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Impfen

Impflust oder Impffrust

Gesundheit | 04.11.2016

Impflust oder Impffrust? Foto: iStock/Rallef
Impflust oder Impffrust? Foto: iStock/Rallef

Der Winter steht bevor, Viruserkrankungen werden häufiger und mit der dunklen Jahreszeit kommt auch die Besorgnis um die eigene Gesundheit und die der Familie. Arbeitgeber können Arbeitsnehmer hier unterstützen - und manchmal müssen sie auch.

von Elisabeth Steiger

Impfungen sollen helfen, den Patienten vor Krankheiten zu schützen. Dafür wird der Körper aktiv oder passiv immunisiert, das heißt, das Immunsystem wird befä- higt, schnell auf Erreger zu reagieren. Somit kann eine Infektionskrankheit nur abgeschwächt oder gar nicht zum Ausbruch kommen. Mittlerweile ist es möglich, sich gegen eine große Anzahl von viralen und bakteriellen Krankheiten impfen zu lassen. Doch je mehr Impfstoffe angeboten und empfohlen werden, desto schneller steigt die Unsicherheit bei vielen Patienten. Die Zahl der Impfkritiker und -gegner nimmt zu. Sie bemängeln eine unzureichende Aufklärung über Risiken und zweifeln an der Notwendigkeit. Die Ursache dafür sind oft Ängste: vor Impfschäden, der Pharmaindustrie oder den Behörden. Die Folge davon ist das vermehrte Auftreten von Infektionskrankheiten, die durch Schutzimpfungen leicht vermieden werden könnten. Auch die Impffaulheit breitet sich aus: Laut einer Datenerhebung der Kaufmännischen Krankenkasse nahm beispielsweise die Zahl der Grippeschutz-Impfmuffel in den letzten fünf Jahren entscheidend zu.

Aufklärung schützt

Um dieser Entwicklung entgegenzuwirken, klärt die Bundeszentrale für gesundheitliche Aufklärung (BZgA) auf ihrer Homepage www.impfen-info.de über die Risiken auf, die dadurch entstehen, dass Impfungen verweigert oder vergessen werden. Mit der Kampagne „Deutschland sucht den Impfpass“, die derzeit beworben wird, sollen auch junge Leute angeregt werden, sich über die Bedeutung der Masernschutzimpfung klar zu werden und einen persönlichen Impfcheck zu machen. So soll das Wissen um den Nutzen der Impfungen in der Bevölkerung verankert und die Impfbereitschaft erhöht werden. Ziel der Kampagne ist es, die Ausbreitung von Masern durch einen kollektiven Impfschutz, die sogenannte Herdenimmunität, zu verhindern.

Geimpfte Arbeitnehmer – reduzierter Krankenstand

Eine weitere Aktion, welche die BZgA unterstützt, ist die „Wir kommen der Grippe zuvor“-Kampagne, die das Ziel hat, vor allem Risikogruppen wie Schwangere oder medizinisches Personal zu impfen. „Die echte Grippe, auch Influenza genannt, ist eine ernst zu nehmende Erkrankung. Sie wird durch Viren verursacht und kann sogar tödlich enden“, warnt Simone Riß von der Kaufmännischen Krankenkasse in Würzburg. Seit einigen Jahren werden daher in vielen Unternehmen Grippeschutzimpfungen kostenfrei für das Personal angeboten. Das nützt auch dem Arbeitgeber: Wenn möglichst viele Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter geimpft sind, reduziert sich der Krankenstand - und die Firma spart viel Geld. 

Laut dem Verband Deutscher Betriebs- und Werksärzte e.V. nutzen bereits viele Unternehmen die Möglichkeit, ihren Angestellten verschiedene Impfungen während der Mittagspause durch die Betriebsärzte zu verabreichen. Diese Maßnahme soll der Impfmüdigkeit der Beschäftigten entgegenwirken und eine möglichst flächendeckende Impfung der Bevölkerung gewährleisten. Sie bietet den Vorteil, dass dem Arbeitgeber und seinen Angestellten qualifizierte Ansprechpartner mit Impfkompetenz jederzeit zur Verfügung stehen. Die Kosten für den Arzt trägt der Arbeitgeber, die Impfdosen werden in der Regel von den Kassen übernommen. Auch regelmäßige Aufklärungskampagnen und Informationsveranstaltungen finden statt. 

Der Verband rät jedem Arbeitnehmer, der die Möglichkeit dazu hat, seinen Impfschutz regelmä- ßig vom Betriebsarzt überprüfen zu lassen. Dieser weiß nämlich genau, welche Impfungen individuell an das Arbeitsumfeld und das Infektionsrisiko des Beschäftigten angepasst und somit sinnvoll sind. 

Impfungen, die als Arbeitsschutzmaßnahmen gelten, müssen übrigens vom Arbeitgeber angeboten werden. Dies gilt beispielsweise bei berufsbedingten Auslandsreisen in Risikogebiete oder bei Berufen im Pflegebereich. Die Kosten dafür trägt das Unternehmen.

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