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vbw: Firmen sehen Fachkräftemangel als Investitionshemmnis

vbw-Hauptgeschäftsführer Bertram Brossardt. Foto: vbw/ibw – Informationszentrale der Bayerischen Wirtschaft

Brossardt: „Gute Arbeitsmarktlage und demografischer Wandel führen schon heute zu Fachkräfteengpässen.”

„Die gute Lage auf dem Arbeitsmarkt und der fortschreitende demografische Wandel führen schon heute zu Fachkräfteengpässen – gerade im ländlichen Raum. Gleichzeitig nehmen im Zuge der Digitalisierung die durchschnittlichen Qualifikationsanforderungen und damit der Bedarf an qualifizierten Fachkräften zu“, erklärte Bertram Brossardt, Hauptgeschäftsführer der vbw – Vereinigung der Bayerischen Wirtschaft e. V., auf einem vbw Kongress in Bad Neustadt.

„Der bayerische Arbeitsmarkt ist ein Leuchtturm für ganz Deutschland. Das zeigt sich in allen Regionen, besonders auch in Unterfranken. Die Arbeitslosenquote verringerte sich hier zwischen 2007 bis 2017 von 5,0 Prozent auf 3,0 Prozent, die Mai-Quote 2018 lag sogar bei nur 2,6 Prozent. Gleichzeitig wird für Unterfranken zwischen 2016 und 2036 ein Bevölkerungsrückgang um 3,5 Prozent erwartet. Gerade die ländlichen Regionen Unterfrankens sind von dieser Entwicklung besonders stark betroffen. Die Folge sind Fachkräfteengpässe, die eine zunehmende Gefahr für die Wettbewerbsfähigkeit der bayerischen Wirtschaft sind“, erläuterte Brossardt.

Von dem partiellen Fachkräftemangel sind vor allem technische Berufe sowie Gesundheits- und Pflegeberufe betroffen. Eine aktuelle Umfrage der vbw zeigt, dass 54 Prozent der bayerischen Unternehmen den Fachkräftemangel als bedeutendes Investitionshemmnis einstufen. „Deshalb setzen wir uns seit vielen Jahren für ganzheitliche Problemlösungen zur Deckung des Fachkräftebedarfs der Unternehmen ein. Mit ‚Wir für Bayern – Aktionsprogramm Fachkräftesicherung‘ haben wir ein integriertes Konzept vorgelegt, bei dem in fünf Handlungsfeldern zahlreiche Initiativen und Programme ineinander greifen“, so der vbw Hauptgeschäftsführer weiter.

Die vbw sieht weiterhin hohen politischen Handlungsbedarf. „Der Fachkräftesicherung muss dringend oberste Priorität eingeräumt werden – unabhängig von konjunkturellen Bewegungen auf dem Arbeitsmarkt. Notwendig ist eine konsistente Gesamtstrategie, die sowohl die Erschließung aller inländischen Potenziale als auch die Gewinnung qualifizierter ausländischer Fachkräfte umfasst“, forderte Brossardt.

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