Gesichsschutz aus Eigenproduktion

Mit dem 3D-Drucker gegen das Coronavirus

Landratsamt stellt Gesichtsschutz für Corona-Teststrecke, Ärzte und Einrichtungen selbst her; Mitarbeiter aus dem Servicepoint produzieren jetzt "Faceshields".

Was tun, wenn Ärzten, medizinischen Fachangestellten und Pflegefachkräften die Schutzausrüstungen ausgehen? Wenn von Tag zu Tag zum Beispiel der Gesichtsschutz zwar weniger, aber immer noch gebraucht wird, um sich selbst und andere vor einer Ansteckung zu schützen? Denn aufgrund von Covid19 ist die Nachfrage nach Schutzausrüstung länderübergreifend immer noch hoch.

Ideen zum Schutz vor Infektionen

Da ist es gut, wenn Menschen Ideen haben. Noch besser ist es, wenn die Menschen mit Ideen im eigenen Team spielen und daraus ein handfestes Projekt wird. So geschehen beim Landratsamt Bad Kissingen, als der Leiter der IT, Jürgen Bischoff, auf dem Nachhauseweg im Auto die Idee hatte, den landkreiseigenen 3D-Drucker zur Herstellung von Gesichtsschutz – sogenannten „Faceshields“ - zu verwenden. Diese Faceshields bestehen aus einem Plastikreif, den man etwa auf Höhe des Haaransatzes trägt. Daran befestigt ist ein durchsichtiges „Schutzschild“ aus Plastik, das das Gesicht abschirmt.       

3D-Drucktechnik weist den Weg zur Lösung

Als  erste Nachforschungen des IT-Fachmannes ergaben, dass diese 3D-Drucke andernorts bereits praktiziert werden, waren die Absprachen mit Landrat und Führungsriege schnell getätigt. „Dann habe ich nur noch im Internet nach einer Vorlage gesucht, diese angepasst und in eine vom 3D-Drucker lesbare Form gebracht. Nach einigen Versuchen waren die idealen Einstellungen gefunden“, sagt Jürgen Bischoff, Leiter der IT beim Landratsamt Bad Kissingen, und meint damit den landkreiseigenen 3D-Drucker. Dieser wurde bisher dazu verwendet, unkompliziert Verbrauchsmaterialien der Hausmeister und der IT „nachzudrucken“.          

Unterstützung aus der Berufsschule          

Die Faceshield-Produktion konnte also in Serie gehen. Unterstützung kommt dabei auch vom 3D-Drucker der Berufsschule, die dem Landratsamt ihr Gerät zur Verfügung gestellt hat, während dort aus Fertigteilen ähnliche Masken zusammengebaut werden. Es arbeiten also Kompetenzen des Landkreises Hand in Hand.

Unterschiedliche Kompetenzen gefragt

„Not macht erfinderisch“, stellt schließlich auch Landrat Thomas Bold fest, „Und hier trifft das auf besondere Weise zu: Wir haben einen Mangel an Schutzausrüstung bei Ärzten, in Einrichtungen und der Teststrecke festgestellt und haben geschaut, was wir mit unseren Möglichkeiten tun können. Es ist toll, Leute im Team zu haben, die solche Ideen entwickeln. Wir haben unterschiedliche Kompetenzen und warten nicht darauf, bis es wieder etwas gibt, sondern nehmen die Eigenverantwortung wahr und werden selbst aktiv.“          

Maschinen liefern 30 Stück pro Tag

Deshalb werden diese Faceshields jetzt eifrig im Landratsamt Bad Kissingen gedruckt und von Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern zusammengesetzt, die sonst eigentlich für die Versorgung der Menschen am Servicepoint zuständig sind. Bis zu insgesamt 30 Stück schaffen die Maschinen innerhalb von 24 Stunden – die Produktion läuft nämlich nonstop. Die Schutzschilder werden von fleißigen Helfern zugeschnitten und dann an den Plastikreifen befestigt.      

Damit will das Landratsamt sicherstellen, dass dort, wo Menschen zwangsläufig engen Kontakt haben, wie in Krankenhäusern und der Pflege, dennoch auf den Schutz aller Beteiligten geachtet werden kann. „Es geht immer darum, Menschen zu schützen, die gepflegt werden müssen“, sagt deshalb auch Landrat Bold, „und solche, die behandeln und pflegen.“

Enge Kooperation zwischen den Partnern

Und so arbeiten alle zusammen: die Realschule Hammelburg, die mit ihrem 3D-Drucker fertige Rohlinge nach Vorlage des Landratsamtes herstellt und zum Zusammenbauen ins Amt schickt, die Berufsschule Bad Kissingen mit ihrem Leihgerät und den eigenen Fertigungen und das Landratsamt mit seinem Personal und dem eigenen 3D-Drucker. Das alles in enger Abstimmung mit dem Versorgungsarzt im Landkreis, Dr. Brath, denn die Faceshields sollen den Schwerpunktpraxen, wie Zahnärzten, der Teststrecke sowie bei Bedarf dem Gesundheitsamt und weiteren Einrichtungen bzw. Pflegediensten zur Verfügung gestellt werden. Es zeigt sich: Ein Mix an Kompetenzen und Mut zu kreativen Lösungen sind immer ein Vorteil – und noch mehr in der Krise.

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Da ist es gut, wenn Menschen Ideen haben. Noch besser ist es, wenn die Menschen mit Ideen im eigenen Team spielen und daraus ein handfestes Projekt wird. So geschehen beim Landratsamt Bad Kissingen, als der Leiter der IT, Jürgen Bischoff, auf dem Nachhauseweg im Auto die Idee hatte, den landkreiseigenen 3D-Drucker zur Herstellung von Gesichtsschutz – sogenannten „Faceshields“ - zu verwenden. Diese Faceshields bestehen aus einem Plastikreif, den man etwa auf Höhe des Haaransatzes trägt. Daran befestigt ist ein durchsichtiges „Schutzschild“ aus Plastik, das das Gesicht abschirmt.       

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Unterstützung aus der Berufsschule          

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Unterschiedliche Kompetenzen gefragt

„Not macht erfinderisch“, stellt schließlich auch Landrat Thomas Bold fest, „Und hier trifft das auf besondere Weise zu: Wir haben einen Mangel an Schutzausrüstung bei Ärzten, in Einrichtungen und der Teststrecke festgestellt und haben geschaut, was wir mit unseren Möglichkeiten tun können. Es ist toll, Leute im Team zu haben, die solche Ideen entwickeln. Wir haben unterschiedliche Kompetenzen und warten nicht darauf, bis es wieder etwas gibt, sondern nehmen die Eigenverantwortung wahr und werden selbst aktiv.“          

Maschinen liefern 30 Stück pro Tag

Deshalb werden diese Faceshields jetzt eifrig im Landratsamt Bad Kissingen gedruckt und von Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern zusammengesetzt, die sonst eigentlich für die Versorgung der Menschen am Servicepoint zuständig sind. Bis zu insgesamt 30 Stück schaffen die Maschinen innerhalb von 24 Stunden – die Produktion läuft nämlich nonstop. Die Schutzschilder werden von fleißigen Helfern zugeschnitten und dann an den Plastikreifen befestigt.      

Damit will das Landratsamt sicherstellen, dass dort, wo Menschen zwangsläufig engen Kontakt haben, wie in Krankenhäusern und der Pflege, dennoch auf den Schutz aller Beteiligten geachtet werden kann. „Es geht immer darum, Menschen zu schützen, die gepflegt werden müssen“, sagt deshalb auch Landrat Bold, „und solche, die behandeln und pflegen.“

Enge Kooperation zwischen den Partnern

Und so arbeiten alle zusammen: die Realschule Hammelburg, die mit ihrem 3D-Drucker fertige Rohlinge nach Vorlage des Landratsamtes herstellt und zum Zusammenbauen ins Amt schickt, die Berufsschule Bad Kissingen mit ihrem Leihgerät und den eigenen Fertigungen und das Landratsamt mit seinem Personal und dem eigenen 3D-Drucker. Das alles in enger Abstimmung mit dem Versorgungsarzt im Landkreis, Dr. Brath, denn die Faceshields sollen den Schwerpunktpraxen, wie Zahnärzten, der Teststrecke sowie bei Bedarf dem Gesundheitsamt und weiteren Einrichtungen bzw. Pflegediensten zur Verfügung gestellt werden. Es zeigt sich: Ein Mix an Kompetenzen und Mut zu kreativen Lösungen sind immer ein Vorteil – und noch mehr in der Krise.

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