Luftkurort intensiviert Nahwärme

Zukunftsweisendes Klimakonzept für Ostheim

Ostheim intensiviert regionale Nahwärmeversorgung. Nachhaltige Energie wichtiger Beitrag zu Umweltschutz und Autarkie. Kostenlose Förderberatung im Rathaus.

Bereits seit zehn Jahren bietet die Stadt Ostheim vor der Rhön ihren Bürgerinnen und Bürgern eine umweltfreundliche Nahwärmeversorgung mit Regenerativen Energien als Alternative zu fossilen Rohstoffen an. Angesichts des Klimawandels soll die nachhaltige Wärmeversorgung mit Bioenergie ausgebaut werden. Umfassende Informationen für Bürgerinnen und Bürger gibt es in Ostheim am 16. November um 19.30 Uhr im Rahmen der Themenwoche Wärme des Bayerischen Wirtschaftsministeriums. Und natürlich nach Terminvereinbarung im persönlichen Beratungsgespräch im Rathaus.

Bioenergie bleibt Versorgungsbasis

„Wir setzen konsequent weiterhin auf Nahwärme mit seinen hervorragenden Speichermöglichkeiten. Bei uns wird es keine PV-Anlagen auf der grünen Wiese geben“, unterstreicht Steffen Malzer, 1. Bürgermeister der Stadt Ostheim vor der Rhön, bei einem Pressegespräch in der Biogasanlage vor den Toren des Luftkurorts. Weiterer wichtiger Bestandteil des Energiekonzepts im Luftkurort bilden mit Regenerativen Energien betriebene Anlagen auf Gebäuden.

Praktizierter Klimaschutz

„Durch die Nahwärme sparen wir pro Jahr 690 Tonnen CO2 ein – und das seit zehn Jahren“, so Malzer stolz. Das zeigt, wie ernsthaft in Ostheim Klimaschutz betrieben wird - ebenso wie der Blick auf die Ostheimer Energiebilanz: 85 Prozent des Strombedarfs werden schon jetzt aus Regenerativen Energien erzeugt, der größte Teil stammt aus der Bioenergie, der Rest aus PV-Anlagen. 

In der Wärmegewinnung aus Bioenergie sehen das Stadtoberhaupt, Michael Gottwald, Geschäftsführer der Biomasse-Wärmeversorgung Ostheim GmbH & Co.KG und Abteilungsleiter Wärme der Bayerischen Rhöngas GmbH, und Felix Schmidl, Geschäftsführer der Bioenergie Ostheim GmbH & Co. KG., nur Vorteile: Die Nahwärme ist dank ihres einfachen Warmwasser-Tauschprinzips komplett emissionsfrei. Jeder Abnehmer leistet damit einen wertvollen Beitrag zum Klimaschutz. Der Anschluss ist denkbar einfach und sogar in Altbauten oder bei Denkmalschutzauflagen eine energetisch gute Lösung, da kein technischer Einsatz notwendig ist.

Langfristig wirtschaftlich

„Jeder, der rechnen kann, wird sich für die Nahwärme entscheiden“, weiß Michael Gottwald aus Erfahrung. Denn die Kosten für eine teure Heizanlage entfallen, die Wärmeübergabestation erfordert kaum mehr Raumbedarf als ein Kühlschrank und der Anschluss erfolgt schnell und einfach. Ebenso sparen Abnehmer der Nahwärme Abgasuntersuchungen, Kaminkehrereinsätze, Reparaturkosten und Strom.

Beitrag zur Preisstabilität 

Im Hinblick auf die stark steigenden Kosten für Strom, Öl und Gas sowie die neuen gesetzlichen Abgaben wie CO2-Steuer rechnet sich der Anschluss nach Meinung der Experten erst recht, da die CO2- Abgabe für das regenerative Wärmesystem entfällt. Momentan liegt die Grundgebühr für ein Einfamilienhaus bei rund 700 € jährlich, die laufenden Kosten sind seit zehn Jahren stabil bei rund 1.500 € für 20.000 Kilowattstunden. Die Anschlussgebühren in Höhe von mindestens 6.000 € entfallen in der Regel für einen Anschluss an das bestehende Leitungsnetz. Auch künftig erwarten die Experten keine derart großen Preisschwankungen wie bei Öl oder Strom. Zusätzlich fallen bei der Nahwärme eine Reihe gesetzlicher Abgaben und Umlagen nicht an. „Wir haben selbst größtes Interesse daran, dass die Preise günstig bleiben“, bestätigt Steffen Malzer.

Millionenstarke Investition

„Wir glauben fest an die Nahwärme als versorgungssicheren Energielieferanten der Zukunft“, betont Felix Schmidl. Deshalb wird die Anlage für über eine Million Euro für eine noch flexiblere und zielgerichtetere Energieproduktion ausgerichtet. Steffen Malzer steht voll hinter dieser Investition. „Nahwärmekonzepte haben eine Lebensdauer von 80 bis 100 Jahren und bieten damit hohe Sicherheit und einen wichtigen Beitrag zur autarken Energieversorgung in der Region“, weiß er. Zudem ist die Anlage so ausgerichtet, dass sie jederzeit auf andere regenerative Energieträger umgestellt werden kann.

Verdichtung und Erweiterung

„Die Kapazität der Bioenergieanlage reicht für doppelt so viele Haushalte aus“, betont Felix Schmidl.  Momentan wird die Energie, die nicht ins Wärmenetz fließt, sinnvoll z. B. für die Holztrocknung verwendet. Ziel ist es jedoch, diese kostbare Bioenergie für die Wärmeleistung entlang der Strecke zu nutzen. Dafür soll das Abnehmernetz verdichtet und bei Bedarf auch ausgebaut werden. Mögliche Erweiterungen könnten das neue Baugebiet an der Burgstraße sein oder der Bereich Werner-Artus-Straße und die Marktstraße Richtung Rathaus.

Wertschöpfung bleibt in der Region

Rund 5,5 Kilometer lang sind die Leitungen im Stadtgebiet. 62 Privathaushalte und öffentliche Einrichtungen wie Schule und Schwimmbad beziehen in der Oberstadt und an der Marktstraße die emissionsfreie Wärme zu stabilen Preisen. Rund 5,5 Mio. Kilowattstunden Strom werden pro Jahr ins Netz eingespeist. Rund 3,75 Mio. kWh Wärme werden ins Nahwärmenetz eingespeist. 

Das Nahwärmenetz betreibt die Biomasse-Wärmeversorgung Ostheim GmbH & Co.KG, die eigens hierfür gegründete Gesellschaft. Fachlicher Partner für das Leitungsnetz ist die Bayerische Rhöngas GmbH. Das Substrat für die Biogasanlage liefern 23 Landwirte aus Ostheim, Fladungen und Nordheim. Rindergülle, Gras, Ganzpflanzensilage und Mais werden aus einem Umkreis von maximal zehn Kilometern geliefert bzw. geerntet und nach dem Abbau in der Biogasanlage wieder auf die Felder im gleichen Umkreis verteilt. „Damit ist der Wertschöpfungskreislauf geschlossen und wir stärken Wirtschaft und Umwelt in der Heimat.“, konstatiert Steffen Malzer zufrieden.

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Luftkurort intensiviert Nahwärme

Zukunftsweisendes Klimakonzept für Ostheim

Ostheim intensiviert regionale Nahwärmeversorgung. Nachhaltige Energie wichtiger Beitrag zu Umweltschutz und Autarkie. Kostenlose Förderberatung im Rathaus.

Bereits seit zehn Jahren bietet die Stadt Ostheim vor der Rhön ihren Bürgerinnen und Bürgern eine umweltfreundliche Nahwärmeversorgung mit Regenerativen Energien als Alternative zu fossilen Rohstoffen an. Angesichts des Klimawandels soll die nachhaltige Wärmeversorgung mit Bioenergie ausgebaut werden. Umfassende Informationen für Bürgerinnen und Bürger gibt es in Ostheim am 16. November um 19.30 Uhr im Rahmen der Themenwoche Wärme des Bayerischen Wirtschaftsministeriums. Und natürlich nach Terminvereinbarung im persönlichen Beratungsgespräch im Rathaus.

Bioenergie bleibt Versorgungsbasis

„Wir setzen konsequent weiterhin auf Nahwärme mit seinen hervorragenden Speichermöglichkeiten. Bei uns wird es keine PV-Anlagen auf der grünen Wiese geben“, unterstreicht Steffen Malzer, 1. Bürgermeister der Stadt Ostheim vor der Rhön, bei einem Pressegespräch in der Biogasanlage vor den Toren des Luftkurorts. Weiterer wichtiger Bestandteil des Energiekonzepts im Luftkurort bilden mit Regenerativen Energien betriebene Anlagen auf Gebäuden.

Praktizierter Klimaschutz

„Durch die Nahwärme sparen wir pro Jahr 690 Tonnen CO2 ein – und das seit zehn Jahren“, so Malzer stolz. Das zeigt, wie ernsthaft in Ostheim Klimaschutz betrieben wird - ebenso wie der Blick auf die Ostheimer Energiebilanz: 85 Prozent des Strombedarfs werden schon jetzt aus Regenerativen Energien erzeugt, der größte Teil stammt aus der Bioenergie, der Rest aus PV-Anlagen. 

In der Wärmegewinnung aus Bioenergie sehen das Stadtoberhaupt, Michael Gottwald, Geschäftsführer der Biomasse-Wärmeversorgung Ostheim GmbH & Co.KG und Abteilungsleiter Wärme der Bayerischen Rhöngas GmbH, und Felix Schmidl, Geschäftsführer der Bioenergie Ostheim GmbH & Co. KG., nur Vorteile: Die Nahwärme ist dank ihres einfachen Warmwasser-Tauschprinzips komplett emissionsfrei. Jeder Abnehmer leistet damit einen wertvollen Beitrag zum Klimaschutz. Der Anschluss ist denkbar einfach und sogar in Altbauten oder bei Denkmalschutzauflagen eine energetisch gute Lösung, da kein technischer Einsatz notwendig ist.

Langfristig wirtschaftlich

„Jeder, der rechnen kann, wird sich für die Nahwärme entscheiden“, weiß Michael Gottwald aus Erfahrung. Denn die Kosten für eine teure Heizanlage entfallen, die Wärmeübergabestation erfordert kaum mehr Raumbedarf als ein Kühlschrank und der Anschluss erfolgt schnell und einfach. Ebenso sparen Abnehmer der Nahwärme Abgasuntersuchungen, Kaminkehrereinsätze, Reparaturkosten und Strom.

Beitrag zur Preisstabilität 

Im Hinblick auf die stark steigenden Kosten für Strom, Öl und Gas sowie die neuen gesetzlichen Abgaben wie CO2-Steuer rechnet sich der Anschluss nach Meinung der Experten erst recht, da die CO2- Abgabe für das regenerative Wärmesystem entfällt. Momentan liegt die Grundgebühr für ein Einfamilienhaus bei rund 700 € jährlich, die laufenden Kosten sind seit zehn Jahren stabil bei rund 1.500 € für 20.000 Kilowattstunden. Die Anschlussgebühren in Höhe von mindestens 6.000 € entfallen in der Regel für einen Anschluss an das bestehende Leitungsnetz. Auch künftig erwarten die Experten keine derart großen Preisschwankungen wie bei Öl oder Strom. Zusätzlich fallen bei der Nahwärme eine Reihe gesetzlicher Abgaben und Umlagen nicht an. „Wir haben selbst größtes Interesse daran, dass die Preise günstig bleiben“, bestätigt Steffen Malzer.

Millionenstarke Investition

„Wir glauben fest an die Nahwärme als versorgungssicheren Energielieferanten der Zukunft“, betont Felix Schmidl. Deshalb wird die Anlage für über eine Million Euro für eine noch flexiblere und zielgerichtetere Energieproduktion ausgerichtet. Steffen Malzer steht voll hinter dieser Investition. „Nahwärmekonzepte haben eine Lebensdauer von 80 bis 100 Jahren und bieten damit hohe Sicherheit und einen wichtigen Beitrag zur autarken Energieversorgung in der Region“, weiß er. Zudem ist die Anlage so ausgerichtet, dass sie jederzeit auf andere regenerative Energieträger umgestellt werden kann.

Verdichtung und Erweiterung

„Die Kapazität der Bioenergieanlage reicht für doppelt so viele Haushalte aus“, betont Felix Schmidl.  Momentan wird die Energie, die nicht ins Wärmenetz fließt, sinnvoll z. B. für die Holztrocknung verwendet. Ziel ist es jedoch, diese kostbare Bioenergie für die Wärmeleistung entlang der Strecke zu nutzen. Dafür soll das Abnehmernetz verdichtet und bei Bedarf auch ausgebaut werden. Mögliche Erweiterungen könnten das neue Baugebiet an der Burgstraße sein oder der Bereich Werner-Artus-Straße und die Marktstraße Richtung Rathaus.

Wertschöpfung bleibt in der Region

Rund 5,5 Kilometer lang sind die Leitungen im Stadtgebiet. 62 Privathaushalte und öffentliche Einrichtungen wie Schule und Schwimmbad beziehen in der Oberstadt und an der Marktstraße die emissionsfreie Wärme zu stabilen Preisen. Rund 5,5 Mio. Kilowattstunden Strom werden pro Jahr ins Netz eingespeist. Rund 3,75 Mio. kWh Wärme werden ins Nahwärmenetz eingespeist. 

Das Nahwärmenetz betreibt die Biomasse-Wärmeversorgung Ostheim GmbH & Co.KG, die eigens hierfür gegründete Gesellschaft. Fachlicher Partner für das Leitungsnetz ist die Bayerische Rhöngas GmbH. Das Substrat für die Biogasanlage liefern 23 Landwirte aus Ostheim, Fladungen und Nordheim. Rindergülle, Gras, Ganzpflanzensilage und Mais werden aus einem Umkreis von maximal zehn Kilometern geliefert bzw. geerntet und nach dem Abbau in der Biogasanlage wieder auf die Felder im gleichen Umkreis verteilt. „Damit ist der Wertschöpfungskreislauf geschlossen und wir stärken Wirtschaft und Umwelt in der Heimat.“, konstatiert Steffen Malzer zufrieden.

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