Die Bauspezialistin

101 Köpfe: Stefanie Riedel

101 Köpfe | 11.01.2018

101 Köpfe: Stefanie Riedel
Foto: Riedel Bau AG Holding. Stefanie Riedel

Stefanie Riedel ist Aufsichtsratsvorsitzende und Inhaberin der Riedel Bau AG Holding in Schweinfurt. Das Unternehmen, das auf eine Geschichte von 118 Jahren zurückblicken kann, ist bundesweit tätig und baut sowohl für die öffentliche Hand als auch für Gewerbe- und Industriebetriebe. Wie sich die Baubranche gerade verändert und welche Vorliebe sie aus Indien mitgebracht hat, verrät die 45-Jährige Diplom-Journalistin im Interview mit B4B WIRTSCHAFTSLEBEN MAINFRANKEN.

Frau Riedel, was genau macht Ihr Unternehmen?

Riedel Bau ist bundesweit in den Kernsegmenten Konstruktiver Ingenieurbau und schlüsselfertiger Gewerbe- und Wohnbau tätig. Die Projektentwicklung und Realisierung von Bauträgerprojekten hat ihren Schwerpunkt im mainfränkischen Raum. Das 1995 gegründete Bauunternehmen in Erfurt ist verstärkt im thüringischen Raum sowie in Sachsen, Sachsen-Anhalt, Brandenburg und Hessen im Einsatz. 2013 eröffneten wir eine Niederlassung in München, um die Bearbeitung von Bauprojekten im Großraum München zu forcieren. Und auch in der Hauptstadt Berlin haben wir Ende 2017 ein Büro eingerichtet.

Wer kommt zu Ihnen als Kunde?

Wir bauen sowohl für die öffentliche Hand als auch für Gewerbe- und Industriebetriebe. Der Leistungsumfang reicht dabei von der Ausführung reiner Rohbauarbeiten über Schlüsselfertigbau bis zu Generalunternehmerleistungen. Als Generalunternehmer betreuen wir unsere Kunden bereits bei der Planung und Grundstückssuche bis zur Schlüsselübergabe.

Was waren bisher Ihre eindrucksvollsten Bauaufträge?

Die eindrucksvollsten Bauvorhaben sind wohl immer die aktuellen Projekte, auch wenn ein Unternehmen wie unseres in 118 Jahren Firmengeschichte einige bauliche Spuren hinterlassen hat. Pünktlich zum Wintersemester konnten wir das Studentenwohnheim an der Grombühlbrücke in Würzburg mit 522 Studentenapartements schlüsselfertig übergeben. Aber auch Bauvorhaben wie das 50m hohe Bürogebäude „Esplace“ direkt zwischen Binnen- und Außenalster in Hamburg oder das Museum der bayerischen Geschichte in Regensburg sind sehr beindruckend.

Wo sehen Sie Ihr Unternehmen in 10 Jahren?

Die wohl größte Herausforderung wird es ein, ausreichend Fachkräfte für die Baubranche zu gewinnen. Wir sind in diesem Bereich sehr aktiv und haben unterschiedliche Programme entwickelt, Mitarbeiter zu gewinnen und dann im nächsten Schritt an unser Unternehmen zu binden.

Gerade in einer so traditionellen Branche wie der unseren ist es wichtig, nicht auf der Stelle zu treten. Daher begrüßen wir Eigeninitiative und Vorschläge unserer Mitarbeiter sehr.

Denken Sie, dass sich die Baubranche grundlegend ändern wird in Zukunft?

Davon bin ich überzeugt. Wir haben aktuell bei der Erweiterung unseres Verwaltungsgebäudes in Schweinfurt schon sehr viel Wert auf ökologische Gesichtspunkte gelegt: Lehmwände in den Fluren, durchdachtes Lüftungskonzept, umweltfreundliche Innenmaterialien, um nur einige Punkte zu nennen. Der Neubau ist so konzipiert, dass Heizen kaum nötig sein wird.

Am Beispiel unseres Gebäudes möchten wir unseren Kunden zeigen, wie Wirtschaftlichkeit und ökologische Ansprüche gut miteinander vereinbar sind.

Was ist täglich Ihre größte Herausforderung?

Wir müssen uns täglich gegen unsere Mitbewerber durchsetzen. Gerade bei öffentlichen Aufträgen bestimmt alleine der Preis, ob man einen Auftrag bekommt oder nicht. Es ist immer wieder eine Herausforderung, bei der Kalkulation das richtige Maß zu finden. Zum Glück haben wir auch an dieser Stelle ein tolles Team, welches ganz hervorragende Arbeit leistet.

Woran haben Sie in Ihrem Beruf am meisten Spaß?

Es ist toll zu sehen, wie ein Gebäude entsteht. Erst gibt es da nur die Pläne und dann wird es Realität. Das ist immer wieder spannend zu sehen. Besonders freut es mich, wenn dabei auf eine schöne Fassadengestaltung wert gelegt wird. Darauf haben wir leider nur bei unseren eigenen Bauträgerobjekten Einfluss. Außerdem ist die enorme logistische Herausforderung am Bau immer wieder beindruckend. Das funktioniert nur durch eingespielte Teams und die gute Zusammenarbeit mit den am Bau beteiligten Firmen. Hier ist jeder Einzelne wichtig und trägt seinen Teil zum Gelingen bei. Vom Maurer bis zum Architekt.

Welches Buch liegt gerade auf Ihrem Wohnzimmer-/ Nachttisch?

Die Biografie von Elon Musk. Er hat mit pay pal sein Vermögen gemacht. Jetzt ist er mit Tesla führend in der E Mobilität und will es möglich machen zum Mars zu fliegen. Sehr empfehlenswert, Visionen bekommen durch ihn eine andere Dimension.

Stellen Sie sich vor, Sie laden ein paar Freunde ein. Womit verwöhnen Sie sie?

Nachdem ich ein Auslandssemester in Indien (Chennai) verbracht habe, bin ich ein großer Fan der indischen Küche. Sehr beliebt ist mein Dhal Curry (Curry aus roten Linsen) und auch mein Alu Gobi (Curry mit Kartoffeln und Blumenkohl) kommt immer gut an.

Was ist für Sie ein gelungener Urlaub?

Mit unserem Wohnmobil unterwegs zu sein. Da reicht auch schon die fränkische Mainschleife. Bei schönem Wetter geht da nichts drüber!

Wenn sich die Gelegenheit bieten würde: In welchem Betrieb würden Sie gerne Mäuschen spielen?

Passend zu meiner momentanen Lektüre, in einem Unternehmen von Elon Musk. Space x, sein Raumfahrtunternehmen, würde ich gerne mal als Insider anschauen.

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