850.000 Euro

Landkreis Bad Kissingen honoriert Naturschutz durch Landwirte

Es gibt auch gute Nachrichten in Zeiten von Corona. Und mehr noch: Gegenstand der guten Meldung sind die leidgeprüften Landwirte. Diese haben nämlich Anfang des neuen Jahres 2020 eine ganzeReihe an Fördermitteln erfolgreich beantragt. 

Hintergrund ist das Vertragsnaturschutzprogramm, kurz VNP, das eine große Bandbreite an förderfähigen Maßnahmen für Landwirte bereithält. Grundsätzlich soll mit den Fördergeldern, die das Programm an die Landwirte ausschüttet, eine naturschutzgerechte Bewirtschaftungvon ökologisch wertvollen Flächen finanziell honoriert werden. Eine Voraussetzungen dafür ist, dass eine Fläche einen hohen Wert für den Naturschutz hat, wie z.B. Magerrasen, extensiv bewirtschaftete Äcker, seggen- und binsenreiche Nasswiesen, alte Streuobstwiesen und Teiche mit Verlandungszonen.

Es handelt sich dabei also um Lebensräume, die nicht nur gesetzlich geschützt sind, sondern auch Lebensraum für gefährdete Tier- und Pflanzenarten bietet, wie zum Beispiel Wildbienen, Wiesenknopf-Ameisenbläulinge, Wiedehopf, Zauneidechsen, verschiedene Orchideenarten und viele mehr.

Insgesamt schlossen 312 Landwirte Vereinbarungen über das Vertragsnaturschutzprogramm im Landkreis ab und sorgten damit im Januar und Februar für gut beschäftigte Beamte in der Unteren Naturschutzbehörde und häufig besetzte Telefonleitungen.

Fast ausschließlich Wiesen- und Weideflächenförderung

Insgesamt haben im Landkreis Bad Kissingen Landwirte für rund 1.795 Hektar Fläche das Vertragsnaturschutzprogramm abgeschlossen. Die Schwerpunkte liegen in den Naturschutzgebieten (NSG), sogenannten FFH-Gebieten (Schutzgebiete nach EU Flora-Fauna-Habitat-Richtlinie) und Wiesentälern wie dem Schondratal (NSG, FFH).

Besonders gefördert wird die nächsten Jahre über die Beweidung des FFH-Gebietes am Truppenübungsplatz Hammelburg. Das FFH-Gebiet zeichnet sich durch große, unzerschnittene Biotopkomplexe mitWacholderheiden, Kalk-Trockenrasen, magere Flachland-Mähwiesen und Laubwälder aus.

Insgesamt werden im FFH-Gebietmit VNP-Förderung rund 211 Hektar und im Trockengebiet beiMachtilshausen (Teile NSG) rund 27 Hektar mit Schafen beweidet,sowie im Sinntal gut 80 Hektar ganzjährig mit Rindern.

Große Bandbreite an Fördermaßnahmen für Landwirte

Das Interesse der Landwirte konzentriert sich allerdings im Landkreis Bad Kissingen mit rund 95% besonders auf Wiesen- und Weideflächen. Hier wird für eine extensive Mähnutzung einSchnittzeitpunkt festgelegt; die Flächen werden also erst ab Mitte Juni oder später gemäht. Zusätzlich wird auf Dünge- undPflanzenschutzmittel verzichtet, um blüten- und insektenreiche Flächen zu erhalten. Grundsätzlich aber ist das Förderprogramm fürLandwirte vielfältiger und von Umweltminister Thorsten Glauber äußerst breit aufgestellt: Das äußert sich in der Erhöhung von Prämien sowie neugeschaffener Kombinationsmöglichkeiten.

Ganze 64 Millionen Euro werden aktuell in die naturverträgliche Bewirtschaftung investiert. Davon fließen 6,8 Millionen Euro nach Unterfranken und rund 850.000 Euro gehen in den Landkreis BadKissingen. Das schafft Sicherheit für Landwirte, sichert wertvolle Lebensräume und ist eine direkte Investition in die Heimat.

Naturschutzgebiet Schwarze Berge im Fokus

Ein Hauptschwerpunkt im Landkreis Bad Kissingen ist das Naturschutzgebiet Schwarze Berge. Ziel ist die Erhaltung artenreicher Bergmähwiesen, die Umwandlung von Fichtenforst instandortheimische Laubwälder, die Sicherung von Feucht- und Trockenstandorten sowie die Bewahrung der Kulturlandschaft. Für dieses Naturschutzgebiet wurden Vereinbarungen über 514 Hektar Mähwiese abgeschlossen, das sind rund 30 % der gesamten VNPFlächeim Landkreis. Trotz dieser Erfolge stehen Naturschützer im NSG Schwarze Berge in den nächsten Jahren vor großen Herausforderungen. Denn die invasive Lupine verbreitet sich vermehrt. Invasive Arten sind gebietsfremde Arten, dieunerwünschte Auswirkungen auf andere Arten und Lebensgemeinschaften haben, meist durch Verdrängung. Auch durch das VNP wird nun versucht, die Lupine zu bekämpfen.

Durch Anpassung der möglichen Fördermaßnahmen werden dieses Jahr auf 25 Hektar, die besonders betroffen sind, die Lupinen bekämpft. Zur Lupinenbekämpfung muss die Pflanze in voller Blüte, vor derBildung von Samen abgemäht und das Mahdgut abgefahren werden. Alternativ kann die Pflanze mit Wurzel ausgestochen werden. Dazuwird auf betroffenen Flächen ein zweiter naturschutzfachlicher Zusatzschnitt nach dem eigentlichen Schnittzeitpunkt oder einezusätzliche frühere Mahd auf maximal 20% der Fläche gewährt.

Förderprogramm läuft weiter – Antragstellung weiterhin möglich

Auch für das nächste Jahr können wieder Gelder aus dem Vertragsnaturschutzprogramm im Offenland abgeschlossen werden. Es empfiehlt sich bereits im Sommer mit der UnterenNaturschutzbehörde Kontakt aufzunehmen, wenn es sich um neue Flächen handelt. Eine weitere Möglichkeit noch in diesem Jahr im Naturschutz aktiv zu werden, bietet sich Waldbesitzern durch das VNP Wald. Durch das Programm werden beispielweise Biotopbäume,das Belassen von Totholz und die Schaffung von lichten Waldstrukturen gefördert. Die Untere Naturschutzbehörde bietet zu diesem Thema Beratung an.

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Es handelt sich dabei also um Lebensräume, die nicht nur gesetzlich geschützt sind, sondern auch Lebensraum für gefährdete Tier- und Pflanzenarten bietet, wie zum Beispiel Wildbienen, Wiesenknopf-Ameisenbläulinge, Wiedehopf, Zauneidechsen, verschiedene Orchideenarten und viele mehr.

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Fast ausschließlich Wiesen- und Weideflächenförderung

Insgesamt haben im Landkreis Bad Kissingen Landwirte für rund 1.795 Hektar Fläche das Vertragsnaturschutzprogramm abgeschlossen. Die Schwerpunkte liegen in den Naturschutzgebieten (NSG), sogenannten FFH-Gebieten (Schutzgebiete nach EU Flora-Fauna-Habitat-Richtlinie) und Wiesentälern wie dem Schondratal (NSG, FFH).

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Insgesamt werden im FFH-Gebietmit VNP-Förderung rund 211 Hektar und im Trockengebiet beiMachtilshausen (Teile NSG) rund 27 Hektar mit Schafen beweidet,sowie im Sinntal gut 80 Hektar ganzjährig mit Rindern.

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Ganze 64 Millionen Euro werden aktuell in die naturverträgliche Bewirtschaftung investiert. Davon fließen 6,8 Millionen Euro nach Unterfranken und rund 850.000 Euro gehen in den Landkreis BadKissingen. Das schafft Sicherheit für Landwirte, sichert wertvolle Lebensräume und ist eine direkte Investition in die Heimat.

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