Ingenieurbüro Gundelach

Moderne Energieerzeugung mit langfristiger Kostenersparnis

Rhön-Grabfeld | 09.12.2013

Foto Gundelach / Bild 1
weitere Bilder
Foto Gundelach / Bild 1

Das Ingenieurbüro Gundelach aus Wildflecken plante für einen Automobilzulieferer in der Oberpfalz eine Anlage zur Kraft-Wärme-Kälte-Kopplung (KWKK) zwecks Energieeinsparung.

 

Lediglich 16 Monate vergingen von der ersten Idee bis zur Inbetriebnahme des neuen Blockheizkraftwerks. Ralf Gundelach, Geschäftsführer des gleichnamigen Ingenieurbüros in Wildflecken (Landkreis Bad Kissingen), präsentierte am 10. Oktober den Führungskräften der Niederlassung die von seinem Büro konzipierte Anlage. Die offizielle Einweihung mit Gästen aus der Politik fand vor kurzem statt. Das neue Blockheizkraftwerk (BHKW) dient der Strom- und Wärmeerzeugung. Die Abwärme des BHKW wird im Winter zur Gebäudeheizung und im Sommer mit Hilfe von zwei Absorptionskältemaschinen zur Kühlung genutzt. 

Die richtigen Komponenten wählen

Der Neubau der Energiezentrale ging einher mit dem Bau einer neuen Fertigungshalle. Das innovative Element bei diesem Projekt war für den Ingenieur nicht unbedingt die Stromerzeugung durch ein BHKW oder die Kälteerzeugung durch die Absorptionsmaschine. Beide Verfahren existieren schon lange und sind „Stand der Technik“. Die Herausforderung lautete, die richtigen Komponenten auszuwählen und zu einer Gesamtanlage zusammenzuführen. „Jede Technik ist für sich alleine betrachtet oft nicht wirtschaftlich, eine Amortisationszeit von mehr als drei Jahren ist in der Industrie meist ein K.O. -Kriterium bei einer Investition“, so Gundelach.

Synergieeffekte genutzt

Daher hat das Ingenieurbüro im Wissen um die Synergieeffekte den Einsatz der beiden Energieerzeuger kombiniert, zumal man am Standort sehr günstige Rahmenbedingungen vorfindet. Ralf Gundelach: „Ein ganzjährig hoher Strombedarf und höhere Beschaffungskosten in Zukunft, Wärmebedarf im Winter und Kältebedarf zur Kühlung der Maschinen – all das macht die Investition in eine ´KWKK-Anlage` so lohnenswert“. Das Ergebnis st erfreulich: Bei diesem Projekt liegt die Amortisationszeit bei weniger als drei Jahren.

Optimale Anlagenkonfiguration mithilfe von Software-Szenario

Umso anspruchsvoller war die Ausgangslage bei der Planung. Das Ingenieurbüro erstellte eigens eine Software, mit der sich verschiedene Kombinationen von Wärme- und Kälteerzeugern simulieren lassen. Die Software berücksichtigt verschiedene Szenarien, darunter schwankende Energiepreise, eine unterschiedliche Auslastung der Fertigung sowie verschiedene Einsatzweisen des BHKWs, etwa strom- oder wärmegeführt – und stellte diese in Relation zu den Energiekosten. Auf diese Weise wurde die optimale Anlagenkonfiguration ermittelt. „Diese komplexen Zusammenhänge wurden in Echtzeit während der Präsentation simuliert. So haben wir den Projektverantwortlichen eine gute Entscheidungsgrundlage gegeben“, erläutert Gundelach. Für ihn ist die Demonstration komplexer Zusammenhänge anhand von Szenarien eine Kernkompetenz des eigenen Unternehmens. 

Drei große Vorteile durch neue Energiezentrale

Das vorrangige Ziel der neuen Energieanlage ist es, die Kosten für den Wärme und Kältebedarf zu senken. Die beiden BHKW-Module produzieren Strom und Wärme, die beiden Absorptionskältemaschinen wandeln die BHKW-Wärme im Sommer in Kälte um. Für die Spitzenlast der Kälteerzeugung stehen zusätzlich drei Kompressionskältemaschinen zur Verfügung. Im Winter wird die Kälte für die Produktion über einen Freikühler direkt mit der kalten Außenluft erzeugt. Für den Betrieb all dieser Kältemaschinen sind zusätzlich noch Rückkühler notwendig, die auf dem Dach der Energiezentrale angeordnet sind.

Ein weiterer Vorteil der neuen Anlage liegt auf der Hand: Man hat die Option, zumindest einen Teil der Produktion vom öffentlichen Netz unabhängig zu machen. Nicht zuletzt ist auch die Umwelt Nutznießer, denn die Belastung durch CO2 sinkt deutlich.

Kurze Planungsphase

Über die kurze Planungsphase und das schnelle Genehmigungsverfahren hat sich auch Ralf Gundelach gefreut. „Alle Projektbeteiligten – Planer, ausführende Firmen und Bauherr – haben an einem Strang gezogen, die Bauphase wurde ohne nennenswerte Komplikationen absolviert“, sagt der Ingenieur.

Für ihn hat das Projekt auch eine wegweisende Botschaft: „Die Strompreise steigen in Deutschland in Zukunft eher an. Das Risiko einer Fehleinschätzung bei der Wirtschaftlichkeit ist infolge der kurzen Amortisationszeit gering“, sagt der Ingenieur. Er empfiehlt daher jedem energieintensiven Unternehmen, die Möglichkeit einer Eigenstromerzeugung durch ein BHKW zumindest prüfen zu lassen. Der Zeitpunkt war nie günstiger. An der Umsetzung des Projekts war auch das Architekturbüro Hecht beteiligt, die Elektroplanung übernahm  HR Engineering. Für die Anlagentechnik war das Unternehmen  Lauer + Partner zuständig.

Internet: www.ingenieurbuero-gundelach.de

Bild 1:  Das neue Blockheizkraftwerk erspart viel Geld.
Bild 2: Der Rückkühler mit Verrohrung im Außenbereich des Standorts Schiering.

Siehe auch Interview 101 Köpfe

zurück drucken verlinken

Mehr zum Thema

Anzeige

Neuestes Video

IHK-TV präsentiert Ausbildungsberufe.

Fit for JOB! 2017

FFJ Mainfranken

Karrierestart in Mainfranken: fit for JOB!, die Broschüre der IHK für Schulabgänger und Berufseinsteiger liefert alle Antworten zu Karrierefragen.

Anzeige

Firma der Woche

Uponor GmbH

Uponor GmbH

Uponor ist einer der weltweit führenden Anbieter von Systemen und Lösungen für die hygienische Trinkwasserversorgung, energieeffizientes Heizen und Kühlen und eine zuverlässige Infrastruktur.

 


Bildergalerien

Anzeige

IHK Magazin

Titelbild Wirtschaft in Mainfranken September 2017. Bild: B4B MAINFRANKEN

Die aktuelle Ausgabe der "Wirtschaft in Mainfranken" jetzt online zum Blättern!

Neue Ausgabe "Wirtschaft in Mainfranken"

Gesundheit

Gesunde Mischung aus Mainfranken. Foto: B4B WIRTSCHAFTSLEBEN MAINFRANKEN

Gesunde Mischung aus Mainfranken

Die Gesundheit von Mitarbeitern & Chefs, Alt & Jung, Frauen & Männern liegt in der Region Mainfranken vielen engagierten Unternehmen, Kliniken und Therapieeinrichtungen am Herzen. Eine Auswahl der Highlights finden Sie in dieser Ausgabe von B4B WIRTSCHAFTSLEBEN MAINFRANKEN WISSEN.

Anzeige