101 Köpfe | 22.08.2011
Jürgen Schmidt ist Gründer und Vorstandssprecher der memo AG, die in diesem Jahr 20-jähriges Bestehen feiert. Und der Versandhandel für ökologisch und sozial verträgliche Produkte für Büro, Schule, Haushalt und Freizeit sowie für Werbeartikel ist gefragter denn je.
Herr Schmidt, 1990 begannen Sie als "memo - der Firmenausstatter für Umweltbewusste". Heute ist die memo AG der Versandhandel für ökologisch und sozial verträgliche Produkte für Büro, Schule, Haushalt und Freizeit sowie für Werbeartikel. Wie kam damals die Idee für ein derartiges Geschäftsmodell zustande?
Ich habe bereits während meiner Schulzeit Produkte aus Recyclingpapier, das damals noch aus der Schweiz importiert wurde, verkauft. Nach dem Abitur habe ich Schulen in ganz Deutschland beliefert, danach kamen kleine Einzelhändler im Landkreis dazu, z.B. Dritte-Welt-Läden, und ein Großhandel entstand. Auf dieser Basis ist schließlich die Idee entstanden, eine „ökologische Alternative“ zu den konventionellen Büromaterialversendern für Gewerbekunden zu gründen.
Damals sprachen Sie mit Ihren Produkten ausschließlich eine kleinere Gruppe Menschen und Unternehmen mit einem bestimmten Ideal an – wie hat sich das bis heute verändert? Mit durchgehend schwarzen Zahlen muss Ihr Kundenstamm ja stetig gewachsen sein?
Die Kunden von damals sind auch heute noch unsere Kunden. Aber es kamen ständig neue hinzu, die nicht nur auf Ökologie und Sozialverträglichkeit achten, sondern für die auch das Preis-Leistungs-Verhältnis ausschlaggebend ist. Wir bieten beides. Und aus den früheren „Ökos“ hat sich die ständig wachsende Gruppe der „LOHAS“ (Lifestyle of Health and Sustainability) entwickelt, die nicht nur nachhaltig und bewusst leben möchten, sondern zugleich einen sehr modernen und trendbewussten Lebensstil verfolgen. Wir haben also einen vielschichtigen Kundenstamm, den wir zufrieden stellen wollen.
Und wohin verkaufen Sie ihre Produkte heute? Seit 1998 vertreiben Sie zudem als erster in Ihrer Branche Ihr komplettes Sortiment im Online-Shop.
Die memo AG ist ein Online- und Katalogversender für Gewerbe- und Privatkunden, aber wir beliefern auch den Groß- und Einzelhandel in Deutschland und ganz Europa. Unser wichtigster Markt, auf dem wir auch den größten Umsatzanteil erzielen, ist jedoch Deutschland.
Sie haben Ihr Unternehmen schon mehrmals erweitern müssen – wird sich das fortsetzten und werden Sie in Mainfranken bleiben?
Wir sind 1995 aus Platzgründen von Würzburg ins Gewerbegebiet Greußenheim gezogen. Seitdem haben wir das Lager und die Büroflächen zwei Mal erweitert und es kam auf dem Nachbargelände eine weitere Lagerhalle dazu. Auf dem vorhandenen Gelände können wir unser Firmengebäude noch einmal vergrößern. Durch den personellen Ausbau in den letzten beiden Jahren wird das wohl nicht mehr lange auf sich warten lassen. Dem Standort Mainfranken werden wir treu bleiben, hier liegen unsere Wurzeln und unsere Zukunft.
Herr Schmidt, als Sie zur einer Aktiengesellschaft umfirmierten wurden auch Ihre fest angestellten Mitarbeiter mit einem Modell am Unternehmen beteiligt. Welche Erfahrungen haben Sie damit gemacht?
Durch die memo Mitarbeiter-Beteiligungs GmbH erwirbt jeder festangestellte Mitarbeiter über ein innovatives Beteiligungsmodell Anteile am Unternehmen und partizipiert damit langfristig an der Wertsteigerung des Unternehmens. Wir haben damit ausschließlich positive Erfahrungen gemacht, so ist z.B. unsere Fluktuationsrate sehr niedrig und ich erhalte immer wieder positives Feedback von Kunden über das außergewöhnlich hohe Engagement unserer Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter.
Ein kleiner Blick in die Zukunft. Wie sehen Sie als einstiger Öko-Pionier die kommenden 20 Unternehmer-Jahre?
In den nächsten 20 Jahren werden die entscheidenden Weichen im Kampf gegen den Klimawandel gestellt. Das ist für uns alle eine riesige Herausforderung! Wir wollen innovative, ökologische und sozialverträgliche Produkte in die Mitte der Gesellschaft tragen und so unseren Teil beim Umbau zu einer Ressourcen schonenden, klimaneutralen Gesellschaft leisten, die den nachfolgenden Generationen eine lebenswerte Umwelt hinterlässt.
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