Innovation für die Zukunft

„Modellstadt für Elektromobilität“ ist gut in Fahrt

Dieser Tage jährte sich die Ernennung von Bad Neustadt zur „Ersten Bayerischen Modellstadt für Elektromobilität“ zum zehnten Mal. Grund genug für das Projektteam, Prof. Dr. Ansgar Ackva, Dr. Hubert P. Büchs und Bürgermeister Werner einen Rückblick zu halten und ihre Zukunftsvisionen aufzuzeigen.

Im sogenannten „Turmzimmer“ der Jakob-Preh Berufsschule statt begrüßten Dr. Jörg Geier (Leiter der Stabsstelle Kreisentwicklung Landkreis Rhön-Grabfeld) und Dipl. Ing. Ulrich Leber (Geschäftsführer Stadtwerke Bad Neustadt a.d. Saale) in Vertretung für Landrat Thomas Habermann die eingeladenen Gäste und Pressevertreter zum Jubiläum. Beide bilden gemeinsam mit Bianca Benkert (ebenfalls Stadtwerke Bad Neustadt a.d. Saale) das Projektteam der „Modellstadt für Elektromobilität“.

Regionaler Nährboden für Innovationen

Seit nun 10 Jahren ist Bad Neustadt Modellstadt – dass heißt, dass hier Innovationen einen regionalen Nährboden finden: Forschungs-, Bildungs-, und Industrieprojekte der Elektromobilität werden in Bad Neustadt und Umgebung gefördert und umgesetzt. Laut den Ausführungen von Dr. Geier ist „in Sachen Elektromobilität“ einiges passiert: in den vergangenen Jahren sind ca. 750 neue Arbeitsplätze im Bereich Elektromobilität entstanden. Bad Neustadt beheimatet Firmen wie Jopp, FGB, Preh, Siemens, und ist durch das Werk vonValeo Siemens Standort des größten deutschen E-Motorenwerk im KFZ Bereich. In die Zukunft gerichtet führte Dr. Geier aus, dass der Landkreis – analog zur Stadt Bad Neustadt -  an der Elektrifizierung des ÖPNV arbeite. So sei der AzubiShuttle eine Ergänzung des ÖPNV, die (teil-) elektrische Ergänzungen zum bestehenden ÖPNV-System biete und ab September 2020 den Betrieb aufnehmen könne. In der Modellstadt selbst verkehre bereits die E-Nessi und befördere Gäste und Einheimische auf Bad Neustadts Straßen rein elektrisch. Darüber hinaus hätten viele Privatleute und unternehmerische Akteure, z.B. der Pflegedienst Reinhold Rossbach aus Überzeugung in elektrisch betrieben Fahrzeuge investiert. So erkläre sich auf, so Geier, dass man in der Region bundesweit den höchsten Anteil an E-Mobilen verzeichnen könne. Im Landkreis Rhön-Grabfeld sind aktuell 879 Elektro und Hybridfahrzeuge zugelassen (Stand Mai 2020). Die Besitzer können diese an 49 Landestandpunkte aufladen (Stand Juni 2020).

Fahrzeugschau führend in Deutschland

Die Fahrzeugschau, die bedauerlicherweise in diesem Jahr aufgrund der aktuellen Situation mit COVID-19 abgesagt werden musste, hat sich zu einer der führenden Branchenveranstaltungen in Deutschland entwickelt. Man hoffe, dass die Fahrzeugschau und das fahrzeugtechnische Kolloquium im nächsten Jahr wieder stattfinden können, so Herr Leber von den Stadtwerken Bad Neustadt.

Neben der Fahrzeugschau blickte Leber auf die Messebeteiligungen iauf der Hightech Fair n Shenzhen und auf die eCarTec in München zurück und erinnerte an das stark frequentierte Bürger-E-Mobil, dass als Teil der Öffentlichkeitsarbeit des Projektteams bayernweit als Schaufenster für das Thema Elektromobilität auffallen konnte.

Impuls für produktnahe Entwicklung

Prof. Dr. Ackva skizzierte die Entwicklung des Technologiezentrums für Elektromobilität, dass am Standort Bad Neustadt nahezu 40 Mitarbeite zähle und inzwischen zum etablierten Partner der Industrie avanciert sei.  Um wissenschaftlichen Fachkräften vor Ort eine Möglichkeit der produktnahen Entwicklung zu bieten, schlug Prof. Dr. Ackva vor, eine TTZ GmbH ins Leben zu rufen. Der Standort Bad Neustadt böte ein innovatives Milieu, welcher von der Struktur eines Gründerzentrums profitieren könnte.

Dr. Hubert P. Büchs (Geschäftsführer Jopp Holding GmbH und Vorsitzender des Fördervereines M-E-NES) verwies auf die durchgeführten Industrieprojekte und unterstrich das Interesse der regionalen Wirtschaft an wissenschaftlichen Partnern vor Ort. Im Namen des Fördervereines M-E-NES kündigte er an, dass am 12. August ein Workshop zu Zukunftsprojekten der Modellstadt erfolgen solle.

Nächste Stufe Wasserstoff?

Bad Neustadts Bürgermeister Michael Werner dankte dem Projektteam für die leidenschaftliche und konstruktive Umsetzung der Projekte und Maßnahmen in den vergangenen Jahren. Auch in Zukunft, so der Bürgermeister, wolle die Stadt Bad Neustadt gemeinsam mit dem Landkreis das Thema Elektromobilität engagiert begleiten. Dabei müssen man Innovationen gegenüber offen sein. In diesem Sinne kann sich Werner vorstellen, die bislang batteriebasierte Elektromobilität auf das Thema Wasserstoff zu erweitern, da sich auch hier zukunftsfähige Betätigungsfelder für die Region erschließen lassen könnten.

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Im sogenannten „Turmzimmer“ der Jakob-Preh Berufsschule statt begrüßten Dr. Jörg Geier (Leiter der Stabsstelle Kreisentwicklung Landkreis Rhön-Grabfeld) und Dipl. Ing. Ulrich Leber (Geschäftsführer Stadtwerke Bad Neustadt a.d. Saale) in Vertretung für Landrat Thomas Habermann die eingeladenen Gäste und Pressevertreter zum Jubiläum. Beide bilden gemeinsam mit Bianca Benkert (ebenfalls Stadtwerke Bad Neustadt a.d. Saale) das Projektteam der „Modellstadt für Elektromobilität“.

Regionaler Nährboden für Innovationen

Seit nun 10 Jahren ist Bad Neustadt Modellstadt – dass heißt, dass hier Innovationen einen regionalen Nährboden finden: Forschungs-, Bildungs-, und Industrieprojekte der Elektromobilität werden in Bad Neustadt und Umgebung gefördert und umgesetzt. Laut den Ausführungen von Dr. Geier ist „in Sachen Elektromobilität“ einiges passiert: in den vergangenen Jahren sind ca. 750 neue Arbeitsplätze im Bereich Elektromobilität entstanden. Bad Neustadt beheimatet Firmen wie Jopp, FGB, Preh, Siemens, und ist durch das Werk vonValeo Siemens Standort des größten deutschen E-Motorenwerk im KFZ Bereich. In die Zukunft gerichtet führte Dr. Geier aus, dass der Landkreis – analog zur Stadt Bad Neustadt -  an der Elektrifizierung des ÖPNV arbeite. So sei der AzubiShuttle eine Ergänzung des ÖPNV, die (teil-) elektrische Ergänzungen zum bestehenden ÖPNV-System biete und ab September 2020 den Betrieb aufnehmen könne. In der Modellstadt selbst verkehre bereits die E-Nessi und befördere Gäste und Einheimische auf Bad Neustadts Straßen rein elektrisch. Darüber hinaus hätten viele Privatleute und unternehmerische Akteure, z.B. der Pflegedienst Reinhold Rossbach aus Überzeugung in elektrisch betrieben Fahrzeuge investiert. So erkläre sich auf, so Geier, dass man in der Region bundesweit den höchsten Anteil an E-Mobilen verzeichnen könne. Im Landkreis Rhön-Grabfeld sind aktuell 879 Elektro und Hybridfahrzeuge zugelassen (Stand Mai 2020). Die Besitzer können diese an 49 Landestandpunkte aufladen (Stand Juni 2020).

Fahrzeugschau führend in Deutschland

Die Fahrzeugschau, die bedauerlicherweise in diesem Jahr aufgrund der aktuellen Situation mit COVID-19 abgesagt werden musste, hat sich zu einer der führenden Branchenveranstaltungen in Deutschland entwickelt. Man hoffe, dass die Fahrzeugschau und das fahrzeugtechnische Kolloquium im nächsten Jahr wieder stattfinden können, so Herr Leber von den Stadtwerken Bad Neustadt.

Neben der Fahrzeugschau blickte Leber auf die Messebeteiligungen iauf der Hightech Fair n Shenzhen und auf die eCarTec in München zurück und erinnerte an das stark frequentierte Bürger-E-Mobil, dass als Teil der Öffentlichkeitsarbeit des Projektteams bayernweit als Schaufenster für das Thema Elektromobilität auffallen konnte.

Impuls für produktnahe Entwicklung

Prof. Dr. Ackva skizzierte die Entwicklung des Technologiezentrums für Elektromobilität, dass am Standort Bad Neustadt nahezu 40 Mitarbeite zähle und inzwischen zum etablierten Partner der Industrie avanciert sei.  Um wissenschaftlichen Fachkräften vor Ort eine Möglichkeit der produktnahen Entwicklung zu bieten, schlug Prof. Dr. Ackva vor, eine TTZ GmbH ins Leben zu rufen. Der Standort Bad Neustadt böte ein innovatives Milieu, welcher von der Struktur eines Gründerzentrums profitieren könnte.

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Bad Neustadts Bürgermeister Michael Werner dankte dem Projektteam für die leidenschaftliche und konstruktive Umsetzung der Projekte und Maßnahmen in den vergangenen Jahren. Auch in Zukunft, so der Bürgermeister, wolle die Stadt Bad Neustadt gemeinsam mit dem Landkreis das Thema Elektromobilität engagiert begleiten. Dabei müssen man Innovationen gegenüber offen sein. In diesem Sinne kann sich Werner vorstellen, die bislang batteriebasierte Elektromobilität auf das Thema Wasserstoff zu erweitern, da sich auch hier zukunftsfähige Betätigungsfelder für die Region erschließen lassen könnten.

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