Design Thinking

Wie bringt man Unternehmen auf neue Ideen?

Würzburg | 28.05.2010

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Dieser Fragestellung gingen die IHK-Wirtschaftsjunioren Nürnberg bei ihrem aktuellen Treffen nach. Als Experten hatten sie sich den Würzburger Designer und Berater Thorsten Löw ins Ringhotel Merkur in Nürnberg eingeladen, der das Konzept des „Design Thinking“ vorstellte.

Viele Unternehmen, von denen Apple oder Procter & Gamble die sicherlich bekanntesten sind, schwören inzwischen auf diesen Prozess der Ideenfindung und des Innovationsmanagements, wie Thorsten Löw betont. Er selbst und seine Würzburger Beratung Identitätsarchitekten, die sich u. a. auf Branding spezialisiert hat, arbeiten seit Jahren mit dieser Methode. Unternehmen des Lebensmitteleinzelhandels wie auch der Facheinzelhandels konnten erfolgreich bei der Neuausrichtung mit diesem Konzept begleitet werden.

Worin besteht diese neue Methodik? Anstatt alles auf die Karte des analytischen Denkens zu setzen, wie es die klassischen Managementansätze propagieren, erweitert „Design Thinking“ diese um die Arbeitsweise von kreativen Menschen auf. Der von David Kelly entwickelte Neuansatz setzt auf die rechte Gehirnhälfte als Kraftwerk für ungewöhnliche Ideen und versucht, zukunftsorientierte Entwicklungen voranzutreiben anstatt rückwärtsgewandte Reproduktion zu pflegen.

Das Einnehmen verschiedener Blickwinkel, die genaue Bobachtung wie auch die integrative Zusammenführung zunächst divergierender Ideen ist eine immanente Arbeitsweise von Designern, die das „Design Thinking“ für sich zunutze macht. Dies bedeutet neben einem radikalen Arbeiten im Team die bewusste Erstellung von sinnlich wahrnehmbaren Prototypen, die eine neue Lösung für ein Problem illustrieren und visualisieren helfen. „Show, don't tell“ heißt eine der Maximen: Zeigen, nicht nur darüber sprechen.

Selbstverständlich fallen auch beim „Design Thinking“ keinen fertigen Lösungen vom Himmel, sondern stehen am Ende eine Prozesskette. Der klaren Definition des Problems folgen Beobachtung, die Kreation von Ideen und die anschließende Umsetzung des als bestmöglich beurteilten Konzeptes. Doch diese Abfolge ist flexibel angelegt und erlaubt eine Abkehr von einer Problemlösung, sobald sich eine bessere Alternative abzeichnet oder der falsche Weg erkannt wird. Denken und Machen bestimmt somit das Handeln, das stets vom Menschen und seinen Bedürfnissen ausgeht und nach anwendungsorientierten Lösungen sucht.

An vielen amerikanischen Management-Schulen wie etwa der Stanford University, der Rotman School of Business, der Business-School in St. Gallen wie auch im deutschen Hasso-Plattner-Institut in Potsdam werden die Ansätze des Design Thinking bereits vermittelt und weiterentwickelt. Dass dieser neue Ansatz noch viele Nachahmer finden könnte, belegt das bekannteste Anwendungsbeispiel: Der Staat Island hat eine der weltweit führenden Designfirmen beauftragt, für das hochverschuldete Inselreich ein neues, nachhaltiges Finanzsystem aufzubauen: Mit Hilfe von „Design Thinking“.

Peter Löw

Ein Video des Vortrages von Thorsten Löw zu diesem Thema finden Interessierte unter http://www.identitaetsarchitekten.de/.

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