Bad Kissingen | 10.06.2011

Netzwerk Forst und Holz Unterfranken gegründet
Unterfranken ist reich an Holzvorkommen, das sich in idealer Weise für zeitgemäßes Bauen und Wohnen sowie zur Wärmegewinnung eignet. Doch nur rund die Hälfte des heimischen Hochleistungswerkstoffs aus der Natur wird bisher genutzt.
Der soeben gegründete Verein „Netzwerk Forst und Holz Unterfranken“ soll nun Know-how und Kompetenzen der vielen Akteure vom Waldbesitzer, Forstbetrieb über den Architekten bis zum Heizungsbauer bündeln.
Alle ziehen an einem Strang
Ziel ist ein optimierter Informations- und Erfahrungsaustausch in der Branche, so dass die Ressourcen für das umweltfreundliche Kreislaufprodukt noch besser ausgeschöpft werden. Zur Unterstützung werden Mittel aus dem europäischen Förderprogramm Leader beantragt. Auf Initiative von Bad Kissingens Landrat Thomas Bold konnten alle unterfränkischen Landkreise und kreisfreien Städte für das Projekt gewonnen werden.
Netzwerk umspannt ganz Unterfranken
Regierungspräsident Paul Beinhofer hatte höchstpersönlich der Gründungsversammlung des Vereins Netzwerk Forst und Holz Unterfranken beigewohnt und so die Bedeutung dieses Wirtschaftssektors für die Region zum Ausdruck gebracht. Prominent besetzt ist auch der Vorsitz der neuen Gruppierung. Zum ersten Vorsitzenden wurde Landrat Thomas Bold, Bad Kissingen gewählt, 2. Vorsitzender wurde Bürgermeister Josef Mend, Iphofen. Als Beisitzer fungieren der FVU-Vorsitzende Bürgermeister Wolfgang Borst, Hofheim, LFD Klaus Bernhardt, AELF Karlstadt, Dr. Gerald Heimann, GF ZENTEC GmbH (Region Bayerischer Untermain), Walter Heußlein, Stv. Präsident der Handwerkskammer Unterfranken sowie Konrad Bonengel, Landkreis Schweinfurt.
Beiräte bereits gewählt
Als Beiräte wurden gewählt: FD Stephan Thierfelder (AELF Schweinfurt), Wolfgang Filippi (Bayernhafen Aschaffenburg), Bernhard Weiler (BBV-Präsident Unterfranken), Wolfram Vorndran, Bad Brückenau (Vertreter der Sägewerke), Jürgen Baier, Neuwirtshaus, (Unternehmen Holzhandel), Oskar Herbert, Leutershausen (Architekt), Hubert Weikhart, Arnstein (Vertreter der Bayer. Staatsforste), Werner Paltian, Motten, (Kreishandwerksmeister), Dr. Jürgen Bauer, Cluster Forst & Holz Bayern.
Das Netzwerk umspannt bereits bei der Gründung alle neun Landkreise, drei kreisfreie Städte und sieben Leader-Regionen; somit ist der gesamte Regierungsbezirk Unterfranken erfasst. Dies ist in dieser Form als Leader-Projekt erstmalig der Fall.
Gute Voraussetzungen für bessere Holznutzung
„Die Branche Forst und Holz sichert in Unterfranken bereits 20.000 Arbeitsplätze vorwiegend in Mittelstand und Handwerk und ist damit bezogen auf den Umsatz zweitstärkster Arbeitgeber“, unterstrich Thomas Bold, Landrat des Landkreises Bad Kissingen, bei der Vorstellung des Netzwerkes. Als einziger Regierungsbezirk Bayerns besitzt Unterfranken mehr Laub- als Nadelholz.
Ebenso ist der Anteil am Körperschaftswald größer als am Privatwald. Besondere Entwicklungsmöglichkeiten lägen deshalb im verstärkten Einsatz von Laubholz für das Bauwesen und in der weiteren Mobilisierung des Rohstoffvorkommens Holz. „Pro Sekunde wächst in Bayern ein Festmeter Holz nach“, betonte Landrat Bold im Rahmen der Projektvorstellung. Vorteilhaft für die optimierte Nutzung des natürlichen Rohstoffs ist zudem die zentrale Lage von Unterfranken sowie die ausbaufähigen erfolgreichen regionalen Forst- und Holzmessen wie z.B. die Holz- und Energietage in Oberthulba und Oberelsbach, führte Landrat Bold aus.
Wissenstransfer fördern
Das neue Netzwerk Forst und Wald soll nun den Wissenstransfer innerhalb der Akteure in der Branche durch eine intensivere Kooperation optimieren. Für die professionelle Weiterentwicklung und Qualifizierung der Branche sei es besonders wichtig, neue Erkenntnisse aus Wissenschaft und Forschung auch hier in der Region umzusetzen. Ziel müsse es auch sein, größere Förder-, Forschungsprojekte oder Leuchtturmprojekte nach Unterfranken zu holen. Weiterhin gilt es neue Wege zu finden, das Rohstoff- und Nutzungspotenzial „Holz“ auch im Sinne des Klimaschutzes weiter zu erschließen und das Branchenimage öffentlichkeitswirksam zu erhöhen. Dafür sollen „Runde Tische“, Fachveranstaltungen, Informationsmaterial, Messeauftritte, Pressearbeit u.v.m. sorgen, führte Landrat Bold aus.
Öffentlichkeitsarbeit und Veranstaltungen geplant
Für die Umsetzung der geplanten Maßnahmen wird ein Netzwerkmanagement zunächst befristet für drei Jahre eingestellt. Dieses wird eine zentrale Branchendatenbank aufbauen, Kooperationen initiieren, drei bis vier zentrale Veranstaltungen pro Jahr organisieren, eine enge Zusammenarbeit mit Wissenschaft und Forschung aufbauen und für eine verstärkte Öffentlichkeitsarbeit sorgen. Für das Netzwerkmanagement und die Netzwerkmaßnahmen werden zunächst für drei Jahre über die federführende Leader-Aktionsgruppe Bad Kissingen Mittel aus dem EU- Förderprogramm Leader beantragt, Seitens des bayerischen Clusters Forst und Holz gibt es bereits eine Unterstützungszusage und Mittelbereitstellung für die Übernahme von Veranstaltungskosten. Die restlichen Mittel werden von den unterfränkischen Landkreisen und kreisfreien Städten sowie von der Zentec GmbH (stellvertretend für das Gebiet Bayerischer Untermain) aufgebracht. Die Wirtschaftsförderung des Landkreises Bad Kissingen und Regionalmanagement der beiden Landkreise Bad Kissingen und Rhön-Grabfeld haben in einem intensiven Prozess die Grundsteine für das Netzwerk gelegt und die Netzwerkmaßnahmen gemeinsam mit den Branchenvertretern und weiteren Verantwortlichen entwickelt.
HINTERGRUND:
Strukturwandel in der Holzbranche sorgt für große Herausforderung
Klimawandel, Globalisierung und Konzentrationsprozesse vor allem in den Großsägewerken – das sind die Stichworte, die die Forst- und Holzbranche vor einen tiefgreifenden Strukturwandel stellt. Die gute Nachricht: Die globale Nachfrage nach Holz wird weiter steigen. Massivholz wird hierbei ebenso gefragt sein wie Zellstoff und Holzwerkstoffe. In verstärktem Maße wird Holz für die energetische Verwertung benötigt. Deutschland kann an diesem Wachstum teilhaben. Um die verstärkte Nachfrage zu befriedigen, müssen die Waldbesitzer weiter mobilisiert werden. Denn derzeit werden nur ca. 57% der Waldholzpotenziale genutzt. Das Netzwerk Forst und Holz soll nun Partnerschaften, Kooperationen und Wissenstransfer fördern, um gemeinsam die Branche weiter zu stärken. Ebenso soll eine professionellere Öffentlichkeitsarbeit dazu beitragen, Forschungs- und Fördermittel einzuwerben.
Bildunterschriften:
Der soeben gegründete Verein „Netzwerk Forst und Holz Unterfranken“ soll die Nutzung von heimischem Holz fördern. Der Gründungsversammlung bei der Regierung von Unterfranken wohnten bei (v.l.n.r.): Regierungspräsident Dr. Paul Beinhofer; Wolfgang Fuchs, Leader-Manager; Wolfgang Borst, Bürgermeister Hofheim (1. Beisitzer), Klaus Bernhart, AELF Karlstadt (2. Beisitzer), Thomas Bold, Landrat Landkreis Bad Kissingen (1. Vorsitzender), Konrad Bonengel, Landkreis Schweinfurt (5. Beisitzer), Josef Mend, Bürgermeister Iphofen (2. Vorsitzender), Dr. Gerald Heimann, GF ZENTEC GmbH, Aschaffenburg (3. Beisitzer), Walter Heußlein, stv. Präsident HWK Unterfranken (4. Beisitzer). Foto: Regierung von Unterfranken
Über ganz Unterfranken erstreckt sich das soeben gegründete Netzwerk Forst und Holz. Die offene Plattform lädt zu Kooperation, Wissenstransfer und Austausch ein, um das Branchenimage zu stärken und die Nutzungs- und Absatzpotenziale zu intensivieren.
Abb. Regierung von Unterfranken

Die unterfränkische Forst- und Holzbranche will künftig viel stärker am weltweiten Marktwachstum der Holzverwendung und -verarbeitung teilnehmen und so ... [zum Artikel »]

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