Der Messebauer

101 Köpfe: Harald Schubert

101 Köpfe | 23.12.2015

Foto Harald Schubert
Foto Harald Schubert

Harald Schubert aus Würzburg ist seit 2011 Geschäftsführer von Schuberts Messe + mehr. Das Unternehmen mit Sitz in Rimpar ist auf Messe- und Ladenbau spezialisiert. Im Gespräch erklärt der 49-Jährige unter anderem, warum er gerne Angela Merkel auf einen Kaffee treffen würde und warum das Aufstehen nach Rückschlägen so wichtig ist.

Herr Schubert: Sind Sie als Geschäftsführer selbst noch am Bau beteiligt oder kümmern Sie sich hauptsächlich um den administrativen Bereich?

Harald Schubert: Ich bin an allen Arbeiten beteiligt. Vom Bau der Möbel über die Umsetzung und Ausführung bis hin zum Putzen der Toilette ist alles dabei (lacht). Das wird sich auch hoffentlich nicht ändern.

Was ist Ihr Alleinstellungsmerkmal?

Harald Schubert: Das sind besonders die Nachhaltigkeit, Zuverlässigkeit und mittlerweile auch wieder die Qualität. Gemeint ist nicht die Qualität der Möbel, sondern die der Beratung, Planung und Ausführung. Für Letztere sind wir nicht mehr alleine verantwortlich. Wir arbeiten mittlerweile mit einem großen Pool an Handwerkern, mittelständischen Betrieben und anderen Schreinereien zusammen. In unserer Produktion können wir das alleine nicht mehr stemmen.

Was waren Ihre größten Erfolge?

Harald Schubert: Unsere größten Erfolge sind, dass wir bis heute noch bestehen und der Nachhaltigkeit immer näher kommen. Wir produzieren die Möbel und Stände so, dass sie für den Kunden möglichst vielfältig einsetzbar sind. Die Zyklen werden immer kürzer: Früher hatten wir für die Planung bis zur Übergabe eines Messestands ein halbes Jahr Zeit, heute sind acht Wochen schon viel. Die Qualität muss dennoch genauso hoch sein.

Nicht immer läuft alles wie am Schnürchen. Gab es in Ihrem Unternehmen in den letzten Jahren auch einmal eine Krise?

Harald Schubert: Krisen aufgrund des Zeitdrucks gab es noch keine. Bevor es eine Verzögerung geben könnte, schlage ich Alarm. Lieber habe ich zwei Mann mehr dabei als eine Nachtschicht einlegen zu müssen. Es gab allerdings in unserer Manufaktur schon einmal ein Problem in dem Sinne, dass unser Firmengebäude auf große Produktionen nicht ausgelegt ist. Wir kooperieren deshalb mit Firmen, wie etwa die Schreinerei Wehr in Kaltensondheim, die über eine CNC-Technik verfügt.

Was gefällt Ihnen an Ihrer Arbeit am besten?

Harald Schubert: Mir gefällt besonders die Möglichkeit, Ideen auszuarbeiten und ans Eingemachte zu gehen, indem man einen Kunden auch mal mit einem auf den ersten Blick ungewöhnlichen Lösungsvorschlag überzeugt. Häufig kommt der Kunde mit einem fertigen Plan zu mir und möchte beraten werden. Im Gespräch stellt sich dann heraus, dass sein Wunsch und mein Vorschlag nicht übereinstimmen. Mein Ansporn ist es dann, den Kunden auf den richtigen Weg zu bringen und ihn von meinem Konzept zu überzeugen.

Gibt es auch Dinge, die Ihnen weniger/ keinen Spaß machen?

Harald Schubert: Steuerberatertermine – definitiv. Da sehe ich mich als klassischen Handwerker. Für die Monatsabrechnung, für die ich damals zusammen mit meiner Frau zwei Tage brauchte, habe ich nun eine gute Fee im Büro. Sie erledigt das in rund einer Stunde.

Was machen Sie in Ihrer Freizeit am liebsten?

Harald Schubert: Ganz offen und ehrlich: Leckeren Wein trinken. Seit diesem Jahr gehe ich außerdem meinem Hobby Handball wieder nach. Es ist auch sehr interessant, mit fast 50 Jahren gegen 18-Jährige zu spielen. 

Sie sind ein Steh-Auf-Männchen, wie es im Buche steht. Was ist Ihr Geheimnis?

Harald Schubert: Es gibt ein ganz großes Geheimnis. Es heißt immer „Augen zu und durch“. Schon als Jugendlicher habe ich aber immer gesagt ‚Augen auf. Du bist zwar gefallen, aber schau’ mal genauer hin, was passiert ist und dann steig’ über das Hindernis.’ Auch ein großes Geheimnis ist die Kommunikation untereinander, wenn es Probleme gibt.

Angenommen Sie könnten eine Person wählen, mit der Sie Kaffee trinken gehen. Welche wäre das und warum?

Harald Schubert: Wenn es darum geht, mit welcher Person ich gerne persönlich sprechen würde, dann wähle ich Frau Merkel. Ich würde allerdings keine hochpolitischen Fragen stellen, sondern gerne über ihr alltägliches Leben sprechen und was für sie das Leben ausmacht. Ich höre von Menschen oft, wie viel Stress sie in ihrem Alltag haben. Aber was für einen Stress hat dann eine so mächtige Frau?

Welches Buch liegt momentan auf Ihrem Nachttisch?

Harald Schubert: Zeit hätte ich zwar, aber ich lese eher ungern, da ich während der Arbeit circa fünf Stunden am Tag vor dem Rechner sitze. Ich lasse mich abends dann lieber berieseln, zum Beispiel finde ich den Fernsehsender n-tv richtig klasse.

Haben Sie ein Lebensmotto?

Harald Schubert: Antrieb ist für mich mein Egoismus. Wo sind meine Grenzen, wie kann ich daran arbeiten und wie komme ich drüber? Herausforderungen habe ich jeden Tag, auch im privaten Bereich. Ich habe eine Frau und zwei Töchter, da gleicht kein Tag dem anderen. Kochabende werden bei uns manchmal zu kleinen Familienfeiern, die Mädels legen Musik auf, der Papa tanzt, Freunde kommen dazu. Das ist für mich Leben.

Was ist Ihr sehnlichster Wunsch?

Gesundheit.

Worüber können Sie sich am meisten freuen?

Beim Lachen von Kindern geht mir das Herz auf.

Link zur Webseite:

 

http://www.schuberts-messeundmehr.de

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