Bunkermuseum Schweinfurt

Fliegerbombe, Pferdegasmaske, Kriegsschrott

Schweinfurt | 05.09.2016

Foto Bunkermuseum
Foto Bunkermuseum

Ein Bunker mit eigener Homepage, mit eigenem Wikipedia-Eintrag, mit eigenem Magazin, mit eigenem Bier ("Bunker Blond Pils"), mit fast 1.000 Fans auf Facebook sowie auf YouTube mit einem eigenem Dokumentarfilm, der schon 6.000 Mal angeschaut wurde - das 1. Schweinfurter Bunker-Museum in der Ernst-Sachs-Straße ist einzigartig in Deutschland.

Für die Eigentümer Petra und Nils Brennecke (Foto) ist es selbstverständlich, das Museum zeitgemäß und multimedial zu vermarkten. Anfang 2014 haben sie den Koloss, der auf sechs Etagen bis zu 1.800 Menschen Schutz vor dem sicheren Tod bot, von der Bundesanstalt für Immobilienaufgaben (BlmA) gekauft. In den letzten zweieinhalb Jahren haben so viele Menschen den Bunker besucht, wie in den 71 Jahren nach Kriegsende nicht.

Erlebnisführung für Gruppen

Nils Brennecke hat das Bunkerwesen in Deutschland gründlich studiert, Hochbunker im ganzen Land besucht und sämtliche Literatur über diese Schutzbauwerke gelesen, die verfügbar ist. Schnell stand fest: das muss überliefert und allen Interessierten und nachrückenden Generationen erhalten werden.

Die spannende Erlebnisführung durch den Bunker dauert rund anderthalb Stunden. Jede Menge Fakten und Anekdoten sind garantiert. "Die Besucher sind jedes Mal überrascht und begeistert", sagt Petra Brennecke. Klar, kennt sich doch niemand in der Region zu diesem Thema so gut aus wie sie. Permanent kaufen die Brenneckes Original-Exponate und erweitern damit die Sammlung. "Geld kann damit allerdings nicht verdient werden", sagt Nils Brennecke, "das ist ein reines Hobby und erfahrungsgemäß kostet das Geld."

Daher haben die Museumsbetreiber, die schon einen Preis für Ihr Engagement gegen das Vergessen gewonnen haben, einen Aufruf gestartet: "Wer im Keller oder auf dem Dachboden irgendetwas zum Thema Luftschutz findet, kann damit das Museum bereichern. Dringend wird ein altes Fahrrad aus den 30er oder 40er Jahren gesucht."

250 Kg US Sprengbombe

Eine 250 Kg Sprengbombe der Amerikaner, eine britische Phosphorbombe sowie die Abteilung zum Gasschutz mit Gasjäckchen und Gasbettchen für Kleinkinder sind Zeugen des düstersten Kapitels Deutschlands. Die Pferdegasmaske lässt die Besucher immer wieder kurzzeitig sprachlos werden. Gruppenführungen sind ab zehn Personen möglich. Firmengruppen, Vereine und Familien kommen das ganze Jahr über. Bundes-, Landes und Kommunalpolitiker sind zu Besuch im 1. Schweinfurter Bunkermuseum im .Fichtel-und-Sachs-Bunker". Sponsoren unterstützen inzwischen das Projekt großzügig, haben sie doch den Mehrwert für sich entdeckt. Gegen Sachleistungen oder Bares winkt ein Firmenlogo im Bilderrahmen an der Sponsorenwand. "Das sieht jeder gleich am Eingang", sagt Nils Brennecke, Geschäftsführer einer 20-köpfigen Werbeagentur.

Zehn öffentliche Schutzbauten in der Stadt

"Die zehn noch in Schweinfurt verbliebenen Bunker sind positive Orte der Stadt. Lediglich knapp über eintausend Tote gab es unter der Zivilbevölkerung während der verheerenden Luftangriffe - dank der vielen Bunker und Luftschutzkeller." Trotz allen Respekts hat sich Nils Brennecke für einen lockeren Zungenschlag während der Führungen entschieden, es darf gelacht werden. Schließlich gäbe es viele Schweinfurterinnen und Schweinfurter nicht, hätte es nicht seinen Bunker gegeben. Besucht haben die Ausstellung auch schon Zeitzeugen, die im Bunker während des Bombenhagels zur Welt kamen. Der Hochbunker wurde 1983 vom Bund übrigens atombombensicher gemacht. Als einziger weit und breit. Mehrere Millionen D-Mark wurden seinerzeit in die Wiedernutzbarmachung gepumpt.

Alle Infos über das 1. Schweinfurter Bunker-Museum sowie ein Film auf www.bunkermuseum-

schweinfurt.de.

Text/Foto nib

BU: Pertra und Nils Brennecke.

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