Umwelt und Energie
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Blickpunkt Energiemanagement

Energiesparen allein genügt nicht

Expertentipps | 01.10.2013

„Ressourceneffiziente Anlagen“ waren das Thema der Tagung "Anlagenbau der Zukunft". Foto: Fraunhofer
„Ressourceneffiziente Anlagen“ waren das Thema der Tagung "Anlagenbau der Zukunft". Foto: Fraunhofer

Die Tagung „Anlagenbau der Zukunft“ ist bei den führenden Köpfen der Chemie- und Prozessindustrie sowie der Energietechnik und der damit verbundenen Forschungseinrichtungen ein Pflichttermin im Kalender.

Über Partnerschaftskonzepte haben sie dort firmen- und fakultätsübergreifend schon genauso diskutiert wie über „Virtual Engineering“. Und diesen März nun in Magdeburg, bei der siebten Auflage des im Jahr 2000 gestarteten Fachdialogs, gaben sie sich auf Initiative des Fraunhofer IFF „Ressourceneffiziente Anlagen“ als Thema. Wobei ziemlich schnell klar wurde, dass die Ressource Energie das meiste Potenzial bietet, um einen Effizienzhebel anzusetzen.

Innovative Methoden stehen im Mittelpunkt

Einig waren sie sich, dass Ressourceneffizienz beim Planen, Bau und Betrieb von Anlagen riesige Potenziale birgt. „Planer, Hersteller und Betreiber von Anlagen müssen diese Potenziale identifizieren und nutzen. Neue Methoden, Werkzeuge und Best-Practice-Beispiele stehen im Mittelpunkt der Tagung“, beschrieb Prof. Michael Schenk, Institutsleiter des Fraunhofer-Instituts für Fabrikbetrieb und -automatisierung, IFF, den Grundgedanken dessen, was Wirtschaft und Wissenschaft auf dem Kongress zusammenführt.

Erzeugungsorientierte Energiespeicherung und –nutzung

Neben den steigenden Rohstoffpreisen und dem für 2022 terminierten Abschalten der letzten deutschen Kernkraftwerke verlange auch die Volatilität der erneuerbaren Energien zudem neue innovative Ansätze und Lösungen für die Energiespeicherung und -nutzung aller Art. Schenk verfolgt einen ganzheitlichen Ansatz: „Beispiel Elektroenergie: Die bisherigen Einsparungen reichen nicht aus. Wir müssen uns mittelfristig von der verbrauchsorientierten Erzeugung verabschieden und einen erzeugungsorientierten Verbrauch erreichen.“ Für die Praxis könne das beispielsweise bedeuten, dass nicht mehr nur die Einzelanlage betrachtet wird, sondern das gesamte Unternehmen bis hin zum kompletten Industriepark. Abprodukte einer Anlage könnten dann als Rohstoffquelle für andere, dort ansässige oder sich ansiedelnde Unternehmen dienen. Schon bei der Entwicklung von Industrie- und Gewerbegebieten sollte auf solche Synergien verstärkt geachtet werden.

Modulare Konzipierung der Anlagen

Ein weiterer Lösungsansatz besteht nach Ansicht des Forums darin, Anlagen modular zu konzipieren. Damit wird sichergestellt, dass Anlagen trotz volatiler Marktsituation immer im optimalen Betriebspunkt gefahren werden. Diese He­rausforderung besteht nicht nur für Standorte auf der grünen Wiese, sondern gleichermaßen für Tausende von Anlagen im weltweiten Bestand von Konzernen.

Individuell angepasste und ressourcensparende Technologien

Der Weg zur ressourceneffizienten Anlage führt für jede Anlage und jedes Unternehmen zu individuellen Lösungen. Ein Patentrezept gibt es nicht, aber eine neue strategische und operative Aufgabe im Unternehmen: Energie­management. Denn jetzt kommt es darauf an, all­gemein nutzbare Methoden, Werkzeuge und Vorgehensmodelle zu identifizieren, mit denen die individuellen Ziele und Arbeiten jedes Unternehmens auch künftig zuverlässig umsetzbar sind. Jetzt sind überall ressourcensparende Technologien gefragt. „Für Deutschlands Unternehmen ergeben sich daraus große Chancen für den Export“, ist Sascha Hermann, Geschäftsführer der VDI Zentrum Ressourceneffizienz GmbH in Berlin, überzeugt.

Wettbewerbsnachteile aufgrund ansteigender Strompreise

Eine Ansicht, die auch Dr. Volker Breisig, Partner im Bereich Utilities&Regulation bei PwC Deutschland, teilt, der gerade eine Studie seines Hauses zum Thema Energiemanagement präsentiert hat: „Neben dem Energiehunger der asiatischen Staaten wird sich auch die atomare Katastrophe in Fukushima und der damit in Verbindung stehende Ausstieg Deutschlands aus der Kernenergie bei der Entwicklung der inländischen Strompreise weiterhin bemerkbar machen. Dies kann mittelfristig zu Wettbewerbsnachteilen für Unternehmen in Deutschland führen.“ Denn hier würden rund 44 Prozent der Umsätze von Branchen erwirtschaftet, in denen Energie von strategischer Bedeutung ist, mehr als in allen anderen westlichen Industrienationen.

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