Der Medienfachmann

101 Köpfe: Stefan Beck

101 Köpfe | 14.12.2017

101 Köpfe: Stefan Beck
Foto: Jürgen Schweizer

Stefan Beck ist Inhaber von Pressebeck, einer Agentur für Online-Kommunikation und Pressearbeit. Im Interview mit B4B Wirtschaftsleben Mainfranken erzählt der 47-jährige, was ihn antreibt, welche Weisheiten ihn begleiten und warum ihm das Thema Anstand gerade besonders am Herzen liegt.

Herr Beck, was genau macht Ihr Unternehmen?

Wir kümmern uns zum Einen um die klassische Medienarbeit, das heißt: Wir verfassen Pressemitteilungen, Fachbeiträge und organisieren Pressekonferenzen. Zum Anderen betreiben wir die Redaktion von Weblogs unserer Kunden. Kurz: Wir kümmern uns um deren schriftliche Außenkommunikation - offline und online.

Wie lange betreiben Sie Pressebeck schon?

Seit Juli 2004.

Gibt es eine Anekdote aus Ihrem Unternehmen, die Sie heute noch belustigt?

Ja, davon gibt es einige! Es gab schon mehrmals Anrufe, da wollten Leute bei uns eine Reise buchen oder sie glaubten, dass sie bei einem Anruf unsererseits mit einem Reisebüro zu tun haben. Bis 2016 hieß unsere Agentur nämlich Pressebüro Beck - manche Anrufer hatten uns mit einem Reisebüro "verbuchselt". Die Phonetik ist ja ähnlich. Ein Freund von mir sagte mal... "Na ja, wenn ich an Pressebüro denke, dann habe ich stark rauchende Journalisten vor meinem geistigen Auge, die auf Schreibmaschinen rumhämmern und die man vor lauter Nebel kaum in der Redaktion sieht...." - Das war aber nicht der entscheidende Grund für die Firmenumbenennung.

Woran haben Sie in Ihrem Beruf die größte Freude?

Vereinfacht ausgedrückt: Wenn ich feststelle, dass wir für unsere Kunden etwas bewegen können. Soll heißen: Wir bringen den Kunden bei seinen Zielen der Medienarbeit spürbar voran. Ich freue mich auch über gegenseitiges Vertrauen und Respekt. Wenn beides vorhanden ist, läuft die Zusammenarbeit meist noch leichter. Und: Die Kreativität - ein wesentliches Merkmal unserer Dienstleistung - ist ein wahrer Motor für Freude im Job! Schon Albert Einstein sagte: Kreativität ist noch wichtiger als Wissen. Ich würde ergänzen... noch schöner!

Worin sehen Sie Ihre täglichen Herausforderungen?

Eine wesentliche Herausforderung ist es, sich stets neu auf spezielle Wünsche und Herausforderungen des Kunden einzustellen. Und auf unterschiedliche Charaktere und Verhaltensweisen. So verschieden die Kunden sind, so unterschiedlich nutzen sie die Kommunikationswege. Der eine will partout nicht angerufen werden, sondern kommuniziert am liebsten mittels Mails oder WhatsApp. Der andere hat überhaupt keine Lust auf schriftlichen Austausch, weil er/sie ohnehin viel zu viele Mails am Tag erhält und sucht eher das persönliche Gespräch oder Telefonat mit uns.

Was ist Ihr persönliches Erfolgsrezept?

Die wahren Wünsche und Ziele des Kunden analysieren und erkennen - und dann mit einer Mischung aus Kompetenz, Pragmatismus und gesundem Menschenverstand gemeinsam die Ziele anvisieren.

Wo sehen Sie sich und Ihr Unternehmen in 10 Jahren?

Gute Frage! Die Entwicklung im Medienbereich und ebenso die Digitaliserung in der Wirtschaft sind so dynamisch, dass ich keine Prognose wage, wo Pressebeck in 10 Jahren steht. Ich glaube, dass wir auch in 10 Jahren der Steigbügelhalter unserer Kunden für deren Außenkommunikation sind. Aber wie das konkret aussieht und in welcher Form das stattfindet....? Anfang des Jahrtausends hieß es von manchen Medien-Experten und Zukunftsforschern, dass es in 20 Jahren keine Print-Zeitungen mehr geben wird. Man kann jetzt schon sagen: Das wird so nicht eintreffen. Mir gefällt die Aussage von Sascha Lobo, die er kürzlich bei einer Veranstaltung der IHK Würzburg hinsichtlich der Herausforderungen der Digitalisierung machte: "Die Erfolgsrezepte, die uns bisher vorangebracht haben, funktionieren noch. Aber es gibt keine Garantie, dass sie das in 5 oder 10 Jahren noch immer tun".

Worüber können Sie lachen?

Über gute, kurze Witze. Und über Situationskomik. Ab und zu nehme ich mich selber mal hoch, das gehört zum Leben dazu.

Wie entspannen Sie sich nach einem anstrengenden Arbeitstag?

Indem ich ein Buch lese, spazieren gehe, in die Sauna gehe oder etwas Leckeres zu essen mache.

Welches Buch liegt gerade auf Ihrem Nacht-/ Wohnzimmertisch?

Von Axel Hacke, "Über den Anstand in schwierigen Zeiten und die Frage, wie wir miteinander umgehen"! Ein grandioses Buch, das ich gerne weiterempfehle.

Mögen Sie Filme? Wenn ja, welches Genre und was ist Ihr Lieblingsfilm?

Ich mag besonders gerne Filme mit einem historischen Hintergrund. Ein klassisches Beispiel: Der Name der Rose. Aber "Hangover" ist auch genial und so amüsant!

Was würden Sie sich wünschen, wenn Sie einen Wunsch frei hätten?

Da nehme ich Bezug auf Axel Hacke. Über die Frage "Was ist Anstand?" lässt sich wunderbar philosophieren. Ich denke an die "Goldene Regel" im Zusammenleben: Was Du nicht willst, dass man dir tu, das füg auch keinem andern zu. Meine Erfahrung: Wenn es wirklich darauf ankommt, handeln wir häufig nicht danach. Also: Mehr respektvoller und ehrlicher Umgang miteinander im Alltag, das wünsche ich mir. Nicht nur in der jetzigen Weihnachtszeit. Aber Sie können mir glauben: Auch ich bin täglich am Trainieren! ;-)

Haben Sie ein persönliches Lebensmotto? Wenn ja, welches?

Eine asiatische Weisheit, die ich kürzlich in einem Manager-Magazin gelesen habe, besagt: Jeder, den du triffst, trägt einen Kampf mit sich aus, den du nicht siehst: Deshalb sei freundlich! Dieser Spruch birgt wohl viel Wahrheit in sich.

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