Würzburg | 06.10.2011

Bei den 49. Würzburger WerbeFachgesprächen
Digitale Medien sind erwachsen geworden und bieten multimedial längst mehr als nur die Basis für ein zielorientiertes Marketing. Im Kampf um Kunden, Aufträge und höhere Umsätze spielt man heute eine größere Medien-Klaviatur als je zuvor.
Was im B2C-Bereich erfolgreich ist, wird in auch der Kommunikation und in den Geschäften zwischen den Unternehmen fortgesetzt. „Das ist wie ein Dominoeffekt“, beschreibt es Innovationsforscher und Moderator der Veranstaltung, Prof. Dr. Marc Drüner (Steinbeis-Universität Berlin), vor Marketing-Fachleuten quer durch die Republik beim 2. B2B Marketing-Kongress der Vogel Business Media GmbH mit media-TREFF.de im Würzburger Vogel Convention Center (VCC).
Motto beim 2. B2B-Marketing-Kongress: Von der Zielgruppe zu Zielperson
Auf dem Weg „von der Zielgruppe zur Zielperson“, so das diesjährige Motto des B2B-Fach-Treffens, scheint im Media-Mix nichts mehr unmöglich. Die zahlreichen Teilnehmer aus der Werbe-Welt erhielten zwei Tage lang anhand von Impulsvorträgen, Praxisforen oder Diskussionen Anregungen für die tägliche Praxis.
Beobachten und ausprobieren
„Die multimediale Welt dreht sich schneller, als es Unternehmen wahrnehmen können“, betonte Prof. Dr. Marc Drüner und riet zur Strategie-Formel: „schauen, aufnehmen oder auch verwerfen“ - „copy paste“. Es sei die Zeit des Beobachtens und Ausprobierens. „Aber bitte mit Strategie“. Dabei gelte es offen zu sein für neue Technologien und Anwendungsmöglichkeiten.
2. B2B-Marketing-Kongress fokussiert Herausforderung Social Media
Vor allem Social Media durchdringt auch die B2B-Märkte unaufhaltsam und wird zur permanenten Herausforderung die Werber. Noch halten sich im breiten Mittelstand Skeptiker und Befürworter die Waage. Doch der Blick über den „großen Teich“ lässt auch für die europäischen Märkte Trends erkennen: Zielgruppen verlagern ihr Kommunikationsverhalten in neue Kanäle: Facebook, Twitter, Xing, YouTube. „Wir müssen dahin gehen, wo die Zielgruppen schon sind“, forderte Drüner.
2. B2B-Marketing-Kongress: Gigant Facebook bekommt Konkurrenz
Zahlen sprechen für sich: 23 Millionen Teilnehmer sind alleine bei Facebook Deutschland eingeloggt – weltweit sind es über 500 Millionen. Und laut Innovationsexperten Drüner schein ein Ende des Booms noch nicht in Sicht. Im Gegenteil: die Zuckerberg-Schmiede setzt zukünftig auf mehr E-Commerce und Content – setzt auf ein eigenes „Ökosystem“ mit Elementen wie Facebook-Payments, Facebook-Credits, Musik, TV (How-To-Videos) oder Market-Places. Und das in Konkurrenz zur neuen Plattform Google +, die in kürzester Zeit schon 50 Millionen Teilnehmer generierte. „Jetzt herrscht Wettbewerb“, so Drüner.
Praxis-Beispiel KRONES AG
Ein für alle Kongress-Teilnehmer nachhaltiges Praxis-Beispiel präsentierte Kommunikations-Chef Charles Schmidt von der Regensburger KRONES AG. Der Anlagenbauer und Global-Player im Bereich Prozess-, Abfüll- und Verpackungstechnik spielt seit wenigen Jahren die gesamte Klaviatur im Media-Mix und ist mit seinen Social-Media-Aktivitäten auf den Plattformen Facebook, Xing und YouTube interaktiv. Mit seinem rund 35 Mann starken Kommunikations-Team generiert das Unternehmen von Kundenreportagen über Branchen-News, Produktankündigungen bis hin zu Live-Reportagen von Messen sowie Mitarbeiter- und Projektstories ein breites Angebot zur digitalen Interaktion.
KRONES AG erfolgreich im Dialog mit Friends und Follower
Und der Dialog auf Augenhöhe mit tausenden Friends und Follower scheint der Unternehmensstrategie recht zu geben. „Ob wir mit unserer Dialogbereitschaft eine Millionen teure Abfüllanlage mehr verkaufen, wage ich mal zu bezweifeln“, gibt Schmidt zu bedenken. „Allerdings sind wir mit unserem Firmennamen im Gespräch – Krones wird einfach bekannter, auch als einfacher Maschinenbauer aus Regensburg“.
2. B2B-Marketing-Kongress mit breitem Informationsangebot
Auf der breiten Klaviatur im Marketing-Mix wurde den Kongress-Teilnehmern darüber hinaus eine Vielzahl von Innovationen aufgezeigt, wie zum Beispiel die einfach anwendbare 3D-Präsentation bewegter Bilder und PDFs im Geschäftsverkehr oder die mobile Tablett-Anwendung für den Verkäufer. Zudem beschäftigten sich die Teilnehmer in Vorträgen und Praxisforen mit Themen wie „Lead-Nurturing“, Marketing Automation“, „Customer Experience Management“ oder „Effektives Leadmanagement“.
49. Würzburger WerbeFachgespräche
Bei den nunmehr 49. Würzburger WerbeFachgesprächen, die in das Kongress-Programm integriert waren, stellten sich leitende Firmenvertreter dem Thema „ B2B³ - Die Zukunft der Kommunikation“. Leitmedien, so die Überzeugung der Diskutanten, bleiben weiterhin Print und Online. Wenngleich sich die Gewichtung etwas verschiebe. Online-Aktivitäten im Unternehmen sollten stets auf eine Strategie basieren, was auch beinhalte, dass Mitarbeiter in ihrer Dialogbereitschaft mit Guides und Verhaltensregeln vom Unternehmen geführt werden. Im Online-Dialog dabei zu sein war für alle Gesprächsteilnehmer ein Muss. Denn auch über jene Unternehmen, die noch nicht dabei sind, werde irgendwo im Netz geschrieben, diskutiert oder beurteilt. Dann sei es schon besser, selbst steuernd den Ton anzugeben, so die übereinstimmende Meinung.
2. B2B-Marketing-Kongress blickt auf das Jahr 2020
Im Ausblick auf das B2B-Marketing im Jahr 2020 stimmte Zukunftsforscher Sven Gabór Jánszky in seinem Impulsvortrag darauf ein, dass Facebook bis dahin verschwunden sein wird. Werber werden Aufmerksamkeits-Strategien längst verworfen haben und bei ihren Kunden umso mehr mit Identitätsmanagement um „Anerkennung“ buhlen. Die Produkte sind adaptiv. Als Werkzeuge dienen elektronische Assistenten und in der Technikwelt wird sich intelligentes Touchpointmanagement wohl durchgesetzt haben.
Bildzeile:
Diskutierten bei den 49. Würzburger WerbeFachgesprächen zum Thema „ B2B³ - Die Zukunft der Kommunikation“ (v. l.): Thomas Koch, Inhaber tk-one Düsseldorf, Anne Bentfeld, Harting KG aA Espelkamp, Reinhard Janning, DemandGen AG Oberhaching, Dirk Wunder, Sick Vertriebs GmbH Düsseldorf, Stefan Eiselein, Vogel Business Media GmbH Würzburg und Moderator Prof. Dr. Mark Drüner, Steinbeis-University Berlin.
Text/Foto: Elmar Behringer
Filmbeitrag Stimmen zum Kongress
Filmbeitrag der Kongress im Überblick

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