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Blickpunkt Energiemanagment

Blockheizkraftwerke: Die effizienten Heizungen, die auch Strom liefern

Expertentipps | 01.10.2013

BHKW arbeiten nach dem Prinzip der Kraft-Wärme-Kopplung. Foto: BHKW Schwebheim
BHKW arbeiten nach dem Prinzip der Kraft-Wärme-Kopplung. Foto: BHKW Schwebheim

Blockheizkraftwerke bilden einen Pfeiler der Energiewende. Die Anlagen gewährleisten eine dezentrale Strom- und Wärmeerzeugung, werden meist mit Erdgas oder Bio-Erdgas betrieben und sind durch das Prinzip der Kraft-Wärme-Kopplung hocheffizient und besonders umweltschonend.

Blockheizkraftwerke (BHKW) arbeiten nach dem Prinzip der Kraft-Wärme-Kopplung und erzeugen gekoppelt Strom und Wärme. Die elektrische Energie wird über einen Generator produziert, den ein Verbrennungsmotor antreibt. Die dabei entstehende Abwärme, die im Motorblock anfällt und die im Abgas enthaltene Energie wird über einen Wärmetauscher entzogen und als Heizwärme genutzt.

Reduzierter Energieverbrauch und CO2-Ausstoß

Hinsichtlich ihrer Energiebilanz belegen BHKW im Vergleich zu anderen Heizsystemen den Spitzenplatz. Denn sie verbrauchen nur einmal Energie, um sowohl Strom als auch Wärme zu liefern. Stellt man diese Arbeitsweise der herkömmlichen Arbeitsaufteilung gegenüber, bei der ein Heizgerät die Wärme liefert und der Strom von einem zentralen Kraftwerk bezogen wird, so reduziert ein BHKW den Energieverbrauch um circa ein Drittel und senkt den CO2-Ausstoß um rund die Hälfte. In der Regel werden Blockheizkraftwerke mit Erdgas betrieben. Wird der bereits emissionsärmste fossile Brennstoff durch Bio-Methan ersetzt, verbessert sich die CO2-Bilanz nochmals deutlich.

Leistungsgrößen nach Bedarf

BHKW findet man in verschiedenen Leistungsgrößen von 1 kW bis zu 70 kW elektrischer Leistung und darüber hinaus. Die Nano- oder Mikro–Blockheizkraftwerke mit kleinen Leistungszahlen eignen sich für den Einsatz in Ein- oder Zweifamilienhäusern. BHKW mit hoher Leistung können Wärme und Strom für große Industriebetriebe oder ganze Wohngebiete liefern.

Contracting hilft die Anschaffungskosten zu tragen

Für einen wirtschaftlich sinnvollen Einsatz eines BHKW sollten lange Laufzeiten realisiert werden, damit sich die Investitions- und Betriebskosten amortisieren. Für Betriebe und öffentliche Einrichtungen, aber auch private Haushalte, die auf die moderne Energieversorgung zurückgreifen möchten, ohne die hohen Anschaffungskosten zu tragen, stellt Contracting eine interessante Alternative dar. Auch die Gasversorgung Unterfranken GmbH bietet Wärmecontracting an. Erst vor Kurzem wurde auf diese Weise am Standort Friedrich-Bergius-Ring des Kunststoff-Zentrum SKZ Würzburg ein BHKW realisiert. Die Anlage produziert mit einer elektrischen Leistung von 70 kW und einer thermischen Leistung von 115 kW jährlich rund 410.000 kWh Strom und 690.000 kWh Wärme. Mit der anfallenden thermischen Energie wird geheizt und im Sommer die feuchte Luft für die Klimatisierung der Laborräume getrocknet. Der Strom wird unter anderem für die vielen energieintensiven Langzeitprüfungen genutzt.

Damit setzt das größte deutsche Kunststoff-Institut nicht nur im Bereich Kunststoff auf zukunftsweisende Lösungen, sondern geht auch bei der Energieversorgung mit gutem Beispiel voran.

von Dipl.-Ing. (FH) Thomas Merker, Geschäftsführer der Gasversorgung Unterfranken GmbH

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