jeden Fall! Man muss man ein bisschen verrückt sein. Wenn man macht, was man liebt, dann muss man nie mehr arbeiten. Steine schleppen jedenfalls könnte ich nicht (lacht). Kurz: Ich habe mein Hobby zum Beruf gemacht.

Können Sie uns sagen, wie groß in etwa die Investitionssumme ist?

Sterrmann: Wir reden von etwa 1,8 Millionen Euro inklusive Grundstückserwerb.

Wäre das Projekt ohne Ihre Partner, die Heiligenfeld GmbH um Dr. Joachim Galuska, überhaupt realisierbar gewesen?

In dieser Größe sicher nicht. Ich hatte den Park ohne Go-Kart-Bahn und ohne Kletterturm geplant und dachte, wir eröffnen in zwei, drei Jahren kleiner. Als meine Bank absprang, die schon wegen der Finanzierung zugesagt hatte, war ich froh, dass sich Dr. Galuska von der Idee begeistern ließ.

Hat man Ihr Vorhaben seitens der Stadt Bad Kissingen oder seitens des Landkreises unterstützt?

Oberbürgermeister und Stadtrat befürworten es und finden es alle sehr gut.

Mit wie vielen Besuchern kalkulieren Sie pro Tag? Und wie viele Mitarbeiter werden Sie beschäftigen?

Wir sind jetzt vier Festangestellte und rekrutieren gerade zehn bis zwölf Mitarbeiter auf geringfügiger Beschäftigung. Wir werden erstmal Mittwoch bis Freitag ab Mittag öffnen und am Wochenende ab Morgens. Schwer zu sagen, wie viele Leute da kommen werden. Schon während der Bauphase schauen viele Neugierige vorbei. Da würde sich ein Bratwurststand lohnen (lacht). Wir werden ja auch einen Biergarten haben, von dem aus man das Gelände sehen kann. Da muss man keinen Eintritt zahlen, man kann einfach mal auf ein Getränk vorbeischauen.

Sie nannten mal Walt Disney und Steve Jobs als Ihre Vorbilder. Warum?

Disney hat von 301 Banken einen Tritt in den Hintern bekommen, als er seinen Freizeitpark finanzieren wollte. Alter Schwede, was für eine Ausdauer hatte der, um bei der 302. Bank Erfolg zu haben?! Jobs hat mir gelehrt, dass man im Nachhinein negative Punkte verbinden und sie so ins Positive drehen kann. Ich hatte mal in Kitzingen eine Paintball-Halle eröffnet, musste sie aber wieder schließen. Ohne diese negative Erfahrung würde ich heute wohl nicht hier stehen. Vorbilder sind auch „Die Goldjungs“ aus München mit Pro-Aurum, Deutschlands größtes Goldhaus in über 15 Großstädten. Auch die waren bei über 20 Banken und bekamen nur Absagen. Heute machen sie Millionen!

Nennen Sie uns drei Dinge, die Sie auf eine einsame Insel mitnehmen würden…

Ein Messer mit einem Feuerstein dran, dazu ein Zelt - damit würde ich schon klar kommen. Ansonsten findet man doch alles am Strand. Ich war im letzten Urlaub erst an einem Strand lange unterwegs, da lagen Schuhe herum und sogar verschlossenes Essen...

Was bringt Sie auf die sprichwörtliche Palme?

Zu viel Bürokratie müsste manchmal nicht sein. Man kann doch vieles von Mund zu Mund lösen. Aber anscheinend muss man immer 10.000 Formulare ausfüllen...

Ihr letztes Buch, das Sie gelesen haben, heißt…

"Es kommt nicht darauf an, was Du bist, sondern was Du sein willst." Das hieß wirklich so. Ist ein Buch über die innere Einstellung. So wie ein Mensch denkt, so ist er.

Womit kann man Ihnen eine persönliche Freude machen…?

Ich freue mich unheimlich, wenn das Wetter schön ist, dann kann ich fliegen gehen.

Haben Sie noch andere Hobbys, die nicht diesen Bereich betreffen?

Ich reise gerne in ferne Länder, wenn ich die Zeit habe. Asien interessiert mich sehr. Momentan ist aber die Fliegerei meine Leidenschaft. Ich bin jede freie Minute in der Luft. Zur Zeit haben ich leider wenig „freie Minuten“, diese muss ich mir aber wieder nehmen!

Wo sehen Sie sich beruflich in zehn Jahren?

(überlegt) ... das ist komplett offen. Kann sein, dass es bis dahin drei weitere Parks gibt, vielleicht aber auch 50. Realistisch wären zwei, drei weitere solcher Parks in Deutschland oder eine extreme Vergrößerung hier in Bad Kissingen. Vielleicht bauen wir ja doch noch eine Achterbahn rund um den Kisspark. „If you can dream it, you can do it!“ (lacht)

Link zur Webseite:

www.kisspark.de

 

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