Plädoyer für Technologie-Transferzentrum Wasserstofftechnik in Schweinfurt

Agil mit Wasserstoff im Güterverkehr und die Bereitschaft, dafür zu zahlen

„Wie kann Schweinfurt ein Zentrum des emissionsfreien Güterverkehrs werden?“ Dieser Frage stellten sich Experten im Rahmen der Europäischen Mobilitätswoche am 22. September im Schweinfurter Rathaus.

Die gut besuchte Podiumsdiskussion hatte das Thema Logistik und den Wechsel von Diesel zu Wasserstoff im Güterverkehr im Fokus. Als Podiumsgäste waren Vertreter der logistischen Kette des Energieträgers von der Speicherung über den Transport, die Verteilung in einer Tankstelle bis zur Verwendung in Nutzfahrzeugen vertreten. Damit konnte der Einsatz des Energieträgers Wasserstoff kompetent beurteilt werden.

Prof. Dr. Winfried Wilke, Projektleiter des vom Europäischen Sozialfonds (ESF) geförderten Projektes „Green Hydrogen Technologies“, Professor an der Hochschule Würzburg-Schweinfurt sowie Studiengangleiter des Bachelorstudiengangs Wasserstofftechnik, erläuterte die Anforderungen, die Wasserstoff an die Technik stellt. So habe Wasserstoff zwar den höchsten Energieinhalt pro Masseneinheit, aber auch die geringste Dichte. Damit sei ein Wasserstofftank zwar leichter als ein Dieseltank, aber auch größer.

Matthias Zeier, Leiter der Projektentwicklung GKN Hydrogen GmbH in Bad Brückenau, stellte Lösungen zur Wasserstoffspeicherung vor. Mathias Kurras, Geschäftsführer der Maximator Hydrogen GmbH in Nordhausen, berichtete über die flächendeckenden Installationen von Wasserstofftankstellen in der Schweiz. Florian Bredl, Leiter der Tankstellenabteilung der Erik Walther GmbH & Co. KG in Schweinfurt, schilderte die Rahmenbedingungen eines Tankstellenbetreibers. Alfred Ulbrich, Leiter Betrieb der Spedition Pabst Transport GmbH & Co. KG in Gochsheim, und Kai Vedder, Geschäftsführer der Translog Transport + Logistik GmbH in Schweinfurt, beschrieben die Situation im Transportgewerbe.

Zusammenfassend stelle sich, so Wilke, die aktuelle Situation so dar: Die Versorgung mit Wasserstoff bis zur Tankstelle sei technisch realisiert. Die wasserstoffbetriebenen Nutzfahrzeuge seien je nach Nutzung als Serienfahrzeuge verfügbar oder im Prototyp-Stadium. Die Kosten für die Wasserstofftechnik im Güterverkehr betragen im Moment das zwei- bis zweieinhalbfache der vergleichbaren Dieseltechnik. Daher seien die wirtschaftlichen Rahmenbedingungen für die Speditionen noch so unklar, dass sie die Amortisation von Investitionen nicht abschätzen können. Eine Lösungsmöglichkeit in diesem wirtschaftlichen Dilemma könne eine deutlich höhere CO2-Abgabe sein, bis die Skaleneffekte einer Massenfertigung von wasserstofftechnischen Systemen in Form von Kostensenkungen greifen.

Alle Podiumsmitglieder waren sich einig, dass es für Maßnahmen zur CO2-Reduktion eigentlich schon zu spät sei und man jetzt mit dem konkreten Handeln beginnen müsse. In diesem Zusammenhang könnte in der Region Unterfranken z. B. vom Landkreis und der Stadt Schweinfurt ein Technologie-Transferzentrum Wasserstofftechnik eingerichtet werden, das die regionalen Unternehmen in der energetischen Transformation von den Kohlenwasserstoffen zum Wasserstoff tatkräftig fördert.

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Plädoyer für Technologie-Transferzentrum Wasserstofftechnik in Schweinfurt

Agil mit Wasserstoff im Güterverkehr und die Bereitschaft, dafür zu zahlen

„Wie kann Schweinfurt ein Zentrum des emissionsfreien Güterverkehrs werden?“ Dieser Frage stellten sich Experten im Rahmen der Europäischen Mobilitätswoche am 22. September im Schweinfurter Rathaus.

Die gut besuchte Podiumsdiskussion hatte das Thema Logistik und den Wechsel von Diesel zu Wasserstoff im Güterverkehr im Fokus. Als Podiumsgäste waren Vertreter der logistischen Kette des Energieträgers von der Speicherung über den Transport, die Verteilung in einer Tankstelle bis zur Verwendung in Nutzfahrzeugen vertreten. Damit konnte der Einsatz des Energieträgers Wasserstoff kompetent beurteilt werden.

Prof. Dr. Winfried Wilke, Projektleiter des vom Europäischen Sozialfonds (ESF) geförderten Projektes „Green Hydrogen Technologies“, Professor an der Hochschule Würzburg-Schweinfurt sowie Studiengangleiter des Bachelorstudiengangs Wasserstofftechnik, erläuterte die Anforderungen, die Wasserstoff an die Technik stellt. So habe Wasserstoff zwar den höchsten Energieinhalt pro Masseneinheit, aber auch die geringste Dichte. Damit sei ein Wasserstofftank zwar leichter als ein Dieseltank, aber auch größer.

Matthias Zeier, Leiter der Projektentwicklung GKN Hydrogen GmbH in Bad Brückenau, stellte Lösungen zur Wasserstoffspeicherung vor. Mathias Kurras, Geschäftsführer der Maximator Hydrogen GmbH in Nordhausen, berichtete über die flächendeckenden Installationen von Wasserstofftankstellen in der Schweiz. Florian Bredl, Leiter der Tankstellenabteilung der Erik Walther GmbH & Co. KG in Schweinfurt, schilderte die Rahmenbedingungen eines Tankstellenbetreibers. Alfred Ulbrich, Leiter Betrieb der Spedition Pabst Transport GmbH & Co. KG in Gochsheim, und Kai Vedder, Geschäftsführer der Translog Transport + Logistik GmbH in Schweinfurt, beschrieben die Situation im Transportgewerbe.

Zusammenfassend stelle sich, so Wilke, die aktuelle Situation so dar: Die Versorgung mit Wasserstoff bis zur Tankstelle sei technisch realisiert. Die wasserstoffbetriebenen Nutzfahrzeuge seien je nach Nutzung als Serienfahrzeuge verfügbar oder im Prototyp-Stadium. Die Kosten für die Wasserstofftechnik im Güterverkehr betragen im Moment das zwei- bis zweieinhalbfache der vergleichbaren Dieseltechnik. Daher seien die wirtschaftlichen Rahmenbedingungen für die Speditionen noch so unklar, dass sie die Amortisation von Investitionen nicht abschätzen können. Eine Lösungsmöglichkeit in diesem wirtschaftlichen Dilemma könne eine deutlich höhere CO2-Abgabe sein, bis die Skaleneffekte einer Massenfertigung von wasserstofftechnischen Systemen in Form von Kostensenkungen greifen.

Alle Podiumsmitglieder waren sich einig, dass es für Maßnahmen zur CO2-Reduktion eigentlich schon zu spät sei und man jetzt mit dem konkreten Handeln beginnen müsse. In diesem Zusammenhang könnte in der Region Unterfranken z. B. vom Landkreis und der Stadt Schweinfurt ein Technologie-Transferzentrum Wasserstofftechnik eingerichtet werden, das die regionalen Unternehmen in der energetischen Transformation von den Kohlenwasserstoffen zum Wasserstoff tatkräftig fördert.

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