Würzburg | 30.11.2011
Handelshemmnisse behindern die internationalen Geschäftsbeziehungen mainfränkischer Unternehmen massiv. Das ist das Ergebnis einer Studie, die die IHK Würzburg-Schweinfurt auf Grundlage einer Befragung von rund 2.000 mittelständischen Unternehmen mit internationaler Ausrichtung in Mainfranken veröffentlicht hat.
Über ein Drittel der befragten Unternehmen beklagt, dass trotz Abbau von Zöllen und freiem Warenverkehr innerhalb der Europäischen Union (EU) nach wie vor Handelshemmnisse existieren. Was Geschäftsaktivitäten mit Drittländern außerhalb der EU betrifft, so monieren sogar vier von fünf Unternehmen protektionistische Erschwernisse.
43 Prozent Exportquote
„Es ist erstaunlich, dass Mainfranken nach wie vor eine Exportquote von rund 43 Prozent aufweist – trotz der vielen Stolperfallen, mit denen unsere Unternehmen im internationalen Handel konfrontiert werden.“, so Marion Oker, Außenwirtschaftsleiterin der IHK Würzburg-Schweinfurt. „Die protektionistischen Maßnahmen vieler Staaten erschweren die Geschäfte massiv - vielfach sind es eben nicht nur die klassischen Zölle, die Unternehmen den Marktzugang und die Auslandsaktivitäten erschweren.“, so Marion Oker und Dr. Sascha Genders, die beiden Verfasser der Studie.
Probleme vor allem durch Bürokratie und Behördern
Die Auswertung zeigt, dass innerhalb der EU vor allem Probleme durch Bürokratie und Behörden existieren. Aber auch das Thema „Buy National“ und die zum Teil erschwerte Rechtsdurchsetzung kosten Unternehmen nicht nur Zeit, sondern viel Geld. Außerhalb der EU sind es tarifäre Hemmnisse, die den Marktzugang teilweise sogar unmöglich machen, weil Produkte nicht zu wettbewerbsfähigen Preisen angeboten werden können. Derartige Hürden existieren insbesondere beim Export nach China, Indien, in die USA und nach Russland. Zu den tarifären Hemmnissen kommen dort noch Beschränkungen durch Regulierungsmaß-nahmen oder Normierungen und Standardisierungen. Darüber hinaus berichten die befragten Unternehmen über Probleme bei der Endsendung von Mitarbeitern und im Mengenkontrollbereich.
Neue Märkte erschließen
Positiv sei laut IHK, dass sich Unternehmen durch protektionistische Barrieren nicht davon abschrecken lassen, neue Märkte zu erschließen. Geschäftsbeziehungen mit Drittländern, insbesondere mit den BRIC-Staaten (Brasilien, Russland, Indien, China), nehmen zu und kompensieren konjunkturelle Nachfragerückgänge im Inland oder innerhalb der EU. Für reibungslosere Geschäfte müsse auf europäischer Politikebene jedoch noch einiges geschehen, um den Unternehmen einen wirklich barrierefreien Handel zu ermöglichen. Das Freihandelsabkommen der EU mit Südkorea sei beispielsweise ein Schritt in die richtige Richtung, dem jedoch weitere folgen müssen.
Informationen finden Interessierte im Band Nr. 29/2011 der IHK-Schriftenreihe „Mainfränkische Unternehmen in einer globalisierten Weltwirtschaft“. Die Publikation steht auch zum Download zur Verfügung unter http://www.wuerzburg.ihk.de/presse/publikationen/schriftenreihe.html oder kann kostenlos angefordert werden bei Jessica Philipp, IHK, Tel. 0931 4194-360, E-Mail: jessica.philipp(at)wuerzburg.ihk.de.

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