FHWS

Europa 4.0 an der FHWS

Würzburg | 21.11.2014

Foto FHWS / Klein
Foto FHWS / Klein

Im Rahmen der Vortragsreihe „Europa – Vier Blickwinkel“ lud die Fakultät Gestaltung an der Hochschule Würzburg-Schweinfurt (FHWS) ein zum Vortrag „Europäisches Design – eine Lebensform" mit einer begleitenden Ausstellung aus Anlass der Stiftung von Europa-Stipendien durch das Ehepaar Hanna und Georg Rosenthal.

Im Anschluss an die Begrüßungen führte Professor Erich Schöls die zahlreichen Gäste durch die Ausstellung mit verschiedenen Europa-relevanten Themen, u.a. „Fernbeziehungen“, „Fluchtatlas“,  „Vom Leben der Grenzer“ oder „Kiew, Maidan 2014“.

Design als Lebensform

Der Referent Dr. phil. Christian A. Bauer führte anschließend mit seinem Vortrag ein ins Design als eine Lebensform – ein Blickwinkel Europas. In seinem historischen Bogen vom Europa 1.0 hin zum Europa 4.0 sieht Bauer die Europäer immer auch als Krisenmanager, die Eskalationen selbst verursachten, „weil wir eine sehr bewusste Form der Lebensgestaltung und immer neue Lebensformen etablieren, in denen wir erproben, wie wir leben wollen.“ Im Europa 2.0, der Renaissance, haben sich Menschen zum „fortgesetzten Erproben und zum geschickten Experimentieren – ja selbst zum Experimentieren mit der Moral“ aufgemacht. Der Renaissancemensch, so Bauer, sei nicht nur der Entdecker der Toleranz, sondern auch derjenige der Fehlertoleranz.

Im Zuge der Reformation haben sich Nationalstaaten entwickelt und mit ihnen Ideologien: „Der dicke, nach außen abhärtende Mantel der Nationalarroganz wird über den Völkern Europas ausgebreitet“ – mit einem Europa, das einem „zweimaligen Mahlstrom dem weltanschaulich begründeten Zerstörungswahn ausgesetzt wird – materiell, moralisch und ideell.“ Im Europa 3.0 seien Menschen geflohen vor nationalsozialistischen sowie universalsozialistischen Totalitarismen in die USA – hier sei der Boden bereitet gewesen, an Design als eine demokratiefördernde Disziplin zu denken.

Europa 4.0 der Nachkriegszeit

Das Europa 4.0 der Nachkriegszeit zeichne sich aus als eine „moderne Gesellschaft, die labil-stabile Lebensformen begünstigen, die sich permanent weiterentwickeln müssen, weil die Systemanforderungen sich rasch wandeln“. Designer, so Bauer weiter, „teilen die Überzeugung, dass der Mensch in der Interaktion und in der Verständigung noch nicht sein Optimum erreicht hat.“ Er freue sich, dass die Studierenden sich mit aktuellen Themen wie der Flucht, der Vertreibung, der sozialen Mobilität, der Post-Wachstumsgesellschaft sowie alternativen Formen des Wirtschaftens beschäftigten. Design, verstanden in diesem Kontext als Lebensform, sei kein beliebiges Distinktionsmerkmal oder Signum der Schichtenzugehörigkeit, sondern ein Medium der Überwindung sozialer Gegensätze. Kritisch betrachte er die „flächendeckende Verletzung unserer Grundrechte durch Ausspähaktionen und digitale Überwachung der Netzbürger“, bei der die Medienbürger mit jedem Click „tiefer in den digitalen Tunnel“ fahren. Bauer schloss seinen Vortrag mit einer Aussicht: „Wir laufen Gefahr, Gefangene zwischen Sicherheit und Freiheit zu sein. Wenn die Aufhebung der Bürger- und Grundrechte voranschreitet, ist eine jede Person ein potentieller Asylant, jeder ein Ausländer im eigenen Land.“

Zum Europastipendium

Das Europa-Stipendium haben der ehemalige Würzburger Oberbürgermeister Georg Rosenthal und seine Frau Hanna für den Hochschulstandort Würzburg ins Leben gerufen, um eine Kultur der Offenheit zu bestärken. Die Rosenthals hatten vorab im Dezember 2013 dreizehn Förderer gewinnen können und ermöglichten den finanziellen Grundstock für die erste Generation der Stipendiaten. Diese werden als Europa-Botschafter zwei Semester ihre jeweilige Heimat vertreten, sich an öffentlichen Veranstaltungen beteiligen und individuelle Ideen für den kulturellen Austausch vorschlagen.

www.fhws.de

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