Die Caravaning-Beraterin

101 Köpfe: Sabine Moser

101 Köpfe | 04.08.2017

101 Köpfe: Sabine Moser
Foto: Sabine Moser

Sabine Moser ist Vorstand der Marketing-Agentur kl,company (Würzburg u. München) und berät seit fast 20 Jahren Firmen aus der Caravaning-Branche. Im Interview mit B4B Mainfranken verrät sie unter Anderem, warum sie sich ausgerechnet auf dieses Thema spezialisiert hat und welchen Traum sie sich erfüllen würde, wenn sie einen Wunsch frei hätte.

Frau Moser, was genau macht Ihre Agentur?

Wir sind eine Kommunikationsagentur, die sich auf business-to-business- und special-interest Themen spezialisiert hat. Dabei decken wir alle Kommunikationskanäle ab; von Offline bis Online von PR bis Event.

Wie viele Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter sind in Ihrem Unternehmen beschäftigt?

Insgesamt umfasst unser Team in München und Würzburg 25 Mitarbeiter.

Welche Aufgaben erfüllen Sie selbst im Unternehmen?

Neben Geschäftsleitungsaufgaben bin ich vor allem in der Beratung und Konzeption tätig.

Wie kamen Sie dazu, sich ausgerechnet auf das Thema Caravaning zu spezialisieren?

Schicksal. Zufall. Und dann wächst die Passion. Es gab familiäre Verbindungen in diese Branche und später habe ich als Selbstständige neun Jahre lang im Caravaning-Business viele Erfahrungen gesammelt. Das war von Anfang an ein riesiger Vorteil, als es ab dem Jahr 2000 in der Agenturarbeit um die Entwicklung von starken Marken ging. Wir betreuen bei kl,company ja nicht nur Unternehmen aus diesem Wirtschaftszweig, sondern haben auch Kunden wie Zeiss, BMW oder die WVV. Allerdings sind heute sieben unserer Mandanten in der Caravaning-Branche beheimatet und da hilft meine spezielle Vita natürlich schon sehr. So kommen ungewöhnlich lange Mandate zustande: dwt-Zelte betreuen wir beispielsweise seit 17 Jahren und konnten dazu beitragen, dass das Unternehmen heute Marktführer in seinem Segment ist.

Die Branche hat einen äußerst positiven Imagewandel hinter sich. Welche Entwicklungen sehen Sie aktuell?

Die Vorbehalte von früher sind längst passé. Heute ist diese Reiseform absolut salonfähig, gehört angesichts der Preise sogar zu den exklusiven Urlaubsarten und wird durch alle Schichten der Gesellschaft hindurch gelebt. Das hat aus meiner Sicht verschiedene Gründe: Zunächst haben klassische Reiseländer wie die Türkei oder Ägypten an Zulauf verloren. Fernreisen hingegen sind zwar reizvoll, aber auch mit entsprechendem Planungsaufwand und Stress verbunden.

Caravaning fängt den Wunsch nach Ungebundenheit und maximaler Entscheidungsfreiheit ein. Ich kann fahren wohin ich will, meinen Standort mehrfach wechseln und alles Unwichtige zurücklassen. Das alles zahlt auf den Trend zum individualisierten Urlaub ein. Schauen Sie sich die Zahlen an: Laut Kraftfahrtbundesamt stiegen die Zulassungen in den vergangenen drei Jahren um mehr als 30 Prozent. Allein im letzten Jahr betrug der Zuwachs bei Reisemobilen knapp 24 Prozent! Die Gesamtumsatzentwicklung bei Reisemobilen und Caravans stieg um fast 20 Prozent. Zu Teilen ist der Aufstieg der Branche auch auf die positive Arbeit des Caravaning Industrie Verbandes (CIVD) zurückzuführen. Hier verantworten wir als Agentur seit 2004 die gesamte Online-Kommunikation.

Gibt es innerhalb der Caravaning-Branche Gewinner und Verlierer der Entwicklung?

Von Verlierern kann man wirklich kaum sprechen. Nur fallen die Zugewinne unterschiedlich aus. Während das Plus beim klassischen Camping mit dem Zelt und bei den Wohnwagen überschaubar ist, explodieren die Zahlen bei den Luxuslinern und den Kompaktfahrzeugen. Letztere bedienen häufig interessante Nischen, wie zum Beispiel unser Kunde Tischer Freizeitfahrzeuge, hier aus Kreuzwertheim. Seit über 40 Jahren werden dort in der regionalen Manufaktur Wohnkabinen für Pick-Ups gefertigt. Das Besondere an dieser Form des Caravanings: Die Kabinen kann man an der Zieldestination abstellen und verfügt über ein voll nutzbares Auto im Urlaub. Das trägt wiederum zur gewünschten Flexibilität bei.

Die Hersteller und Händler wird der aktuelle Trend freuen. Gibt es noch andere Profiteure dieses Wandels?

Unbedingt. Allgemein könnte man annehmen, dass Camper und Reisemobilisten Selbstversorger sind und daher extern wenig konsumieren. Das ist aber ein absoluter Trugschluss! Aktuelle Zahlen des renommierten Statistik-Portals „Statista“ weisen für Touristikcamper Pro-Kopf-Ausgaben von rund 45,80 Euro täglich nach. Das liegt daran, dass diese Urlauber durchaus zum Essen gehen und vor allem viel Platz für Mitbringsel und Dinge des eigenen Geschmacks haben. In unserer Region fällt die Wahl natürlich oft auf Wein. Auf diese Weise profitieren alle Anbieter, die in den lokalen Tourismus eingebunden sind. Zudem sind Hersteller und Händler auch als Arbeitgeber relevant. Caravaning gewinnt somit gesamtwirtschaftlich an Bedeutung. Hier in Mainfranken ist das nicht anders: Da wären neben Tischer zum Beispiel noch einer von Deutschlands führenden Anbietern von Satellitenanlagen, „Megasat“, und der führende Zubehörgroßhändler „Frankana/Freiko“. Spannt man den Rahmen etwas weiter, kämen in Schlüsselfeld noch Hersteller von Luxuslinern wie Concorde, Morelo oder Phoenix dazu.

Was steht denn im Moment im Zentrum Ihrer täglichen Arbeit?

Das ist schnell beantwortet: Wir stehen kurz vor der weltgrößten Caravaning-Messe mit über 550 Ausstellern und 200.000 Besuchern an zehn Messetagen. Am 25.08. öffnet der „Caravan Salon“ in Düsseldorf (CSD) wieder seine Pforten und dort schlägt einmal im Jahr das Herz der gesamten Branche. Da wir vor Ort die Gesamtmarkenbetreuung für unsere Kunden verantworten, brummt unser Motor aktuell also auf Hochtouren.

Das hört sich nach viel Arbeit an. Wie erholen Sie sich, wenn Sie frei haben?

Am liebsten in der Natur. Mein Lieblingsplatz ist der Ammersee. Ich entspanne aber auch sehr gerne beim Kochen und liebe es, Gäste zu bewirten.

Und worüber können Sie lachen?

Über vieles – spontan denke ich an Versprecher bei Redewendungen, z.B. Du willst mich doch auf die Schulter nehmen oder da schlägt es dem Eimer den Boden aus....

Welches Buch liegt gerade auf Ihrem Wohnzimmertisch oder Nachttisch?

Ich lese und höre gerade zwei Bücher parallel: Wer den Wind sät von Michael Lüders und Die Begegnung: Manchmal muss man die Dinge nur ein bisschen anders sehen von Andy Andrews

Was bringt Sie auf die sprichwörtliche Palme?

Arrogantes, respektloses Verhalten

Welchen Traum würden Sie sich erfüllen, wenn Sie einen Wunsch frei hätten?

Eine Hütte auf einer Alm mit Blick auf einen See und alle kommen zu Besuch, wie im Song: Haus am See von Peter Fox. ;-)

 

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