Würzburg | 19.08.2011

Spendenübergabe für die Malteser Sozaialküche
Ein Tombolaerlös und Spenden von VdK und der Luitpold-Apotheke für die Malteser Sozialküche St. Petersburg.
„Ich weiß, was Hunger ist.“, sagte die Heimatvertriebene Maria Paule vom Heimbeirat des Caritas Seniorenzentrums St. Thekla in Würzburg bei der Spendenübergabe des Tombolaerlöses für die Malteser Sozialküche in St. Petersburg und fügt sichtlich dankbar hinzu: „Ich hab viel Schlimmes durchgemacht und bin im Guten gelandet.“
Verbundenheit und Solidarität
Einrichtungsleiter Hans Heidenfelder ergänzt: „In treuer Verbundenheit und in Solidarität mit den alten Menschen in Russland haben wir wieder gemeinsam beschlossen, mit unserem Tombolaerlös beim Sommerfest die Malteser in St. Petersburg zu unterstützen.“
"Die Not ist immer noch groß"
Und dass dies eine gute Entscheidung war, bestätigte Herbert Kiesel von den Maltesern bei seinen Dankesworten: „Die Not ist immer noch groß“, sagte der ehrenamtliche Projektverantwortliche und machte noch eine Besonderheit deutlich: „Wir Malteser haben in den vergangenen fast 20 Jahren nicht nur jeden Tag kostenlose Essen an hungernde Rentner ausgegeben, wir haben christliche Nächstenliebe vermittelt in einem nahezu gottlosen Umfeld.“
Unvorstellbare Lebensbedingungen für alte Menschen
Ergänzt wurde der Tombolaerlös von 525 Euro um 200 Euro vom VdK Ortsverband Sanderau in Würzburg, vertreten durch Lieselotte Deckert. Dr. Michael Hannig von der Würzburger Luitpold-Apotheke rundete schließlich den Betrag auf 1000 Euro auf. Die Spender zeigten sich beeindruckt von den sehr persönlichen Eindrücken Kiesels, der von unvorstellbaren Lebensbedingungen für alte Menschen, von immensen Preissteigerungen im Lebensmittelbereich gerade in den letzten Jahren, vom Wegfall von Vergünstigungen für Rentner und Behinderten erzählte und dass die Schere zwischen Arm und Reich in Russland extrem weit auseinander gehe.
Ein Essen für einen Euro
Es gebe Menschen, die sich alles leisten könnten und solche, die sich noch nicht einmal ein Mittagessen mehr leisten können, weil die Rente für Miete und Medikamente verbraucht wird, so der Malteser, der die Sozialküche vor fast 20 Jahren mit aus der Taufe gehoben hatte. Mit den 1000 Euro können die Malteser nun ziemlich genau 1000 Mittagessen kochen und damit 1000 Menschen satt machen, freute sich Herbert Kiesel, denn ein Essen in der Sozialküche koste die Malteser inklusive Personal- und Lebensmittelkosten nämlich nur ungefähr einen Euro.
Hintergrund:
In der Malteser Sozialküche in St. Petersburg werden seit 1992 täglich bis zu 600 warme Mahlzeiten an kinderreiche Familien, alte, bedürftige und behinderte Menschen ausgegeben. Sie ist die einzige Küche dieser Größe, die noch in St. Petersburg existiert und wird ausschließlich von Spendengeldern aus Deutschland, hauptsächlich aus dem Gebiet der Diözese Würzburg finanziert. Eine Änderung der prekären Situation in St. Petersburg ist nicht absehbar, im Gegenteil. Die Malteser sind daher dringend auf Spenden angewiesen:
Spendenkonto:
Liga Würzburg (BLZ 750 903 00)
Konto-Nr.: 103 007 057
Kennwort: St. Petersburg
Bildunterschrift
Fröhliche Gesichter bei der Spendenübergabe (von links nach rechts): Malteser Projektverantwortlicher Herbert Kiesel, Maria Paule vom Heimbeirat, Dr. Michael Hannig von der Luitpold-Apotheke, Lieselotte Deckert vom VdK Sanderau, Hans Heidenfelder und Martina Mirus vom Caritas Seniorenzentrum St. Thekla.

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