Höhen und Tiefen

Matthias Kaul unter erschwerten Bedingungen auf dem Lausitzring

Rhön-Grabfeld | 25.08.2010

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Auf dem Eurospeedway Lausitz fanden die Saisonläufe elf und zwölf der ADAC Procar statt. Nach dem Sieg am Salzburgring waren Matthias Kaul und sein Team natürlich auch hier am Start.

Aufgrund der Top Platzierungen der vergangenen Veranstaltung mussten 60 Kilogramm Handicap-Gewicht in den Opel Astra GTC zugeladen werden. Dennoch war man zuversichtlich, auch an diesem Rennwochenende erneut aufs Podium zu fahren.

Bei trockener Fahrbahn, aber kühler Witterung, stand bereits am Freitag das erste freie Training auf dem Programm. Nach zwei Einroll-Runden auf der Strecke hatte sich der junge Kfz-Techniker-/Meister die Schlüsselstellen eingeprägt, wollte er sich doch an das Limit seines Opel Astra herantasten. Doch in der dritten Runde musste der Rookie unplanmäßig die Boxengasse ansteuern, weil bei einem Schaltvorgang kurzzeitig kein Vortrieb mehr vorhanden war. Da die Mechaniker nichts Gravierendes feststellen konnten, wechselte man aus Sicherheitsgründen die Starterbatterie. Als der junge Ostheimer erneut auf die Strecke ging, um auszuprobieren, ob das Renngerät nun einwandfrei funktioniert, führte der nächste Weg dann erneut direkt zum Team, da das Problem noch nicht behoben war. Nach weiteren technischen Überprüfungen konnte man den Fehler eingrenzen und das Problem beseitigen.

Das zweite Training stand dann am Samstagmorgen an. Hier ging das 26köpfige Starterfeld der ADAC Procar Serie früh morgens auf die 3.400 km lange Rennstrecke in der Lausitz. Da es in der Nacht sehr stark geregnet hatte, war die Strecke relativ schmierig und noch teilweise mit Wasserlachen geprägt. Dies sollte den Fahrer des Racing Team Kaul aber nicht hindern, eine gute Zeit mit seinem Opel zu fahren. Doch die Pechsträhne hatte einfach kein Ende, Matthias musste bereits in seiner ersten schnellen Runde sein Renngerät mit einer angerissenen Antriebswelle am Streckenrand abstellen.

Nach dem Einschleppen zum Team konnte man den Schaden sofort beheben, sodass das Renngerät für das Zeittraining am Abend wieder einsatzbereit war. Da Petrus ab und an die Schleusen öffnete, konnte man nicht sagen, ob das Zeittraining auf trockener Fahrbahn stattfand. Denn das Wasser lief noch an manchen Stellen über die Straße, doch konnte man mit Trockenreifen auf die Strecke gehen. Jetzt schien der Opel von Matthias gut zu laufen. Trotz des enormen Trainings-Rückstands konnte Matthias Runde um Runde schnellere Zeiten vorlegen, was am Ende mit dem dritten Startplatz mit nur 0.742 sek. Rückstand für sich sprach.

Nach diversen Feinabstimmungen am Rennfahrzeug, wollte man dann im Rennen ganz nach vorne fahren. Im Warm-up am Sonntagmorgen konnte der junge Ostheimer dies dann schon einmal in die Tat umsetzen und mit einer Zeit von 1.38.503 sek. dominieren, was er in den beiden bevorstehenden Rennen natürlich genauso fortsetzen wollte. Doch der gesundheitlich angeschlagene Matthias wusste bis kurz vor Rennbeginn nicht, ob er hier in der Lausitz an den Start gehen kann. Doch bis zu Rennstart hat sich Matthias wieder ein wenig erholt, um sein Renngerät an den Start zu bringen und sich weitere Punkte für die Meisterschaft einzufahren.

Natürlich blieb die ADAC Procar Serie auch an diesem Wochenende nicht vom Regen erspart und kurz vor dem Rennstart begann es plötzlich wie aus Eimern zu schütten. Trotz einer kurzen Startverzögerung war der Regenschauer nur von kurzer Zeit, und die Sonne zeigt sich von der besten Seite. Während der Verzögerung entschloss man sich, die Trockenreifen zu montieren, um zu Rennmitte dann die wesentlich schnelleren Zeiten im Gegensatz zu den Piloten auf Regenreifen zu fahren. „ Die Strecke trocknete an vielen Stellen unwahrscheinlich schnell ab, jedoch lief an einigen Passagen noch enorm viel Wasser über die Strecke, was es mir sehr schwer machte, mein Renngerät auf der Strecke und meine Konkurrenten hinter mir zu halten“. berichtete der KfZ-Techniker-/Meister nach dem ersten Rennlauf, den er auf Position fünf beendete. Von Startplatz fünf aus gingen Matthias und das internationale Starterfeld in den zwölften Wertungslauf der Saison 2010. „ Ich hatte einen sehr guten Start und konnte mich aus allen heraushalten. In harten Duellen konnte ich mich weiter nach vorne kämpfen, wobei ich jedoch das Fahrzeug ein wenig beschädigt habe.“ Auf Platz drei liegend, beendete Matthias Kaul vier Runden vor Schluss das zwölfte Meisterschaftsrennen der Saison 2010 in der ADAC Procar Serie aus gesundheitlichen Gründen. – leider diesmal ohne Meisterschaftspunkte.

Aber Aufgeben gibt es nicht – weiter geht' s am 4. und 5. September 2010 in Oschersleben – als Highlight im Rahmenprogramm der WTCC (Tourenwagen-Weltmeisterschaft). „Drückt uns alle feste die Daumen, damit Matthias Kaul die Saison noch gut beenden kann“, bat Teamchef Rüdiger Kaul.

 

Bildunterschrift:

Die beiden Läufe auf dem Lausitzring absolvierte Nachwuchsfahrer Matthias Kaul gesundheitlich stark angeschlagen. Bei immer wieder einsetzendem strömenden Regen reichten die Kräfte diesmal nicht, um ganz durchzuhalten. Foto: Thomas Simon