Steuern und Recht 2015
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BETRIEBSWIRTSCHAFT

Unternehmensbewertung

Expertentipps | 28.10.2015

Bildquelle: Magazin Steuern & Recht 2015
Bildquelle: Magazin Steuern & Recht 2015

Dipl.-Kfm. Robert Aumüller, Wirtschaftsprüfer und Steuerberater, gibt Einblick in das Thema Unternehmensbewertung.

von Dipl.-Kfm. WP/StB Robert Aumüller

1. Wann wird ein Unternehmen oder eine Praxis bewertet?

Die Anlässe einer Unternehmensbewertung sind vielseitig. Die Hauptanlässe sind:

  • Kauf oder Verkauf von ganzen Unternehmen/Praxen
  • Kauf oder Verkauf von Gesellschaftsanteilen
  • Eintritt oder Abfindung eines Gesellschafters
  • Bewertung für die Erbschafts-/Schenkungsteuer
  • Bewertung anlässlich von Scheidungen
  • Ermittlung des Wertes bei Fusionen/Spaltungen von Unternehmen/Gesellschaften
  • Schiedsgutachten bei Streitigkeiten der Gesellschafter

Entscheidend für die Unternehmensbewertung ist, aus wessen Sicht der Unternehmenswert berechnet werden soll. Im Gegensatz zu einer weit verbreiteten Meinung gibt es nicht „den“ Unternehmenswert. Gerade bei einem Unternehmensverkauf kann der subjektive Unternehmenswert des Verkäufers deutlich von dem abweichen, was das Unternehmen aus Sicht des Käufers wert ist. In anderen Fällen ist ein objektivierter Wert zu ermitteln.

2. Wie wird ein Unternehmen bewertet?

Wer den Wert eines Unternehmens bestimmen will, dem stehen verschiedene Berechnungsverfahren zur Verfügung. Einen ersten Anhaltspunkt bilden Multiplikationsverfahren, bei denen der Unternehmenswert berechnet wird, indem eine betriebliche Größe (z.B. Umsätze) mit einem Faktor multipliziert wird. Da individuelle Aspekte dabei ungenügend berücksichtigt werden, sind Unternehmensbewertungen meist nach dem Ertragswertverfahren oder nach dem Discounted-Cashflow-Verfahren durchzuführen. Beiden Methoden liegt der Gedanke zugrunde, dass der Unternehmenswert sich aus dem ergibt, was zukünftig als Ertrag erwirtschaftet und ausgeschüttet werden kann. Dabei ist zu berücksichtigen, ob und inwieweit dieser Ertrag auf den Erwerber übertragbar ist. Diese zukünftigen Überschüsse werden sodann auf den Zeitpunkt der Bewertung abgezinst.

3. Was ist mein Unternehmen wert?

Anhand der dargestellten Multiplikatoren (s. gedruckte Ausgabe, Seite 33) bekommen Sie einen Anhaltspunkt, was Ihr Unternehmen ungefähr wert sein könnte. Im Einzelfall ist dieses verallgemeinernde Verfahren jedoch nicht geeignet, um einen Unternehmenswert zutreffend abzubilden. Daher ist eine individuelle Bewertung unerlässlich.

Das Beispiel zur Berechnung des Unternehmenswerts finden Sie in unserer gedruckten Ausgabe auf Seite 33

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