Schweinfurt | 10.01.2012
Die Verbraucherschutzministerkonferenz hat beschlossen, eine bundesweit einheitliche Vorgehensweise, das so genannte Transparenzsystem, sowie einheitliche Bewertungsmaßstäbe einzuführen.
Die Ergebnisse der letzten drei Kontrollen der Lebensmittelüberwachung sollen zukünftig an der Restauranttüre und auch im Internet anhand eines Kontrollbarometers mit einer Farbskala von grün bis rot veröffentlicht werden. Die Veröffentlichung soll schrittweise auch bei anderen Lebensmittelunternehmern eingeführt werden. Geplant ist die Einführung zuerst in der Gastronomie, danach bei Bäckern und Metzgern/Fleischern, Gemeinschaftsverpflegung und Catering, Einzelhandel und anschließend allen weiteren Lebensmittelunternehmern.
Aufklärung in Arbeitsgruppen
Die Wirtschaftsminister der Länder haben sich allerdings dagegen ausgesprochen. Nun sollen in einer gemeinsamen Arbeitsgruppe der Verbraucherschutzministerien mit den Wirtschaftsministerien der Länder und Bundesministerin Ilse Aigner die Bedenken und aufgeworfenen Fragen wie zum Beispiel nach den Konsequenzen für die Betriebe oder dem Recht auf Nachkontrollen, aber auch Kostenfragen geklärt werden.
Info-Veranstaltung in Schweinfurt
Die IHK Würzburg-Schweinfurt hat in einer Veranstaltung in Schweinfurt die Hygieneampel und ihre Anforderungen einem interessierten Publikum vorgestellt. Peter Knauer, Lebensmittelüberwachung der Stadt Würzburg, informierte über die richtige Kennzeichnung von Lebensmittel in Aushängen und auf der Speisekarte. Im Anschluss daran erläuterte Dr. Winfried Ueckert, Veterinärdirektor der Stadt Würzburg, das Pro und Contra der Hygieneampel: Welche gesetzlichen Anforderungen liegen zugrunde? Welche Anforderungen werden geprüft? Wie können sich die Gastronomen darauf einstellen? Wie ist der aktuelle Stand und ab wann sind die Kontrollen zu erwarten. Als Leiter des Fachbereichs Verbraucherschutz, Veterinärwesen und Lebensmittelüberwachung sieht Dr. Ueckert den Fokus im Verbraucherschutz und stellt zum Vergleich die positiven Ergebnisse nach Einführung des Smiley-Modells in Dänemark vor.
Derzeit noch nicht hinreichend diskutiert und geklärt ist der vermutlich höhere Personal- und Kostenaufwand bei den Lebensmittelkontrollen verbunden mit dem nachvollziehbaren Wunsch der Gastronomie nach zeitnahen Nachkontrollen. Die IHK sieht zusätzlich die Prangerwirkung durch die Veröffentlichung im Internet - das nichts vergisst.
Kundenanregungen ernst nehmen
Im Anschluss stellte Armin Wolf, Quant Qualitätssicherung GmbH, Fulda, die bereits heute vorhandenen unterschiedlichen Onlineportale zur Bewertung der Gastronomie im Internet vor. Hier ist der Gastronom bereits in der Öffentlichkeit. Er stellte auch die Frage, ob der Gastronom die heute schon öffentlichen Kanäle wie etwa restauranttest.de im Blick hat und welche Vor- bzw. Nachteile er in der öffentlichen Bewertung sehen könne oder Ergebnisse als Chance sehen und positiv umsetzen könnte. Hier zog Wolf nicht nur das Fazit für die bereits heute öffentlichen Bewertungen, sondern schloss auch die möglicherweise kommende Hygieneampel mit ein. Sein Fazit: Bereits jetzt die Kundenanregungen ernst nehmen und die gesetzlichen Anforderungen erfüllen. Dann ist die Hygieneampel kein Damoklesschwert.
Im Anschluss an die Vorträge fand eine rege Diskussion statt. Diese zeigte, dass die geplante Einführung des Hygienebarometers unterschiedlich von den Unternehmen aufgenommen wird. Durchaus können auch positive Schlussfolgerungen daraus gezogen werden.
Bildunterschrift (v.l.): Armin Wolf, Quant Qualitätssicherung GmbH, Fulda, Astrid Biener, IHK Würzburg-Schweinfurt, Dr. Winfried Ueckert, Stadt Würzburg, Veterinärdirektor, Peter Knauer, Stadt Würzburg, Lebensmittelüberwachung.
Information: Astrid Biener, IHK, Tel. 0931 4194-315, E-Mail: astrid.biener(at)wuerzburg.ihk.de oder im Internet unter www.wuerzburg.ihk.de.

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