BayWa

BayWa legt in Unterfranken weiter zu

Würzburg | 04.06.2013

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BayWa 2011

Die BayWa hat ihren Umsatz 2012 in Unterfranken weiter gesteigert. Wie beim Pressegespräch am Donnerstag in Würzburg dargestellt, lag der Umsatz bei 674 Mio. Euro und damit um 7 Prozent höher als im Jahr 2011 (630 Mio. Euro). Für das laufende Jahr gehen die Verantwortlichen in der Region für die Bereiche Agrar, Technik, Energie und Baustoffe von einem erfolgreichen Geschäftsverlauf aus.

Der Handels- und Dienstleistungskonzern BayWa, in diesem Jahr 90 Jahre alt, ist in Unterfranken an 66 Standorten mit 1.190 Mitarbeitern vertreten. Auch 2012 lag die Ausbildungsquote mit 11 Prozent deutlich über dem bundesweiten Durchschnitt von 6 Prozent. Die BayWa plant 2013 in Unterfranken Investitionen in Höhe von 4,9 Mio. Euro.

„Die gesamtwirtschaftlich gute Lage und die stabil gute Stimmung in der Landwirtschaft haben uns auch im Jahr 2012 sehr gut getan – wir sind mit dem Geschäftsjahr sehr zufrieden“, sagte Karl Bittermann, Leiter des Regionalen Verwaltungszentrums (RVZ) Franken der BayWa, bei der Präsentation der Geschäftszahlen in Würzburg. Der umsatzstärkste Bereich bei der BayWa in Unterfranken ist der Agrarhandel, der einen Anteil von 39 Prozent einbringt. Die Sparte Energie trägt 26 Prozent bei, der Baustoffhandel 21 Prozent. Es folgt dieTechnik mit 14 Prozent. Die BayWa in Unterfranken will den Umsatz im laufenden Jahr weiter steigern – wenn auch die Euroschuldenkrise Prognosen insgesamt schwieriger mache.

Für 2013 Investitionen von rund 4,9 Mio. Euro geplant

Im Jahr 2012 investierte die BayWa in Unterfranken 6,6 Mio. Euro. Davon gingen rund 60 Prozent an Unternehmen, Handwerker und Dienstleister in der Region. Für das laufende Jahr stehen Investitionen von 4,9 Mio. Euro an. Karl Bittermann unterstrich: „Zum 90. Geburtstag der BayWa bauen wir unsere Position als verlässlicher Wirtschaftsakteur in Unterfranken weiter aus.“ Unter den derzeit insgesamt 1.190 Mitarbeitern in Unterfranken sind 131 Azubis. Die Ausbildungsquote der BayWa in der Region liegt damit bei 11 Prozent; die Sparte Technik erreicht sogar 18 Prozent.

Agrar: Verstärktes Engagement beim Dinkel

Der Umsatz im Agrarbereich in Unterfranken lag 2012 bei 264 Mio. Euro (Vorjahr: 222 Mio. Euro). Die Steigerung ist auf die Verbesserung der Absatzmengen in fast allen Erzeugnisbereichen sowie auf erhöhte Preise für Erzeugnisse und Betriebsmittel zurückzuführen. Wie Reinhard Stierkorb, der Agrar-Spartengeschäftsführer, erläuterte, lagen die Erntemengen in Unterfranken an sich deutlich unter dem Durchschnitt – beim Weizen und beim Raps um etwa 24 Prozent, bei der Wintergerste sogar um 30 Prozent. Allerdings hat die BayWa 2012 Marktanteile hinzu gewonnen.

Im Jahr 2012 fertiggestellt wurde mit einer Gesamtinvestition von 4,3 Mio. Euro die Saatgut-Aufbereitungsanlage in Römhild. Umfangreich modernisiert hat die BayWa den Betrieb in Bad Königshofen. Investitionssumme hier: 260.000 Euro.

Zum Januar 2013 übernahm die BayWa das Agrar-Warengeschäft der Volksbank Raiffeisenbank Würzburg eG. „Damit können wir im Rahmen des Strukturwandels in der Landwirtschaft das Serviceangebot ausweiten und professionalisieren“, sagte Stierkorb. Die BayWa bietet nach der Übernahme am Standort Sommershausen ein breites Warensortiment an und steht den Kunden mit drei Mitarbeitern mit professioneller Beratung zur Verfügung. Die Standorte Riedenheim und Erlach wurden im Zuge der Übernahme wegen der räumlichen Nähe zu den BayWa-Standorten Gelchsheim und Ochsenfurt nicht weiter betrieben. „Kundennähe definiert sich heute vielmehr durch Leistungsstärke, Beratungskompetenz und Service als unbedingt nur über kurze Entfernungen“, merkte Stierkorb dazu an. Das BayWa-Angebot werde in der Region sehr gut angenommen.

Verstärkt hat die BayWa 2012 ihr Engagement in Sachen Dinkel. „Die Nachfrage nach Dinkelprodukten steigt EU-weit – und für unsere Kunden ist der Dinkel wirtschaftlich sehr interessant“, stellte Stierkorb dar. Gute Resonanz gebe es auch auf das Preisabsicherungsmodell Landea. „In Zeiten volatiler Märkte schätzen die Kunden einen starken Partner in punkto Risikomanagement“, so der Agrar-Geschäftsführer. Die BayWa startete 2011 mit Landea und erfährt inzwischen enormen Zuspruch, wie Stierkorb unterstrich. Für 2013 stehen im Agrarbereich umfassende Arbeiten in Sachen Energieeffizienz an. „Wir analysieren alle Erfassungsabläufe, definieren auf der Basis Maßnahmen zur Energieeinsparung und setzen diese Schritt für Schritt um“, so Stierkorb. Innerhalb der nächsten fünf Jahre will der Agrarbereich so den Energieverbrauch an den Standorten um bis zu 15 Prozent reduzieren.

Technik: Neues Zentrum für Weinbautechnik in Volkach

Die Technik hat auch 2012 von der guten Ertragssituation und der langfristig guten Stimmung in der Landwirtschaft profitiert – der Umsatz lag wie im Vorjahr bei 95 Mio. Euro. „Wir nahmen einen Auftragsüberhang mit ins Jahr 2012 und die Nachfrage blieb unverändert hoch“, sagte Spartengeschäftsführer Günter Schuster.

2012 hat der Technikbereich in einen neuen Verkaufsraum, einen Büroanbau und die Modernisierung des Gebäudes in Gerolzhofen rund 550.000 Euro investiert. Im Herbst diesen Jahres wird das neue Weinbautechnikzentrum in Volkach den Betrieb aufnehmen. Investitionssumme hier: rund 1,1 Mio. Euro. Durch die Investition entstehen vier neue Arbeitsplätze. An dem neuen Standort wird die BayWa das komplette Sortiment im Bereich Weinbautechnik bieten – vom Spezialtraktor für den Weinberg bis zur Kellereitechnik.

Aufgrund vorliegender Daten und guter Stimmung in der Landwirtschaft rechnen die Sparten Technik und Agrarhandel auch für das laufende Jahr mit einer hohen Investitionsbereitschaft auf Seiten der Kunden.

Energie: Holzpellets-Absatz um 28 Prozent gestiegen

Der Energiebereich erzielte 2012 einen Umsatz von 172 Mio. Euro (Vorjahr: 162 Mio. Euro). Der Absatz von Heizöl und Holzpellets legte aufgrund niedriger Bevorratung in den Haushalten und eines frühen Wintereinbruchs im 4. Quartal 2012 deutlich zu. Auch Kraft- und Schmierstoffabsatz stiegen im Vergleich zum Vorjahr.

Zum Produkt Holzpellets stellte Pfannes dar: „Wir konnten den Absatz weiter steigern – um gut 28 Prozent.“ Der Markt wachse hier kontinuierlich, auch weil bei der Erneuerung von Heizanlagen Holzpellets als günstige und ökologische Alternative zum Heizöl verstärkt zum Einsatz kommen. Die BayWa in Unterfranken liefert 59 Prozent der Pellets an die Industrie, 24 Prozent an die Landwirtschaft und 17 Prozent an Privatkunden.

Baustoffe: Chancen durch Photovoltaik 2.0

Im Baustoffbereich lag der Umsatz bei der BayWa in Unterfranken 2012 bei 143 Mio. Euro (Vorjahr: 151 Mio. Euro). „Wir haben allerdings einen großen Auftragsüberhang von 2012 ins Jahr 2013 mitgenommen“, sagte Anton Haaf, Spartengeschäftsführer für den Baustoffhandel. „Ab November ging im vergangenen Jahr nichts mehr auf dem Bau aufgrund der Witterung“, so Haaf.

Das Geschäft mit Photovoltaik-Anlagen verlief im 1. und 2. Halbjahr 2012 sehr unterschiedlich. Nach einem großen Andrang auf die Module im 1. Halbjahr, ging im 2. Halbjahr der Absatz aufgrund sinkender Einspeisevergütung zurück. Die Verbraucher profitierten von weiter sinkenden Modulpreisen. Anton Haaf: „Trotz sinkender Einspeisevergütung sind die Anlagen für Hausbesitzer rentabel – bei steigenden Strompreisen ist gerade der Eigenverbrauch interessant. Und die Speichertechnologien, mit denen Haushalte PV-Strom haltbar machen können, eröffnen neue Möglichkeiten. Wir sind bei Photovoltaik 2.0 angelangt.“

Im Bereich erneuerbare Energien ist die BayWa außerdem national und international im Projektgeschäft tätig. Das Projektgeschäft verteilt sich auf Windkraft, Solarenergie und Biomasse. Die BayWa entwickelt, errichtet und betreibt – für  eine begrenzte Zeit – Anlagen in diesen Bereichen, um sie dann gewinnbringend zu verkaufen. In Unterfranken entstanden mit Beteiligung der BayWa Bürgersolaranlagen mit einer Gesamtleistung von 6,3 MW, die nach genossenschaftlichem Prinzip betrieben werden. Die Anlagen befinden sich in Kürnach und Hellmitzheim. Der Betrieb startete jeweils 2012.

Weiterer wichtiger Baustein für die Energiewende vor Ort: die energieeffiziente Modernisierung von Gebäuden. Dieser Bereich gewinnt bei der BayWa immer mehr an Bedeutung.

Auch beim Thema wohngesundes Bauen sieht die BayWa große Geschäftschancen. Von wohngesunden Baustoffen für den Neubau bis zu Komplettleistungen für die energieeffiziente Sanierung: Die BayWa positioniert sich im Baustoffbereich als spezialisierter Generalist und als Anbieter von Systemlösungen.

Zur BayWa-eigenen Bautätigkeit in Unterfranken stellte Haaf den neuen Standort in Kitzingen vor. Der Baustoff-Fachhandel ist dort nach draußen ins Gewerbegebiet gezogen. In den insgesamt 10.000 Quadratmeter großen Standort wurden 1,8 Mio. Euro investiert. Die Anlagen – eine Baustofflagerhalle mit 1.100 Quadratmetern, eine knapp 500 Quadratmeter große Ausstellungs- und Verkaufsfläche und ein Baustoff-Freilager mit 4.000 Quadratmetern – wurden im Winter in Betrieb genommen. Insgesamt 17 Mitarbeitern stehen den Kunden dort für Fachfragen zur Verfügung.

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