Der Kommunikationsspezialist

101 Köpfe: Ralph Seeberger

101 Köpfe | 13.07.2017

101 Köpfe: Ralph Seeberger
Foto: Ralph Seeberger

Ralph Seeberger ist Inhaber bzw. geschäftsführender Gesellschafter von 50 % der Firma Regiogate, zusammen mit Uwe Einspanier. Im Interview mit B4B Mainfranken verrät der 46-jährige unter Anderem, worin die Herausforderungen seines Berufslebens liegen und worüber er mit der Bundeskanzlerin gerne einmal sprechen würde.

Herr Seeberger, wie viele Kolleginnen und Kollegen arbeiten mit Ihnen zusammen im Unternehmen?

Insgesamt 20 Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter, darunter feste und freie.

Was sind die Spezialitäten Ihres Unternehmens?

Vom aktuellen Standpunkt aus gesehen sind wir eine klassische Internetagentur, die Full-Service-Dienstleistungen rund um das Thema Internet anbietet, wobei unser Fokus ganz klar im kommunalen Bereich liegt. Wir haben also schwerpunktmäßig kommunale Kunden. Eine weitere Besonderheit ist, dass wir ein eigenes Content-Management-System entwickelt haben. Die meisten Agenturen arbeiten mit Open Source, bei denen fertige Systeme genutzt werden können. Wir hingegen haben vor mittlerweile zehn Jahren schon entschieden, dass wir mit Open Source-Programmen nicht dort hinkommen, wo wir hin wollen, da auch der Markt damals noch nicht so viel geboten hat, wie heute. So beschlossen wir, eine eigene Lösung zu entwickeln, die in enger Zusammenarbeit mit unseren Kunden kontinuierlich weiter entwickelt wird. Auch in dieser Hinsicht haben wir uns in erster Linie auf den kommunalen Bereich spezialisiert.

Was ist täglich Ihre größte Herausforderung?

Es gibt eigentlich keinen speziellen Punkt, den ich täglich als Herausforderung sehe, wenn ich auf die Arbeit gehe. Ich denke aber, die größte Herausforderung war anfangs, die Themen Beruf/Selbständigkeit und Familie unter einen Hut zu bringen. Als wir vor 15 Jahren die Firma gründeten, war ich noch nicht verheiratet und hatte noch keine Kinder, da konnte ich ganz anders agieren. Ich ging morgens früh auf die Arbeit, kam abends - vielleicht nach dem Sport - nach Hause, setzte mich noch einmal an den PC und arbeitete. Das waren oft die Zeiten, wo kreative Ideen entwickelt wurden. Manchmal bis 4 Uhr nachts. Heutzutage ist das natürlich anders: Ich komme nach Hause und da zählt natürlich zunächst einmal die Familie. Die kreativen Denkprozesse finden tagsüber in Kombination mit dem operativen Tagesgeschäft (Telefonate, Mitarbeitergespräche oder Projektarbeit) statt. Das war ein Lernprozess, der für mich mit die größte Herausforderung darstellte.

Wer kommt zu Ihnen als Kunde?

Schwerpunktmäßig Kommunen, wobei wir Firmen aller Branchen betreuen. Grundsätzlich haben wir drei Zielgruppen:

1. Kommunen und Tourismus im Bereich „Kommunale Portale“

2. ganz normale Unternehmen im Bereich „Corporate Websites“

3. Einzelhandel im Bereich „E-Commerce“: Hier entwickeln wir komplette Shopsysteme, wie beispielsweise unser Wein-Online-Portal Frankenweinliebhaber.

Die Kommunen sind hierbei unsere Kernzielgruppe, hier konnten wir besonders in den letzten Jahren jede Menge Know-how und Projekterfahrung sammeln. Aufgrund dieser Spezialisierung betreuen wir mittlerweile Städte und Landkreise aus dem gesamten Bundesgebiet.

Woran haben Sie in Ihrem Beruf am meisten Spaß?

Dass ich mich selbst verwirklichen kann. Ich habe niemanden, der mir die Richtung vorgibt - abgesehen von den Kollegen, mit denen ich zusammenarbeite und mich kurzschließe. Ich kann selbst entscheiden, in welche Richtung ich gehen will. Natürlich muss ich selbst das Risiko tragen. Aber dafür bin ich völlig frei in meinen Entscheidungen. Das macht mir am meisten Spaß.

Was wäre eine berufliche Herausforderung für Sie?

Wenn ich wieder in ein Angestelltenverhältnis zurück müsste. Natürlich kommt es auf das Unternehmen an. Aber in einem klassischen Verhältnis mit strengen Hierarchien, die einen einschränken, oder wo man ewig auf Entscheidungen warten muss - das wäre nicht so einfach.

Wie sehen Sie sich selbst als Führungsperson?

In der Betriebswirtschaft gibt es bekanntlich mehrere „klassische“ Führungsstile: Den autoritären, den kooperativen und den laissez fairen Führungsstil. Dann gibt es noch den situativen und das ist der, den wir hier anwenden. Es geht bei uns nicht autoritär zu - im Gegenteil, eher in vielen Bereichen kooperativ - aber wenn es sein muss, muss man auch mal die Chef-Karte ziehen. Zudem gibt es bei der regiogate GmbH keine Hierarchien im klassischen Sinne. Die Nähe zwischen Chef und Team ist wichtig, da man so auf Probleme viel schneller reagieren kann. Die Basis zum Bezug darf nicht verloren gehen. Ich denke, in vielen Unternehmen ist das Hauptproblem, dass die Mitarbeiter keinen Bezug mehr zur Geschäftsführung haben.

Worüber können Sie lachen?

Ich mag klassischen, trockenen Humor.

Was machen Sie in Ihrer Freizeit?

Früher habe ich regelmäßig Sport gemacht, zur Zeit ist das (leider) aber nicht mehr so der Fall. Die meiste Zeit geht in das private Umfeld - Familie, Haus, Garten. Auch Computer sind mein Hobby, außerdem höre ich gerne Musik, schwerpunktmäßig elektronische Sachen.

Welchen Prominenten würden Sie gerne zum Essen einladen?

Ich habe keinen dringenden Bedarf, mich mit einem Prominenten zusammenzusetzen. Aber wenn ich einmal die Möglichkeit hätte, würde ich mich gerne mit den beiden Google-Gründern zusammensetzen, um mit ihnen darüber zu philosophieren, ob sie zum Einen gedacht hätten, dass Google einmal so einflussreich werden würde, als sie es 1998 gründeten und zum Zweiten, was sie für weitere Pläne haben. Das Geschäftsmodell finde ich spannend: Einerseits ist es schon fast beängstigend, wie viel Macht und Einfluss Google mittlerweile auf unser Leben hat, aber andererseits ist es auch interessant zu sehen, wie ein ursprünglich studentisches Projekt mittlerweile zu einer der wertvollsten Marken weltweit lanciert ist.

Im privaten Bereich würde ich mich mit den Helden meiner Jugend treffen, einer Band die ich sehr mag: Depeche Mode. Mit ihnen würde ich über vergangene Zeiten philosophieren.

Aus dem öffentlichen Leben, bzw. dem Bereich Politik, würde mich Angela Merkel interessieren. Ich finde es spannend, wie sie in einer typischen Männerdomäne jahrelang so viel Ellenbogen beweist und sich durchsetzt, ohne in ein Fettnäpfchen zu treten. Mit ihr würde ich mich darüber unterhalten, wie sie die aktuelle Entwicklung der Weltpolitik sieht, da diese zur Zeit ja leider in vielen Bereichen bizarre Formen annimmt.

Wie verbringen Sie Ihren Urlaub? Zelt oder 5-Sterne?

Irgendwo dazwischen. Man muss ja immer sehen, wo man mit zwei Kindern hinfährt. Ein schönes Familienhotel ist eigentlich die übliche Variante, für die wir uns entscheiden. Italien ist dabei nach wie vor der Klassiker. Aber auch andere Ziele, z.B. Frankreich, bereisen wir gerne.

Wo sehen Sie sich und Ihr Unternehmen in 10 Jahren?

Mit unserem Produkt zum Bereich Städte/Kommunen wollen wir zukünftig weiter verstärkt den nationalen Markt erkunden. Bayernweit, gerade in Nordbayern, sind wir schon ganz gut aufgestellt. Jetzt geht es darum, andere Bundesländer zu erschließen. In Nordrhein-Westfalen haben wir schon zwei Kunden gewonnen, andere Projekte werden folgen.

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