Präsidentin in Uniform

Liliane Matthes

101 Köpfe | 26.01.2010

Liliane Matthes
Liliane Matthes

Seit 1.11.2009 ist Liliane Matthes (55) Bayerns erste Polizeipräsidentin.
Sie ist jetzt für die Sicherheit von 1,4 Millionen Menschen in Unterfranken verantwortlich. Hier leitet sie rund 3000 uniformierte Polizeibeamte/-innen.

 

Von wem haben sie mehr Glückwünsche zu Ihrem neuen Amtsantritt bekommen, von Frauen oder von Männern?

Von offizieller Seite habe ich natürlich Glückwünsche von den – zum überwiegenden Teil männlichen - Leitern der Behörden, Organisationen und Institutionen erhalten.

Andererseits habe ich sehr viele Briefe, e-Mails und persönliche Glückwünsche von Frauen erhalten. Insgesamt betrachtet hatte ich den Eindruck, dass sowohl Männer als auch Frauen meine Berufung gleichermaßen positiv aufgenommen haben.

Ist Gleichberechtigung im Beruf für Sie ein Thema?

Die Gleichstellung von Männern und Frauen im Beruf ist grundsätzlich durch den Vollzug des Bayerischen Gleichstellungsgesetzes für alle Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter im öffentlichen Dienst geregelt. Für mich ist dies sowohl als Vorgesetzte als auch persönlich ein wichtiges Thema. Voraussetzung ist hierbei, dass Männer und Frauen die gleiche Ausbildung erhalten, die geschlechtsneutral sein muss. Für die Polizei bedeutet dies, dass Polizistinnen genauso wie Polizisten den Herausforderungen und Anforderungen dieses Berufes gewachsen sein müssen. 

Was sind Ihre ersten Zielsetzungen im neuen Amt?

An erster Stelle steht für mich die kontinuierliche Fortsetzung und Weiterentwicklung der guten Sicherheitsarbeit der Unterfränkischen Polizei. Die Kernaufgabe der Aufrechterhaltung der öffentlichen Sicherheit und Ordnung beinhaltet für mich, dass das Bedürfnis der Bürgerinnen und Bürger nach einer immer ansprechbaren Polizei gewährleistet ist.

Mir ist sehr wichtig, dass polizeiliche Aufgaben möglichst aktiv und professionell bewältigt werden. Kommunikations- und Handlungskompetenz müssen angemessen, verhältnismäßig aber auch konsequent eingesetzt werden.

 

Haben Sie Sich Schwerpunktthemen für Ihre zukünftige Arbeit in Unterfranken gesetzt?

Die Schwerpunktthemen ergeben sich für mich aus der allgemeinen und besonderen polizeilichen Lageentwicklung. Kriminalitätsbekämpfung, Präventions- und Verkehrssicherheitsarbeit stehen hier im Mittelpunkt. Wichtige Themen für mich sind der Jugendschutz, die Reduzierung von Sicherheitsstörungen zur Eindämmung von Gewalt und Vandalismus. Dazu benötigt die Polizei allerdings eine gut funktionierende Vernetzung mit all unseren Sicherheitspartnern, wie sie in Unterfranken in hervorragender Weise praktiziert wird.

Ihre Lieblingsfarbe ist…?

Meine Lieblingsfarbe ist blau.

 

Ihr Lieblings-Reiseziel ist…?

Ein Lieblingsreiseziel habe ich nicht. Ich bin immer aufgeschlossen für Neues und so werde ich mich in der nächsten Zeit auf die Entdeckung meiner neuen Heimat Unterfranken konzentrieren.

 

Welches Buch würden Sie dorthin mitnehmen?

Da ich im Urlaub gerne aktiv bin, komme ich in dieser Zeit kaum dazu, ein Buch zu lesen. Der Kontakt zu Menschen und die Gespräche mit Ihnen sind mir dabei wichtiger.

 

Auf die Palme bringt Sie so richtig…?

Es ist nicht meine Art, nach außen zu zeigen, wenn mich etwas empört oder auf die Palme bringt. Der Polizeiberuf erfordert in vielfacher Hinsicht eine professionelle Distanz zu menschlichen Tragödien, weil man ansonsten gar nicht handlungsfähig sein und die notwendigen Aufgaben nicht erledigen könnte.

 

Wie halten Sie sich fit?

Ich bewege mich gerne in der Natur und schöpfe Kraft aus der Beobachtung der Tier- und Pflanzenwelt.

 

Wenn ich Sport mache, dann…?

...dann laufe ich sehr gerne oder bin mit dem Fahrrad unterwegs!

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