Heiligenfeld GmbH

Heiligenfelder Gespräch: "Sanfte Traumaverarbeitung"

Bad Kissingen | 02.05.2017

Heiligenfelder Gespräch: "Sanfte Traumaverarbeitung"
Bildquelle: Heiligenfeld GmbH

Am Mittwoch, dem 26. April, fand das Heiligenfelder Gespräch zum "Sanfte Traumaverarbeitung" im Heiligenfeldsaal der Parkklinik Heiligenfeld statt.

In ihrem Vortrag ging Gabriele Kahn, Diplom-Psychologin aus Berlin, darauf ein, welche Folgen Traumata im Erwachsenenalter haben können, wenn diese im Kindesalter unbehandelt blieben. "Traumata wollen verarbeitet werden", so die Psychologin.

Und weiter: "Die werden sich irgendwann wieder melden." Im Gegensatz zu den meisten derzeit angebotenen Traumatherapien, die mit verschiedenen Formen von Exposition arbeiten, wendet Kahn ihre selbst entwickelte Methode das Innere-Kinder-Retten an. Bei der Traumaexposition wird das Trauma noch einmal durchlebt. Begründung für diese Form der Behandlung ist, dass das Gehirn dadurch Gewissheit darüber erlangt, dass das Trauma tatsächlich vorbei sei – im Fokus steht also das Fühlen und nicht das Wissen. Unterstützt wird diese Vorgehensweise von stabilisierenden Maßnahmen. In schwerwiegenden Fällen werden auch nur stabilisierende Maßnahmen angewandt, da die Traumata entweder nicht wirklich erreicht werden, weil die Psyche sich davor schützt oder die heftigen, bedrohlichen Traumagefühle das Bewusstsein überfluten, was nicht Heilung, sondern Retraumatisierung bedeutet.

Das Trauma integrieren

Anders verhält es sich bei der Innere-Kinder-Retten-Methode. Laut Kahn handelt es sich dabei um eine sehr sanfte Methode, wenngleich ihrer Meinung nach die Annahme vorherrscht, dass es "sanft und Trauma eigentlich nicht gibt". Das Besondere daran ist, dass das Trauma integriert wird, anstatt den Patienten noch einmal damit zu konfrontieren oder ihn ausschließlich zu stabilisieren. Gabriele Kahn arbeitet hier mit positiver Imagination. Zusätzlich zum inneren sicheren Ort des Erwachsenen wird ein zweiter, separater sicherer Ort für Kindanteile geschaffen. "Ich sorge dafür, dass es kein realer Ort ist und lasse einen imaginierten, sehr schönen Ort herstellen", erklärt die Psychologin. Dorthin werden die traumatisierten "Kinder" gerettet und entsprechend unterstützt – gute Vorbereitung und sorgfältige Ausführung sowie eine Grundstabilisierung sind hier unabdingbar. Nach dem Retten können die dissoziierten, also die abgespaltenen Anteile integriert werden. Betroffene Erwachsene kommen bei dieser Vorgehensweise nicht mit ihren Kindheitstraumata in Berührung. Eine Retraumatisierung kann ausgeschlossen werden. Selbst bei Kontakt mit Triggern besteht kaum Gefahr, dass Symptome zurückkehren. Diese äußern sich etwa in Ängsten, Panik ohne erkennbaren Anlass, Albträume, Überreaktionen im Alltag, Somatisierungen etc. Das Innere-Kinder-Retten, dessen Wirksamkeit unter anderem auf der Beteiligung der Spiegelneuronen im Gehirn begründet ist, lässt sich mit jeder bekannten Traumatherapiemethode kombinieren.

 

Über das Unternehmen

Die Akademie Heiligenfeld ist eine Bildungseinrichtung, die fachliche, persönliche und spirituelle Weiterentwicklung von Einzelpersonen, Institutionen und Unternehmen fördert. Bildung inmitten von Leben - unter diesem Titel bietet die Akademie Heiligenfeld Seminare und Fortbildungen im Themenfeld "Lebenskunst" mit den Schwerpunkten Kunst und Ausdruck, Tanz und Musik, Spiritualität und Selbstfindung sowie im Themenfeld "Wir" mit dem Fokus auf Partnerschaft und Beziehung an. Die Akademie Heiligenfeld möchte Menschen auf ihrem Weg zu mehr Lebendigkeit, Kreativität und Liebe in allen Lebensphasen begleiten und versteht Bildung als lebenslangen Prozess des Lernens, des Entwickelns und der Entfaltung. Neben den selbsterfahrungsorientierten Seminaren qualifiziert die Medizinische Akademie auf ganzheitlicher Weise in der Psychotherapie, Psychosomatik, Medizin, Pflege und Gesundheitswirtschaft. Darüber hinaus veranstaltet die Akademie Heiligenfeld jährlich einen großen Kongress mit mehr als 1.000 Teilnehmern sowie Symposien und Fachtagungen und lädt zu öffentlichen Vorträgen im Rahmen der Heiligenfelder Gespräche ein.

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