Digitalisierung: Mainfranken 4.0
In unserer neuesten Ausgabe von B4B WIRTSCHAFTSLEBEN MAINFRANKEN WISSEN dreht sich alles um Digitalisierung.

IHK DIGITAL

Alle Kompetenz auf Digital-Kurs

Digitalisierung: Mainfranken 4.0 | 30.11.2017

Bild: iStock/iuzishan
Bild: iStock/iuzishan

Die IHK Würzburg-Schweinfurt nutzt ihr Wissenspotential und ihre Vernetzung zum aktiven Know-how-Transfer in die regionale Wirtschaft 4.0.

Ein Satz, an dem man hängenbleibt: „Möchten Sie sich oder Ihre Mitarbeiter auch zu ,Künstlern‘ im Big Data Umfeld entwickeln?“ Zu lesen steht er in der Ankündigung eines Zertifikatlehrgangs, den die IHK Würzburg-Schweinfurt unter dem Titel „Big Data Artist“ anbietet. „Hier erlernen Sie, wie Sie Auswertungen so präsentieren, dass sie für Vorgesetzte, Kunden oder allgemein Business-Manager verständlich und anschaulich sind“, heißt es weiter. „Ziel ist es, aus Zahlen, Daten und Fakten, Grafiken und Diagramme zu erstellen. Aber nicht nur das, sondern möglichst frei und kreativ, abteilungsübergreifend mit Zahlen zu arbeiten und damit jonglieren zu können.“

Damit adressiert die IHK ein Schlüsselthema der Digitalisierung: das Sichtbarmachen von Information, die Visualisierung von Inhalten. Der Schluss liegt nahe: „Wer vom Potential der massiven Daten profitieren möchte, muss sich oder seine Mitarbeiter entsprechend qualifizieren und befähigen. „Welche Branche, welchen Ausbildungsberuf, welchen Geschäftsprozess man sich auch ansieht – auf allen Ebenen hinterlassen die Digitalisierung und ihre Begleiterscheinungen inzwischen massive Herausforderungen zu Neuorientierung und Veränderung.

Als Querschnittsdienstleister über alle Branchen und Betriebsgrößen hinweg genauso wie als Hüter der regionalen Wettbewerbsfähigkeit hat sich die IHK vor diesem Hintergrund zu einem echten Kompetenzzentrum in Fragen der Digitalisierung entwickelt. Das beginnt schon mit den umfassenden Beratungen auf mehreren Ebenen, wie die daraus entstehenden Aufgaben in den Betrieben umzusetzen sind. Das reicht aber auch bis zu Studien und Umfragen auf diesem Gebiet sowie zu Fakten- und Positionspapieren, mit denen Impulse aus der Wirtschaft in die Politik getragen werden. „Gerade weil die Bandbreite der Themen so groß ist – IT-Sicherheit, IT-Recht, Datenschutz, Online-Marketing, Aus- und Weiterbildung, Social Media –, sind auch die Kompetenzen aller Bereiche der IHK gefragt, um Antworten und weiterführende Wege zu ­finden“, sagt Jürgen Bode, stellvertretender Hauptgeschäftsführer bei der IHK.

Dialog mit Menschen

Im Kontrast zur elektronischen Ausprägung des Themas setzt die IHK bei der Wissensvermittlung zu digitalen Themen auf den Dialog zwischen Menschen, die einander in die Augen schauen, nicht in den Monitor. Eine kontinuierliche Reihe von Ver­anstaltungen befasst sich mit den unterschiedlichsten Aspekten und Perspektiven und greift dabei auf vorhandenes Anwendungswissen in der Region zurück. Beispiel: Das „3. Zukunftsforum Technik“ Ende Juni in Schweinfurt stand ganz im Zeichen der Augmented (AR) und Virtual Reality (VR) sowie sich daraus ergebenden Geschäftsmodellen. Die Kombination aus Ausstellung und Fachvorträgen fand in Kooperation mit dem Automation Valley Nord­bayern sowie dem Zentrum für digitale Innovationen statt.

„VR ist zum Überbegriff für eine Technologie geworden, die ein neues Computerzeitalter einläuten könnte. Nutzer ziehen eine Datenbrille auf und stehen in ihrer Wahrnehmung mitten im Inhalt“, so Oliver Freitag, Bereichsleiter Innovation und Umwelt der IHK Würzburg-Schweinfurt. Wie weit die Anwendung im Alltag schon gediehen ist und wie sich VR zum Beispiel in der Psychologie und Medizintechnik einsetzen lässt, erklärte Mathias Wochnig, Leiter der VTplus GmbH aus Würzburg, einer Ausgründung des Lehrstuhls für Psychologie I der Universität Würzburg. Das Unternehmen beschäftigt sich unter anderem mit Anwendungsfällen zur Behandlung von Angststörungen. Weitere Anwendungsfelder virtueller Realitäten zeigte Stefan Sauer, Gründer der 3D Betrieb GmbH aus Würzburg: Er beschäftigt sich vor allem mit der Architektur- und Produktvisualisierung und deren Einsatzmöglichkeiten bei der Bauplanung.

Volle Konzentration gefordert

„Im Gegensatz zu mancher öffentlichen Meinung sind wir schon mittendrin in der Digitalisierung und stehen nicht erst am Anfang“, kommentiert ­Oliver Freitag „die Brisanz beim Realisieren von Geschäftsmodellen 4.0.“ Viele kleine Digital-Bäche einzelner Geschäftsprozesse und Abteilungen hätten sich innerhalb kurzer Zeit zu einem reißenden Strom vereinigt, „der den Steuerleuten auf der Führungsebene genauso wie den Teams im Maschinenraum volle Kraft und Konzentration abverlangt“. Denn angesichts der vielschichtigen Vernetzung von Branchen und Betrieben – man denke nur an die Logistik oder die Energiewirtschaft – bliebe kein Unternehmen mehr unberührt.

„Selten in der Geschichte der IHK-Arbeit hat sich unsere Struktur so bewährt, weil sie die Informationen aus der ganzen Wirtschaft zum Wohl aller bündelt und verteilt“, sagt Jürgen Bode. Der „Erfa-Kreis Digital“ zum Beispiel sei für alle Beteiligten eine unermüdlich sprudelnde Quelle von Anwendungs­wissen, in seiner Relevanz auf Augenhöhe mit der stark nachgefragten Beratung zu Förderprogrammen, die den Firmen helfen, die Last des digitalen Wandels zu schultern. Gleiches gilt für eine andere Strategie, mit der die IHK der Wirtschaft in Mainfranken schon in der Vergangenheit häufig die Türen zu Innovation und Marktchancen öffnen konnte: „Unsere engen Kontakte zu Hochschulen und Forschungseinrichtungen machen sich beim hohen Tempo der Digitalisierung besonders bezahlt“, so Oliver Freitag. „In einem Umfeld, in dem der Begriff ,morgen‘ schon synonym ist zu ,sofort‘, erweist sich unser ,Breitbandanschluss‘ an die Wissenschaft als äußerst wertvoll.“

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