101 Köpfe | 14.06.2010
Dr. Markus Schädler, Partner der fränkischen Wirtschaftskanzlei Bendel & Partner Rechtsanwälte, ausgezeichnet als einer der zehn besten Insolvenzverwalter in Deutschland, lebt mit seiner Familie seit 15 Jahren in Würzburg und findet, „Unterfranken ist eine besonders lebenswerte Region“.
Warum haben Sie sich mit Ihrer Familie für Würzburg entschieden?
Dr. Markus Schädler: Würzburg ist eine wunderschöne Stadt, in der es zudem sehr guten Wein gibt. Gerade für Familien mit kleinen Kindern bietet sie sehr gute Betreuungsangebote und ein hohes Maß an Sicherheit. Obwohl meine Frau und ich ursprünglich Pfälzer sind, haben wir mit unseren Kindern bald vier astreine Unterfranken in unserer Familie. Da kann man doch wohl sagen, dass wir unterfränkisch geprägt sind.
Ich engagiere mich gerne für diese Stadt und die gesamten Region. Die Menschen hier sind freundlich und aufgeschlossen. Auch ihre Weltoffenheit gefällt mir sehr gut. Nehmen Sie nur die Universität oder das Afrika-Festival - immerhin das größte Festival dieser Art in ganz Europa - darauf bin ich als Würzburger stolz.
Im Zuge der Wirtschaftskrise haben viele eine stark steigende Zahl an Insolvenzen vorhergesagt. Sehen Sie diese Entwicklung auch hier in Franken?
Nein, bis heute ist von einem Anstieg der Insolvenzen in unserer Region nichts zu merken. Die Unternehmen sind bisher besser durch die Krise gekommen, als viele erwartet haben und darüber freue ich mich natürlich – schon allein wegen der Arbeitsplätze, die damit erhalten bleiben. Nach meiner Einschätzung ist das auch ein Zeichen, dass die Banken in unserer Region sehr kooperativ mit den Unternehmen zusammenarbeiten.
Das Deutsche Institut für angewandtes Insolvenzrecht (DIAI) hat Sie mit AAA+ zertifiziert. Damit gehören Sie zu den besten Insolvenzverwaltern in Deutschland. Was genau macht hier den Unterschied?
Dr. Markus Schädler: Das DIAI schaut sich an, wie die Insolvenzverfahren gelaufen sind, die ich in den letzten fünf Jahren durchgeführt habe. Dabei habe ich zusammen mit meinen Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern besonders gute Ergebnisse erzielt, die deutlich über dem Bundesdurchschnitt und über dem Schnitt der zertifizierten Insolvenzverwalter liegen. Bei jedem unserer Verfahren stehen die Interessen der Gläubiger an erster Stelle - also die der Zulieferer, der Kapitalgeber und selbstverständlich der Arbeitnehmer. Für sie möchten wir das beste Ergebnis in einer schwierigen Situation erreichen.
Was bringt Sie bei Insolvenzen besonders auf die Palme?
Dr. Markus Schädler: Viele Insolvenzen könnten vermieden werden, wenn die Inhaber oder die Geschäftsführer rechtzeitig auf die Signale achten und Gegenmaßnahmen ergreifen würden. Oft herrscht allerdings die Haltung „Es wird schon irgendwie gut gehen“. Wenn es dann doch nicht klappt, hat man entscheidende Wochen und Monate für eine Sanierung verloren.
Bieten Sie kriselnden Unternehmen im Vorfeld einer Insolvenz auch Hilfe an?
Dr. Markus Schädler: Selbstverständlich! Bendel & Partner engagiert sich sehr stark im Bereich der Unternehmenssanierung. Wir helfen Unternehmen, zum Beispiel Partner zu finden, die ihnen eine Fortsetzung ihrer Tätigkeit ermöglichen. Allein im vergangenen Jahr haben wir geholfen, über 150 Arbeitsplätze zu retten, indem wir Unternehmen dabei unterstützt haben, rechtzeitig die Weichen neu zu stellen.
Ihre ehrenamtliche Tätigkeit für den Deutschen Ringer-Bund überrascht doch ein wenig. Wie sind Sie denn dazu gekommen?
Dr. Markus Schädler: Ich bin schon als Kind in der Pfalz oft zum Ringen gegangen. Mein Vater war damals Präsident des VFK Schifferstadt, dem Ringerverein aus dem mit Wilfried Dietrich der wohl bekannteste deutsche Ringer, hervorgegangen ist. Ich habe dann hier in Würzburg den Präsidenten des Deutschen Ringerbundes, Manfred Werner, kennen- und schätzen gelernt. Es macht mir einfach viel Freude mit ihm und seinen Kollegen zusammenzuarbeiten. Er ist ein echter Unterfranke, im besten Sinne. Wir sind aber auch insgesamt eine sportverrückte Kanzlei. Einer meiner Kollegen ist der Vorsitzende des Regattavereins Würzburg, ein anderer ist Vorstand des FC Eichel, eine Kollegin ist Vorsitzende der Bezirksrechtskammer des Bayerischen Volleyball Verbandes, und ein weiterer ist Kurator der Dirk Nowitzki-Stiftung. Wir decken also eine große Bandbreite des Sports mit unseren Interessen ab.
Und wie sieht‘s mit der Fußball-WM aus?
Dr. Markus Schädler: Das ist natürlich das Größte. Meine beiden älteren Kinder sprechen zuhause über fast nichts anderes mehr und würden am liebsten bis spät in die Nacht Fußball schauen. Geht aber leider nicht, da sie morgens in die Schule gehen müssen. Also besprechen wir alles rund um die WM beim Frühstück und beim Abendessen.
Und wer wird Weltmeister?
Dr. Markus Schädler: Das ist doch klar: Deutschland natürlich!
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