Main-Spessart | 29.07.2010
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Drei Tage haben sechs Schülerinnen und Schüler der St. Nikolaus-Schule Marktheidenfeld-Lohr im Ausbildungszentrum der Bosch Rexroth AG in Lohr erlebt.
Vor Kurzem nutzten sie die Gelegenheit, praktische Erfahrungen an der Werkbank zu sammeln und sich im Arbeiten mit dem Werkstoff Metall zu üben. Mit Rat und Tat standen ihnen sieben Auszubildende des Steuerungs- und Antriebsspezialisten unter Leitung von Ausbilder Alois Kessler zur Seite. Das unter dem Namen Smile (Soziales Miteinander im Leben entwickeln) laufende Projekt fand zum zweiten Mal statt.
Eingeladen wurden die Jugendlichen der St. Nikolaus-Schule auf Wunsch der Auszubildenden von Bosch Rexroth. Diese hatten im Herbst 2009 im Rahmen einer "Sozialen Woche" auf freiwilliger Basis fünf Tage lang in dem Förderzentrum für Menschen mit Behinderungen gearbeitet und den Umgang mit ihnen erlebt. Ziel dieses jährlich stattfindenden und im Ausbildungsplan verankerten Projekts ist es, dass die Auszubildenden lernen, Hemmschwellen abzubauen und sich in die Probleme und Lebensumstände der behinderten Jungen und Mädchen hineinzuversetzen.
Erfreut stellten die St. Nikolaus-Schüler an ihrem ersten Praktikumstag fest, dass sie von vertrauten Gesichtern begrüßt wurden. Sie kannten die Auszubildenden Isabell Werthmann, Markus Skrobanek, Ines Reusch, Julia Grahl, Benjamin Lammler, Ralf Marshall und Julian Lindner noch aus der "Sozialen Woche". "Das Kennen der Bezugspersonen erleichtert unseren Schülerinnen und Schülern das Wohlfühlen in fremder Umgebung und baut von Anfang an Hemmungen ab", erläutert Ilse Amend, die die Jugendlichen vonseiten der St. Nikolaus-Schule begleitete.
Im Verlauf des Kurzpraktikums, das täglich von 8:45 bis 15:00 Uhr dauerte, fertigten die 16- bis 17-jährigen Mädchen und Jungen selbstständig eine Lampe aus Aluminium und Stahl. Angeleitet wurden sie bei den verschiedenen Arbeitsschritten von den Auszubildenden des Unternehmens. "Es ist schön zu erleben, mit welch einer Eigenmotivation und Selbstverständlichkeit die Azubis dieses Projekt umsetzen", sagt Egon Birkenmaier, Leiter der gewerblich-technischen Ausbildung bei Bosch Rexroth in Lohr.
Sämtliche Beteiligten schilderten ihre Erfahrungen am Freitagnachmittag während einer Abschlusspräsentation, bei der auch die Eltern der Schüler zu Gast waren. "Praktika, wie das bei Bosch Rexroth, eröffnen den Schülerinnen und Schülern der St. Nikolaus-Schule vielfältige Perspektiven für ihre Lebensgestaltung und Zukunftsplanung. Sie helfen mit, eine berufliche Tätigkeit zu finden, in der die eigenen Fähigkeiten entwickelt werden können. Somit tragen die Praktika dazu bei, die Jugendlichen auf das Erwachsenenalter mit größtmöglicher Teilhabe am Leben in der Gesellschaft vorzubereiten", sagt Johannes Teichmann, Schulleiter der St. Nikolaus-Schule.
Bosch Rexroth hat im Jahr 2008 für das kombinierte Projekt mit der St. Nikolaus-Schule "Soziale Woche"/ Smile den Hermann-Schmidt-Preis vom Verein "Innovative Berufsbildung" erhalten.
Im Herbst dieses Jahres werden wieder zahlreiche Auszubildende von Bosch Rexroth in verschiedenen Einrichtungen für Menschen mit Behinderungen in der Region ihre freiwillige "Soziale Woche" absolvieren - und sicherlich wieder Smile-Praktikanten zum Gegenbesuch einladen.
Die Bosch Rexroth AG ist einer der weltweit führenden Spezialisten von Antriebs- und Steuerungstechnologien. Für über 500.000 Kunden entstehen unter der Marke Rexroth maßgeschneiderte Lösungen zum Antreiben, Steuern und Bewegen. Bosch Rexroth ist Partner für die Anlagenausrüstung und Fabrikautomation, für mobile Arbeitsmaschinen sowie für die Nutzung regenerativer Energien. Als The Drive & Control Company entwickelt, produziert und vertreibt Bosch Rexroth seine Komponenten und Systeme in über 80 Ländern. Das Unternehmen der Bosch-Gruppe erzielte 2009 mit 34.200 Mitarbeitern einen Umsatz von rund 4,1 Mrd. Euro.