Innovation durch FHWS-Logistikteams

Individuelle Lösungen für Lager und Bestellwesen bei Industrieprojekten

Die Ware schnell, zuverlässig und fehlerfrei zu lagern und zu liefern – dieses Ziel hat die Logistik. Studierende des Studiengangs Logistik an der Fakultät Wirtschaftsingenieurwesen haben in ihren Industrieprojekten Aufgaben der Logistik bearbeitet und Konzepte entwickelt, die konkrete Lieferprozesse in Unternehmen bzw. Organisationen verbessern. Online präsentierten sie ihre Ergebnisse.

Ein Team der Hochschule für angewandte Wissenschaften Würzburg-Schweinfurt, geleitet von Prof. Dr. Birgit Gampl, kooperierte mit der E. Wiener Bike Parts GmbH in Sennfeld. Als Großhändler für Fahrradteile und -zubehör hat das Unternehmen ein neues Warehouse Management System (Lagerverwaltungssoftware) integriert. Das Ziel des Projektes war es, verschiedene reale Abläufe im Unternehmen im neuen IT-System abzubilden. Es soll

  • den Bestand in Echtzeit anzeigen
  • zu weniger Fehlern führen
  • die Lagerkapazität optimal nutzen und
  • Prozesse optimieren.

Die angehenden Logistikerinnen und Logistiker verschafften sich zunächst einen Überblick über die einzelnen Arbeitsschritte in der Warenwirtschaft des Unternehmens. Zu ihnen zählen der Wareneingang, die Einlagerung, Kommissionierung und die Prüfung der Bestellvorgänge. Diese verschiedenen Phasen bildeten sie anschließend in der neuen Software ab. Über die Analyse der Produktpalette konnten sie abschließend Handlungsvorschläge entwickeln und Konzepte zur Wahl der geeigneten Lagerplätze ableiten.

Lückenlose Verfolgung aller logistischen Einheiten

Ein zweites studentisches Team mit Prof. Dr.-Ing. Peik Bremer arbeitete mit dem Logistik-Dienstleister RHENUS AG Gießen zusammen. Für die Kundschaft werden alle Warenbewegungen durch Barcode-Scans dokumentiert, die eine lückenlose Verfolgung aller logistischen Einheiten gewährleisten. Die Aufgabe an die Studierenden: Sie sollten analysieren, wie im Inbound-Prozess (Wareneingang und Einlagerung) und im Outbound-Prozess (Auslagerung, Verpackung, Versand) das manuelle durch ein automatisches Scannen der Paletten ersetzt werden kann.

Das FHWS-Team hatte dabei dem Unternehmen in der Zwischenpräsentation folgende Alternativen vorgeschlagen:

  • das automatische Barcode-Scannen
  • die RFID (Radio Frequency Identification, Funkerkennung) oder
  • die Indoor Localization (Ortung von Objekten im Lager) und Abbildung der logistischen Einheiten in einem sogenannten digitalen Zwilling des Lagers.

Die Firma entschied sich für das automatische Barcode-Scannen. Die Studierenden vertieften entsprechend ihre Analyse und entwickelten dazu zwei Lösungsansätze:

  • Stationäre Durchgangsstationen werden mit automatisierten Barcode-Lesegeräten ausgestattet. Durch sie wird der Materialfluss geführt.
  • Gabelstapler werden mit integrierten Kameras für die Barcode-Erfassung und weiterer Sensorik ausgestattet.

De-Carbonisierung von Lieferketten

Ein drittes studentisches Projekt (Betreuer: Prof. Dr. Karsten Machholz) untersuchte die De-Carbonisierungsmöglichkeiten der Lieferkette der Firma Schukat Electronics. Nachdem Studierende im vergangenen Semester die Umsetzung des neuen deutschen Lieferketten-Sorgfaltspflichtengesetzes geprüft hatten, stand im aktuellen Wintersemester die Messung und Reduktion von Kohlenstoffdioxid (CO2) im Mittelpunkt, um dem Unternehmen zu helfen, durch eigene Maßnahmen dem Klimawandel und der Erderwärmung entgegenzusteuern. Sie analysierten u.a. Zertifikate des Qualitätsmanagements (wie DIN 9001, RoHS und WEEE) und deren Anwendungen in Konkurrenz-Unternehmen, informierten sich über verschiedene Software-Angebote wie „ecochain“, „ecovadis“ oder „carbmee“, prüften Leistungsindikatoren mit einer Risiko-Matrix und erstellten aus ihren Resultaten eine Handlungsempfehlung für das Monheimer Unternehmen.

Entlastung der Krankenhäuser zu Zeiten der Pandemie

Eine weitere Studierendengruppe befasste sich mit der Entlastung des Schweinfurter Krankenhauses St. Josef in Pandemiezeiten. Aktuell sind Hospitäler während der anhaltenden Pandemie besonders gefordert, u.a. aufgrund der vielen Patientinnen und Patienten durch SARS-CoV-2, der außerordentlichen Belastungen des Pflegepersonals oder der benötigten Betten-Kapazitäten. Neben den Aspekten der Räumlichkeiten und des Personals spitzt sich immer wieder deren Ausstattung zu – die Sicherstellung der Versorgung mit Medikamenten, der persönlichen Schutzausrüstungen (z.B. FFP2-Masken) oder der Verbrauchsmaterialien.

Nachdem im Sommersemester bereits ein Team die Versorgung mit ausgewählten Warengruppen des Krankenhauses analysiert und erste Konzepte entwickelt hatte, vertiefte im Wintersemester ein weiteres Team das Entlastungsvorhaben. Es arbeitete die ersten Richtlinien auf Ebene der einzelnen Artikel soweit in konkreten Detailbeschreibungen aus, dass diese Ideen nun auch für die Mitarbeitenden des Krankenhauses in der Praxis umgesetzt werden können.

Sie berechneten beispielsweise die wirtschaftlichen Bestellmengen, prüften Produktverfügbarkeiten, Lieferzeiten, Preise, Lagerkapazitäten und Platzbedarf. In zwei Durchgängen verglichen die Studierenden die einzelnen Bestellvorgänge über die NFC-Karte (Nahfeld-Kommunikation) versus Barcode-Nutzung und plädierten für die Nutzung der Barcode-Variante aufgrund folgender Unterschiede:

  • kein manueller Transport der NFC-Karten
  • direkter Fluss von Informationen in die Systeme
  • die Wahrscheinlichkeit des Kartenverlustes wird deutlich reduziert
  • Arbeitsschritte werden reduziert
  • Kostenstelle kann direkt der Bestellung zugeordnet werden

Planung eines automatisierten Vertriebszentrums

Das von Prof. Dr. Jakob Emanuel Beer betreute Logistik-Team untersuchte im Zuge des Projektes „Planung eines automatisierten Vertriebszentrums”, welche Technologien und Konzepte das Unternehmen Röthlein Logistik für ein neues automatisiertes Lager „auf der grünen Wiese“ wirtschaftlich einsetzen kann. Dazu wurden umfangreiche Datensätze des Kunden mit dem Visualisierungstool Power BI, der Programmiersprache Python und dem Tabellenkalkulationsprogramm Microsoft Excel analysiert. Die Ergebnisse übertrugen die Studierenden zur besseren Kommunikation mit der Kundschaft in ein grafisch übersichtliches Dashboard. Auf Basis der Ergebnisse der Datenanalyse und des zur Verfügung stehenden Platzes auf dem Gelände des Logistik-Unternehmens wurde ein konzeptionelles Layout angefertigt und der Materialfluss grafisch dargestellt.

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Innovation durch FHWS-Logistikteams

Individuelle Lösungen für Lager und Bestellwesen bei Industrieprojekten

Die Ware schnell, zuverlässig und fehlerfrei zu lagern und zu liefern – dieses Ziel hat die Logistik. Studierende des Studiengangs Logistik an der Fakultät Wirtschaftsingenieurwesen haben in ihren Industrieprojekten Aufgaben der Logistik bearbeitet und Konzepte entwickelt, die konkrete Lieferprozesse in Unternehmen bzw. Organisationen verbessern. Online präsentierten sie ihre Ergebnisse.

Ein Team der Hochschule für angewandte Wissenschaften Würzburg-Schweinfurt, geleitet von Prof. Dr. Birgit Gampl, kooperierte mit der E. Wiener Bike Parts GmbH in Sennfeld. Als Großhändler für Fahrradteile und -zubehör hat das Unternehmen ein neues Warehouse Management System (Lagerverwaltungssoftware) integriert. Das Ziel des Projektes war es, verschiedene reale Abläufe im Unternehmen im neuen IT-System abzubilden. Es soll

  • den Bestand in Echtzeit anzeigen
  • zu weniger Fehlern führen
  • die Lagerkapazität optimal nutzen und
  • Prozesse optimieren.

Die angehenden Logistikerinnen und Logistiker verschafften sich zunächst einen Überblick über die einzelnen Arbeitsschritte in der Warenwirtschaft des Unternehmens. Zu ihnen zählen der Wareneingang, die Einlagerung, Kommissionierung und die Prüfung der Bestellvorgänge. Diese verschiedenen Phasen bildeten sie anschließend in der neuen Software ab. Über die Analyse der Produktpalette konnten sie abschließend Handlungsvorschläge entwickeln und Konzepte zur Wahl der geeigneten Lagerplätze ableiten.

Lückenlose Verfolgung aller logistischen Einheiten

Ein zweites studentisches Team mit Prof. Dr.-Ing. Peik Bremer arbeitete mit dem Logistik-Dienstleister RHENUS AG Gießen zusammen. Für die Kundschaft werden alle Warenbewegungen durch Barcode-Scans dokumentiert, die eine lückenlose Verfolgung aller logistischen Einheiten gewährleisten. Die Aufgabe an die Studierenden: Sie sollten analysieren, wie im Inbound-Prozess (Wareneingang und Einlagerung) und im Outbound-Prozess (Auslagerung, Verpackung, Versand) das manuelle durch ein automatisches Scannen der Paletten ersetzt werden kann.

Das FHWS-Team hatte dabei dem Unternehmen in der Zwischenpräsentation folgende Alternativen vorgeschlagen:

  • das automatische Barcode-Scannen
  • die RFID (Radio Frequency Identification, Funkerkennung) oder
  • die Indoor Localization (Ortung von Objekten im Lager) und Abbildung der logistischen Einheiten in einem sogenannten digitalen Zwilling des Lagers.

Die Firma entschied sich für das automatische Barcode-Scannen. Die Studierenden vertieften entsprechend ihre Analyse und entwickelten dazu zwei Lösungsansätze:

  • Stationäre Durchgangsstationen werden mit automatisierten Barcode-Lesegeräten ausgestattet. Durch sie wird der Materialfluss geführt.
  • Gabelstapler werden mit integrierten Kameras für die Barcode-Erfassung und weiterer Sensorik ausgestattet.

De-Carbonisierung von Lieferketten

Ein drittes studentisches Projekt (Betreuer: Prof. Dr. Karsten Machholz) untersuchte die De-Carbonisierungsmöglichkeiten der Lieferkette der Firma Schukat Electronics. Nachdem Studierende im vergangenen Semester die Umsetzung des neuen deutschen Lieferketten-Sorgfaltspflichtengesetzes geprüft hatten, stand im aktuellen Wintersemester die Messung und Reduktion von Kohlenstoffdioxid (CO2) im Mittelpunkt, um dem Unternehmen zu helfen, durch eigene Maßnahmen dem Klimawandel und der Erderwärmung entgegenzusteuern. Sie analysierten u.a. Zertifikate des Qualitätsmanagements (wie DIN 9001, RoHS und WEEE) und deren Anwendungen in Konkurrenz-Unternehmen, informierten sich über verschiedene Software-Angebote wie „ecochain“, „ecovadis“ oder „carbmee“, prüften Leistungsindikatoren mit einer Risiko-Matrix und erstellten aus ihren Resultaten eine Handlungsempfehlung für das Monheimer Unternehmen.

Entlastung der Krankenhäuser zu Zeiten der Pandemie

Eine weitere Studierendengruppe befasste sich mit der Entlastung des Schweinfurter Krankenhauses St. Josef in Pandemiezeiten. Aktuell sind Hospitäler während der anhaltenden Pandemie besonders gefordert, u.a. aufgrund der vielen Patientinnen und Patienten durch SARS-CoV-2, der außerordentlichen Belastungen des Pflegepersonals oder der benötigten Betten-Kapazitäten. Neben den Aspekten der Räumlichkeiten und des Personals spitzt sich immer wieder deren Ausstattung zu – die Sicherstellung der Versorgung mit Medikamenten, der persönlichen Schutzausrüstungen (z.B. FFP2-Masken) oder der Verbrauchsmaterialien.

Nachdem im Sommersemester bereits ein Team die Versorgung mit ausgewählten Warengruppen des Krankenhauses analysiert und erste Konzepte entwickelt hatte, vertiefte im Wintersemester ein weiteres Team das Entlastungsvorhaben. Es arbeitete die ersten Richtlinien auf Ebene der einzelnen Artikel soweit in konkreten Detailbeschreibungen aus, dass diese Ideen nun auch für die Mitarbeitenden des Krankenhauses in der Praxis umgesetzt werden können.

Sie berechneten beispielsweise die wirtschaftlichen Bestellmengen, prüften Produktverfügbarkeiten, Lieferzeiten, Preise, Lagerkapazitäten und Platzbedarf. In zwei Durchgängen verglichen die Studierenden die einzelnen Bestellvorgänge über die NFC-Karte (Nahfeld-Kommunikation) versus Barcode-Nutzung und plädierten für die Nutzung der Barcode-Variante aufgrund folgender Unterschiede:

  • kein manueller Transport der NFC-Karten
  • direkter Fluss von Informationen in die Systeme
  • die Wahrscheinlichkeit des Kartenverlustes wird deutlich reduziert
  • Arbeitsschritte werden reduziert
  • Kostenstelle kann direkt der Bestellung zugeordnet werden

Planung eines automatisierten Vertriebszentrums

Das von Prof. Dr. Jakob Emanuel Beer betreute Logistik-Team untersuchte im Zuge des Projektes „Planung eines automatisierten Vertriebszentrums”, welche Technologien und Konzepte das Unternehmen Röthlein Logistik für ein neues automatisiertes Lager „auf der grünen Wiese“ wirtschaftlich einsetzen kann. Dazu wurden umfangreiche Datensätze des Kunden mit dem Visualisierungstool Power BI, der Programmiersprache Python und dem Tabellenkalkulationsprogramm Microsoft Excel analysiert. Die Ergebnisse übertrugen die Studierenden zur besseren Kommunikation mit der Kundschaft in ein grafisch übersichtliches Dashboard. Auf Basis der Ergebnisse der Datenanalyse und des zur Verfügung stehenden Platzes auf dem Gelände des Logistik-Unternehmens wurde ein konzeptionelles Layout angefertigt und der Materialfluss grafisch dargestellt.

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