Uniklinikum Würzburg

Uniklinikum Würzburg weiterhin Arzneimittelinformationsstelle

Würzburg | 16.08.2017

Uniklinikum Würzburg weiterhin Arzneimittelinformationsstelle
Bild: Dr. Bernhard Rauh

Die Apotheke des Uniklinikums Würzburgs ist seit dem Jahr 2003 eine von drei Arzneimittelinformationsstellen der Bayerischen Landesapothekerkammer im Freistaat - jetzt wurde der Vertrag um drei weitere Jahre verlängert.

Die Bayerische Landesapothekerkammer (BLAK) stärkt mit Arzneimittelinformationsstellen (AMI) die Beratungskompetenz der öffentlichen Apotheken in Bayern. Die Informationsstellen beantworten den Apothekerinnen und Apothekern Fragen rund um die klinisch-pharmazeutische Praxis sowie zur Arzneimitteltherapie, die mit der in den öffentlichen Apotheken vorhandenen Literatur und EDV nicht geklärt werden können.

Uniklinikum Würzburg seit 2003 Arzneimittelinformationsstelle

Die BLAK arbeitet dabei mit drei bayerischen Universitätsklinika zusammen: Neben Regensburg und Erlangen ist auch das Uniklinikum Würzburg (UKW) Kooperationspartner. „Die Vereinbarung über den Betrieb der AMI an der Klinikumsapotheke des UKW wurde von der BLAK, dem Klinikumsvorstand und der Würzburger Universität erstmals im Jahr 2003 unterzeichnet, damals zunächst für drei Jahre“, berichtet Dr. Tim Göbel, Leiter der AMI in der Apotheke am UKW. Er fährt fort: „Da unsere Arzneimittelinformationsstelle von den öffentlichen Apotheken sehr gut genutzt wurde, war eine Fortführung nur eine Formalität.“ Seither wurde der Kooperationsvertrag immer wieder um drei weitere Jahre fortgeschrieben. Die aktuelle Vereinbarung hätte Ende 2017 geendet, wurde aber im Juni dieses Jahres bis zum Jahr 2020 von der BLAK erneut verlängert. „Mit der Vertragsverlängerung bleiben wir ein Expertenzentrum für Arzneimittelinformation“, freut sich Dr. Mareike Kunkel, die Leiterin der Apotheke des UKW.

Apotheken reichen Fragen per Formular ein

Die öffentlichen Apotheken senden ihre Fragen über ein standardisiertes Formular per E-Mail oder Fax an einen Zentralserver der BLAK. Von dort aus werden sie nach chronologischem Eingang gleichmäßig an die drei bayerischen Infostellen verteilt. Somit bearbeitet jede AMI Anfragen aus ganz Bayern, es wird nicht lokal verteilt.

Zwar dürfen nur die öffentlichen Apotheken aus Bayern das Serviceangebot nutzen, diese leiten jedoch auch an sie gestellte Patienten- oder Arztanfragen, die sie selbst nicht beantworten können, an die BLAK weiter. „Falls Laien oder niedergelassene Ärzte Fragen haben, sollten sie sich also zuerst an ihre öffentliche Apotheke vor Ort wenden. Diese kann dann die Anfrage gegebenenfalls an uns weiterleiten“, rät Dr. Göbel. Der AMI-Service ist für die Apotheken kostenlos.

Fragen zu Wechsel- und Nebenwirkungen sowie zu alternativen Therapien

Die Arzneimittelinformationsstelle des UKW bearbeitet laut Dr. Kunkel jährlich bis zu 350 Anfragen. Am häufigsten gehe es dabei um Themen der Arzneimittelsicherheit, also zu Wechsel- und Nebenwirkungen, sowie um Fragen zu alternativen Therapien. Bei letzteren sind in der Regel die Wirksamkeit und Bedenklichkeit von pflanzlichen Mitteln und Nahrungsergänzungsmitteln zu bewerten. „Hinzu kommen Fragen zu allgemeinen Therapiemöglichkeiten bei bestimmten Erkrankungen, die Beurteilung von neuen Wirkstoffen oder der Vergleich von Arzneimitteln hinsichtlich ihres Therapieerfolgs“, so Dr. Göbel.

Oft komplexe Abhandlungen als Ergebnis

Auf der Suche nach der richtigen Antwort recherchieren er und die anderen AMI-Experten zum Beispiel in wissenschaftlichen Fachdatenbanken, auf behördlichen Internetseiten und in der aktuellen Literatur, speziell in neu veröffentlichten Studien. Die Ergebnisse legen sie in einem Antwortformular dar. Am Ende erfolgt ein Fazit mit einer Handlungsempfehlung. „Zum Teil entstehen dabei komplexe, wissenschaftliche Abhandlungen“, verdeutlicht Dr. Kunkel.

Die Apotheken haben die Möglichkeit, auf dem Anfrageformular die Dringlichkeit ihrer Anfrage zu definieren. Eilige Fragen werden meist taggleich, spätestens am nächsten Werktag beantwortet. Meist ist allerdings etwas mehr Zeit zur Bearbeitung. „Im Schnitt können wir die Antwort innerhalb von zwei bis drei Tagen zurücksenden – je nach Anfrageaufkommen“, sagt Dr. Göbel. Nach seinen Angaben wird jede Anfrage dokumentiert und in eine zentrale Datenbank eingestellt. „So können wir gleiche oder ähnliche Fragen schneller identifizieren und beantworten“, erläutert der Apotheker.

Der AMI-Service wird durch die Bayerische Landesapothekerkammer vergütet. Sie übernimmt die Kosten für ungefähr eine Apothekerstelle. Die Arzneimittelinformationsstellen werden durch die Dr. August und Dr. Anni Lesmüller-Stiftung gefördert, die sich der Unterstützung der pharmazeutischen Wissenschaft widmet.

Auch Beiträge zu Studium und Ausbildung

Die AMI des UKW bildet in Kooperation mit der Klinischen Pharmazie der Uni Würzburg auch Pharmaziestudierende im Bereich Arzneimittelinformation aus. „Wir halten studentische Seminare ab. Außerdem kommen die Studentinnen und Studenten in kleinen Gruppen zu uns in die Infostelle, um praktisch zu üben“, schildert Dr. Kunkel. Dabei werden anhand von Anfragebeispielen die Beschaffung, Bewertung und Weitergabe von wichtigen Informationen über Arzneimittel geschult.

Weiterhin organisieren die UKW-Experten im Zuge von Fortbildungen und Fachweiterbildungen Vorträge und Seminare für Apotheker/-innen und sowie Pharmazeutisch-technische Assistentinnen und Assistenten aus öffentlichen Apotheken.

 

Bildunterschrift:

Die Apotheker der Arzneimittelinformationsstelle des Uniklinikum Würzburg (von links): Dr. Tim Göbel, Dr. Tobias Schmidt und Dr. Tobias Egger (Bild: Dr. Bernhard Rauh).

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