Wirtschaftlich keine Perspektive

Die Jugendherberge Lohr schließt für immer die Türen

"Nach sorgfältiger Abwägung aller Argumente" bestätigt das Präsidium des Bayerischen Jugendherbergswerks die endgültige Schließung von drei Standorten. Lohr macht den Anfang, Feuchtwangen und Kelheim folgen.

Am 31, März gehen am Brunnenwiesenweg 13 in Lohr die Lichter aus und die letzten Schlafsäcke zusammengerollt. Die Jugendherberge, beliebter Stützpunkt für Spessart-Besucher - von Märchenfans bis zu Outdoor-Begeisterten - werden sich dann eine neue Unterkunft suchen müssen, wenn es wieder mehr Bewegungsraum fürs Reisen gibt. Ursache für die Entscheidung, die heute verkündet wurde, ist die angespannte wirtschaftliche Lage als Folge der Coronakrise sowie die mangelnden Perspektiven für den künftigen Betrieb. Für die betroffenen Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter wird ein Sozialplan erarbeitet.

Tendenz war absehbar

Das Präsidium des Landesverbands Bayern im Deutschen Jugendherbergswerk hat in seiner Sitzung vom 26. Februar 2021 die endgültige Schließung der Jugendherbergen in Lohr, Feuchtwangen und Kelheim bestätigt. Das Gremium hatte bereits Anfang des Jahres einen entsprechenden Tendenzbeschluss gefasst, wonach ein Weiterbetrieb der drei Standorte vor allem aus betriebswirtschaftlichen Gründen nicht möglich ist. Die jetzige Entscheidung zur endgültigen Schließung traf das neunköpfige Präsidium einstimmig.

Optionen für Weiterbetrieb geprüft

Bereits im Januar hatten Präsidium und Vorstand des Landesverbands einen Tendenzbeschluss gefasst, der mögliche Schließungen umfasste. In der Folge hatten zahlreiche Gespräche mit den politisch Verantwortlichen in den betroffenen Kommunen und Landkreisen stattgefunden. Dabei ging es darum auszuloten, ob – und wenn ja, welche – Optionen für einen Weiterbrieb der drei Häuser bestehen.

Auslastung mit zu wenig Perspektive

"Nach sorgfältiger Abwägung aller in diese Diskussionen eingebrachten Argumente" sieht es das Präsidium des Verbandes als unabwendbar an, die endgültigen Schließungen zu bestätigen. Die erforderliche Auslastung und die damit unmittelbar verbundene wirtschaftliche Tragfähigkeit der Jugendherbergen in Lohr, Feuchtwangen und Kelheim können auch durch größte Anstrengungen nicht in dem Maße erhöht werden, um diese Häuser bedarfsgerecht und gleichzeitig kostendeckend zu betreiben. In den Jugendherbergen Lohr, Feuchtwangen und Kelheim müssten sehr hohe Investitionen getätigt werden, um die gewachsenen Ansprüche aller Gästegruppen zu erfüllen. Die notwendigen Mittel für eine grundlegende Modernisierung bzw. energetische Sanierung können jedoch weder aus den eigenen Umsätzen der Häuser noch aus dem Budget des Landesverbands oder über staatliche Zuschüsse realisiert werden.

Quer-Finanzierung brächte Netzwerk in Schieflage

Klaus Umbach, Präsident des Landesverbands Bayern, macht in einem Statement deutlich, dass seitens der Verantwortlichen alle Optionen ausgereizt waren: „Entscheidungen zur Schließung einzelner Jugendherbergs-Standorte fallen unendlich schwer – werden aber mit größter Vorsicht und unter Abwägung aller ‚Pro und Kontra‘ getroffen. Insofern wurde auch dieser Beschluss erst nach reiflichen Überlegungen gefällt. Der Landesverband sieht sich jedoch außer Stande, eine Quer-Finanzierung, wie sie bislang zwischen ertragsstarken und umsatzschwächeren Häusern üblich war, zu garantieren, weil damit das gesamte Netzwerk in Schieflage geraten würde. Vor dem Hintergrund der geringen Auslastung, den notwendigen Investitionen und dem Gebot des verantwortungsvollen Umgangs mit unseren Ressourcen war die jetzt bestätigte Entscheidung leider nicht abwendbar.“

"Grundsätzlich gesprächsoffen"

Gleichzeitig sieht sich der Landesverband in der Pflicht, auch weiterhin bedarfsgerechte Angebote von Jugendherbergen als Bildungs- und Begegnungsorte in ganz Bayern zu schaffen. Die Jugendherbergen werden damit ihrem satzungsgemäßen Auftrag gerecht, attraktive Angebote für Kinder, Jugendliche, Familien und Gruppen zu schaffen und damit unverzichtbarer Teil der Bildungsinfrastruktur zu sein. Umbach: „Wir sind deshalb grundsätzlich gesprächsoffen, um gemeinsam mit Politik und Verwaltungsstrukturen vor Ort Optionen für neue Betreibermodelle zu suchen. Solche Modelle dürfen jedoch den Haushalt des Jugendherbergswerks nicht belasten. Erste Kontakte dazu gab es bereits mit Bürgermeistern und Landräten. Ergebnisse sind jedoch derzeit nicht absehbar, sodass der Beschluss so zu treffen war.“

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Quer-Finanzierung brächte Netzwerk in Schieflage

Klaus Umbach, Präsident des Landesverbands Bayern, macht in einem Statement deutlich, dass seitens der Verantwortlichen alle Optionen ausgereizt waren: „Entscheidungen zur Schließung einzelner Jugendherbergs-Standorte fallen unendlich schwer – werden aber mit größter Vorsicht und unter Abwägung aller ‚Pro und Kontra‘ getroffen. Insofern wurde auch dieser Beschluss erst nach reiflichen Überlegungen gefällt. Der Landesverband sieht sich jedoch außer Stande, eine Quer-Finanzierung, wie sie bislang zwischen ertragsstarken und umsatzschwächeren Häusern üblich war, zu garantieren, weil damit das gesamte Netzwerk in Schieflage geraten würde. Vor dem Hintergrund der geringen Auslastung, den notwendigen Investitionen und dem Gebot des verantwortungsvollen Umgangs mit unseren Ressourcen war die jetzt bestätigte Entscheidung leider nicht abwendbar.“

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