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Jeder zweite Gründer in Mainfranken will besseren Zugang zu Bankkrediten und zu öffentlichen Mitteln.
Zu diesem Ergebnis kommt eine Umfrage der IHK Würzburg-Schweinfurt bei 286 Existenzgründern in der Region. Und: Die Gründer sind immer älter und qualifizierter.
Wie die IHK Würzburg-Schweinfurt mitteilt, geben die Existenzgründer in der Region bürokratische Hemmnisse als das wesentlichste Hindernis beim Aufbau ihrer selbstständigen Existenz an. Das erforderliche breite Rechtswissen in der Gründungsphase ist für viele eher fachlich ausgerichtete Unternehmensgründer eine unangenehme Prozedur. An zweiter und dritter Stelle der Starthindernisse kommen Probleme, die aus zu geringem Eigenkapital und schlechten Ertragsmöglichkeiten folgen. Dann folgen Konkurrenzdruck, zu wenig Sicherheiten und Schwierigkeiten bei der Kapitalbeschaffung.
„Viele Existenzgründer bemerken zu spät, dass sich der Start mit einer schlechten Kapitalausstattung bei hohem Konkurrenzdruck und niedrig kalkulierten Preisen auch nach Jahren noch rächt.“, erklärt Erich Helfrich, Leiter des IHK Fachbereichs „Starthilfe/ Unternehmensförderung“. Das sei, wie wenn ein Sprinter zum 100-Meter-Lauf mit Gewichten an den Beinen an den Start geht und trotzdem den Wettbewerb gewinnen will. Es verwundert ihn daher nicht, dass sich jeder zweite Gründer einen besseren Zugang zu Fremdkapital wünscht. Allerdings sei der Wunschzettel lang: Unkomplizierter sollte die Gründung werden. Anreize für Geldanleger seien zu schaffen. Die Möglichkeiten zur Eigenkapitalbildung sollten verbessert und die Steuerbelastung verringert werden. Es sei etwa auch wünschenswert, dass ein Coaching vom Angestellten zum Unternehmer kostenfrei vom Staat getragen werde.
Dienstleistungen sind attraktiv
Die Existenzgründer in Mainfranken zieht es vor allem in das Dienstleistungsgewerbe: 59 Prozent der Befragten sehen hier ihren Erfolg. Die Dienstleistungspalette ist breit: Lichtservice, Yoga, Hundeschule, Marketing, Gastronomie, Gartenplanung, Buchhaltung, Reisebranche, Hausverwaltung, Kinderbetreuung, Büroservice, Erwachsenenbildung, Dozent, IT- Branche, Makler, Eventmanagement – es ist alles vertreten.“, so IHK-Gründungsexperte Erich Heflrich. Aber auch der Handelsbereich sei für Existenzgründer interessanter geworden: Etwa jeder Vierte möchte sich mittlerweile hier, insbesondere im Online-Handel, selbstständig machen.
Am Unternehmertum schätzen die Befragten vor allem die Unabhängigkeit. Zwei Drittel geben dieses Motiv für den Schritt in die Selbstständigkeit an. 41 Prozent nennen „Entfaltungsmöglichkeiten“ und 39 Prozent „Selbstverwirklichung.“ Der Grund „Langeweile im Beruf“ spielet nur eine untergeordnete Rolle. Die Absicht ein höheres Einkommen zu erzielen, ist für etwa ein Viertel (23 Prozent) der Befragten ein nennenswertes Ziel.
Ältere Gründer
In der Umfrage wurde auch deutlich, dass die Gründer immer älter werden: das gewichtigste Gründungsalter liegt mittlerweile zwischen 40 und 50 Jahren. Dass über 50-jährige noch Mut zum Risiko haben, zeigt deren gestiegener Anteil auf 18 Prozent. Dagegen hat die Gruppe der 20- bis 30-jährigen deutlich an Bedeutung verloren. Nur 13 Prozent der Befragten haben sich in dieser Altersklasse selbstständig gemacht.
Eine weitere interessante Erkenntnis: Die Existenzgründer sind qualifizierter: Jeweils über ein Drittel verfügen über die Mittlere Reife (38 Prozent) oder über (Fach-) Abiturabschluss (35 Prozent). Jeder Fünfte der Umfrageteilnehmer kann ein Studium an einer Hochschule nachweisen (21 Prozent).
An der IHK-Umfrage haben sich 104 Frauen (36 Prozent) beteiligt, was die Umfrageergebnisse insgesamt besonders aussagekräftig macht.zurück drucken versenden verlinkenArtikel verlinken
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