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Ergonomie im Büro

Ergonomie beginnt im Detail

Gesundheit | 03.11.2016

Ergonomie beginnt im Detail. Foto: Stock/Endopack
Ergonomie beginnt im Detail. Foto: Stock/Endopack

Unternehmen, die Wert auf ergonomisch eingerichtete Arbeitsplätze legen, profitieren nicht nur von der besseren Gesundheit ihrer Mitarbeiter. Sie gewinnen auch an Produktivität und an Attraktivität als Arbeitgeber.

von Ulrich Pfaffenberger

Das Beispiel war so einfach wie überzeugend. „Niemand setzt sich in ein fremdes Auto, ohne zuvor Sitz und Spiegel einzustellen. Das Gleiche gilt für den Arbeitsplatz im Büro. Ein falsch eingerichteter Arbeitsplatz kann zu erheblichen körperlichen Problemen wie Verspannungen, Rückenschmerzen, Bandscheibenproblemen oder Konzentrationsschwierigkeiten führen.“ So formulierte es die Sparkasse Mainfranken Würzburg im Frühjahr 2015, als sie ihre Mitarbeiter zur Teilnahme an der „Aktionswoche Gesundheit“ einlud.

Der Arbeitsplatz sollte für jeden Mitarbeiter individuell angepasst werden

Auch ließ es das Kreditinstitut nicht daran mangeln, den Gegenbeweis anzutreten: „Ein ergonomisch eingestellter Arbeitsplatz dagegen hilft, Fehlbelastungen von Wirbelsäule und Bandscheiben, Muskelverspannungen und schneller Ermüdung vorzubeugen. Das wird erreicht, wenn alle Elemente am Arbeitsplatz (z.B. Bürostuhl; Positionierung Bildschirm, Maus und Tastatur etc.) auf die jeweils individuellen Bedingungen angepasst werden.“

Dass es mit freundlichen Hinweisen in Papierform nicht getan ist, war indes auch der Sparkasse klar. An verschiedenen Standorten waren während der Aktionswoche erfahrene Berater zugegen, um individuell für einzelne Mitarbeiter deren Arbeitsplatz ergonomisch zu optimieren. In ihrer Jahresbilanz 2015 kommentierte die Sparkasse das Angebot als „voller Erfolg“.

Solche Angebote sind nicht nur vor dem Hintergrund von Arbeitgeberqualität und Mitarbeiterdialog vorteilhaft. Sie machen sich auch in den Zahlen jedes Unternehmens bemerkbar – auf der Habenseite. „Die Wettbewerbsfähigkeit von kleinen und mittleren Unternehmen kann durch ergonomische Arbeitsplatz- und Organisationsgestaltung ebenso gesteigert werden wie die Sicherheit und Gesundheit der Beschäftigten“, stellt die Initiative für neue Qualität der Arbeit (INQA) fest.

Die Rechnung geht auch deswegen auf, weil es oft schon ausreicht, Details zu justieren, um eine vorteilhafte Ergonomie am Arbeitsplatz herzustellen. So argumentiert die Deutsche Rentenversicherung, die von Würzburg aus für ganz Deutschland zuständig ist: „Ergonomie am Arbeitsplatz bedeutet, dass der Körper bei der Arbeit in natürlicher Weise beansprucht wird und Fehlhaltungen vermieden werden. Oft sind am Arbeitsplatz nur kleine Dinge zu verändern. Ist der Bürostuhl richtig eingestellt und dem Körper angepasst? Ist die Höhe des Schreibtisches korrekt?“ Die Behörde hat das Thema daher fest in ihrem Betrieblichen Gesundheitsmanagement verankert und verspricht ihren Mitarbeitern: „Der personalärztliche Dienst oder gezielt geschulte Ergonomieberaterinnen und -berater helfen, den Arbeitsplatz ergonomisch passend einzurichten.“

Eine Bildschirmbrille kann Sehbeschwerden vorbeugen

Das Thema betrifft jede Branche und alle Betriebsgrößen. Laut Angaben des statistischen Bundesamtes verbringen etwa zwei Drittel der 25- bis 54-jährigen Beschäftigten in Deutschland täglich einen Teil ihrer Arbeitszeit vor dem Computer. „Ist der Arbeitsplatz nicht an die individuellen Bedürfnisse des Beschäftigten angepasst, kann es zu Verspannungen und Schmerzen im Nacken sowie zu Sehbeschwerden wie ermüdeten Augen kommen“, stellt die Bundesanstalt für Arbeitsschutz und Arbeitsmedizin (BAuA) fest. Sie hat als Arbeitshilfe für Unternehmen die Broschüre „Gutes Sehen im Büro. Brille und Bildschirm – perfekt aufeinander abgestimmt“ herausgebracht. Diese enthält praxisorientierte Empfehlungen, um solchen Beschwerden vorzubeugen. Dazu macht sie auch deutlich, wie sich die richtige Brille und der optimale Abstand des Monitors finden lassen. Zusammen mit weiteren ergonomischen Empfehlungen lässt sich der Bildschirmarbeitsplatz an die individuellen Bedürfnisse des Nutzers anpassen.

Zur individuellen Anpassung eines Bildschirmarbeitsplatzes schlägt die Broschüre ein Vorgehen in drei Schritten vor. Zuerst sind die Rahmenbedingungen wie beispielsweise Tisch, Stuhl, Tastatur und Maus ergonomisch richtig einzustellen und auszurichten. Anschließend erfolgt die Auswahl einer passenden Brille für die individuelle Tätigkeit, sofern eine Fehl- oder Alterssichtigkeit vorliegt. Im dritten Schritt wird der Abstand und Neigungswinkel des Monitors passend zur Brille festgelegt. So lassen sich anstrengende Haltungen vor dem Bildschirm vermeiden. Diese Vorgehensweise kostet zwar etwas Zeit und Mühe, anschließend stimmt jedoch die „visuelle Ergonomie“ auch für einen längeren Zeitraum.

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