Schweinfurt | 22.06.2011
Die Reinigung von Teilen in der industriellen Fertigung ist ein wichtiger Schritt zur Qualitätssicherung. Wenn dabei Ökologie und Ökonomie im Einklang stehen, ist die Nachhaltigkeit perfekt.
Das wurde jetzt bei SKF erreicht: Auf der Suche nach einem gleichermaßen umweltverträglichen wie kostensparenden Reinigungsverfahren kombinierten die beiden SKF Ingenieure Günter Strasser, Leiter Industrial Engineering in der Kegelrollenfertigung in Schweinfurt und Thomas Gawronski, Leiter Wärmebehandlung im Werk Lüchow zwei pfiffige Ideen.
Durch unabhängige Jury bestätigt
Diese Lösungen wurden inzwischen auch durch neutrale Dritte bestätigt. Eine unabhängige Jury des Deutschen Instituts für Ideen- und Innovationsmanagement GmbH Frankfurt hat die Entwicklung der SKF Ingenieure kürzlich als „Beste Umweltidee 2011“ ausgezeichnet.
Reinigen mit Regenwasser
Erstens ein neuartiges Flut-Verfahren und zweitens ausschließlich Regenwasser als Reinigungsmedium zu verwenden. Genannt haben sie das Verfahren „Green-Washing. Bei diesem innovativen Verfahren werden im Herstellungsprozess verölte Teile - anstelle einer energieintensiven Hochdruckwäsche – schwallartig von oben durch einen Lochkasten geflutet. Dazu bewegt eine spezielle Pumpe stündlich rund 200 m3 Wasser in einem geschlossenen Kreislauf. Das Öl wird laufend in einem Abscheider abgetrennt. Erst nach längerer Zeit muss wieder frisches Wasser nachgeführt werden.
Regenwasser „weicher“ als Leitungswasser
Damit die Reinigung nach dem Flutprinzip tatsächlich funktioniert, muss das Wasser sehr weich sein. Bisher wurde das lokal sehr harte Wasser in einer sog. Osmoseanlage enthärtet, die nicht nur viel Energie, sondern auch Chemikalien benötigt. Die beiden Tüftler kamen nun auf die Idee, hierfür Regenwasser zu nutzen, das von Natur aus besonders weich ist. Eigens dafür wurde im Keller des Werkes eine Sammelanlage für insgesamt 200 000 Liter gebaut.
Keine Chemikalien mehr nötig
Das Ergebnis kann sich gleich in mehrfacher Hinsicht sehen lassen: Es sind keine Reinigungschemikalien notwendig, dazu kann auch die Temperatur des Waschwassers abgesenkt und eine gleichmäßigere Temperierung aller Teile erreicht werden. Die umgebaute Waschmaschine ist nahezu wartungsfrei. Jährlich werden so rund 45 000 Euro an Energie- und Chemikalienkosten eingespart, die Investitionen damit innerhalb von rund drei Jahren amortisiert.
Bildzeile
Im Bild (v. l.): Christiane Kersting, Geschäftsführerin Zentrum Ideenmanagement (ZI) Frankfurt, Reinhard May, Ideenmanager SKF; Andrea van Elst, Personalleiterin SKF Service; Günter Straßer, Leiter Industrial Engineering SKF Kegelrollenlagerfertigung; Thomas Gawronski, Leiter Härterei SKF Werk Lüchow und Werner Schmidt, Präsident ZI.

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