Stadt und Landkreis Schweinfurt

Würdigung der „Bäuerlichen Gemeinschaftswälder“ im Steigerwald als immaterielles Kulturerbe

Schweinfurt | 13.04.2018

Würdigung der „Bäuerlichen Gemeinschaftswälder“ im Steigerwald als immaterielles Kulturerbe
Foto: Stadt und Landkreis Schweinfurt

Ein erster Schritt zum Welterbe.

Der Bürgerwald Gerolzhofen-Dingolshausen und die Waldgenossenschaft Kammerforst (Markt Oberschwarzach) sind gemeinsam mit weiteren Rechtlergemeinschaften aus dem Steigerwald als bäuerliche Gemeinschaftswälder in das Bayerische Landesverzeichnis des immateriellen Kulturerbes aufgenommen worden. Durch die Anerkennung wird vor allem die Pflege und Erhaltung von Traditionen gewürdigt.

Die Landräte der Steigerwald-Landkreise Bamberg, Haßberge, Kitzingen, Neustadt-Aisch/Bad Windsheim und Schweinfurt eint das Ziel, den Steigerwald als Kulturlandschaft gemeinsam zu entwickeln und voranzubringen. Der Antragstellung liegt eine umfassende Kulturlandschaftsinventarisation des Steigerwalds zugrunde, in der die Gemeinsamkeiten und Besonderheiten der Kulturlandschaftselemente des Steigerwalds erfasst und herausgestellt werden. Als besondere Kulturformen sind neben der Dörrobstherstellung in Fatschenbrunn (Landkreis Haßberge) insbesondere die Rechtlerwälder identifiziert, die mit dem Titel immaterielles Kulturgut nun eine wichtige Würdigung erfahren haben.

Gut für das Bewusstsein der Region

Ihr gemeinsames Bestreben bekundeten die Landräte Johann Kalb (Bamberg), Wilhelm Schneider (Haßberge), Florian Töpper (Schweinfurt) sowie die stellvertretenden Landräte Bernd Schnizlein (Neustadt-Aisch/Bad Windsheim) und Paul Streng (Kitzingen) bei einem Pressetermin im historischen Schlüsselfelder Bürgersaal. Landrat Florian Töpper stellte heraus, dass „die Aufnahme als immaterielles Kulturerbe erheblich zum Bewusstsein der Region für die bäuerlichen Gemeinschaftswälder als gelebte Kulturform beiträgt“. Den Rechten der Bürger am Kommunal- oder Genossenschaftswald stehen auch Pflichten gegenüber: Sie bewirtschaften den Wald gemeinsam und bringen sich bei der Pflege mit Hand- und Spanndiensten ein. „Diese Kultur wird auf Grund der engen Verbundenheit der Menschen im Steigerwald mit ihrem Wald weiterhin gelebt und innerhalb der Familien weitergegeben“ so Landrat Töpper.

„Das Tüpfelchen auf dem i“ ist nach den Worten des Bamberger Landrats Johann Kalb, dass die bäuerlichen Gemeinschaftswälder im Steigerwald für die „Bundesliste der immateriellen Kulturgüter“, einem weiteren Schritt zum Welterbe, vorgeschlagen wurden.

Natürlich verbinden die Landkreise und der Tourismusverband Steigerwald mit dem Titel auch Auswirkungen auf den Tourismus der Region. „Alles was wir tun, tun wir aber nicht nur für unsere Gäste, sondern auch für die heimische Bevölkerung“, bringt Landrat Wilhelm Schneider vom Landkreis Haßberge das Ganze auf den Punkt.

 

Bildunterschrift:

Von links (Bild: Evi Seeger): Ihr gemeinsames Bestreben bekundeten die Vertreter der Steigerwald-Landkreise bei einem Presstermin in Schlüsselfeld: Paul Streng (Kitzingen), Florian Töpper (Schweinfurt), Wilhelm Schneider (Haßberge), Johann Kalb (Bamberg) und Bernd Schnizlein (Neustadt-Aisch/Bad Windsheim). Links im Bild Schlüsselfelds Bürgermeister Johannes Krapp.

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