M+E Industrie in Unterfranken kommt nicht aus der Rezession

Johannsmann: „2020 ist ein an die Corona-Pandemie verlorenes Jahr“

Die unterfränkische Metall- und Elektro-Industrie kommt nicht aus der Rezession. Ungewiss sind zudem die Länge und die daraus resultierenden Auswirkungen des Lockdowns auf die konjunkturelle Erholung. Das ist das Ergebnis der aktuellen Umfrage der bayerischen Metall- und Elektro-Arbeitgeberverbände bayme vbm unter ihren Mitgliedsunternehmen.

„2020 müssen wir als ein Jahr, das an die Corona-Pandemie verloren gegangen ist, abschreiben. Die aktuelle Geschäftslage hat sich gegenüber dem Sommer verbessert und der Saldo ist wieder leicht positiv. Auch die Erwartungen für 2021 sind per Saldo positiv, mehr als die Hälfte der Unternehmen rechnet aber mit einer unverändert schlechten Lage. Damit ist klar, dass auch das kommende Jahr wirtschaftlich schwieriges Fahrwasser für die Unternehmen bringt und wir von einem Nachkrisenaufschwung noch weit entfernt sind“, erläutert der Vorsitzende der bayme vbm Region Main und Rhön, Martin Johannsmann.

Beschäftigungspläne geben Anlass zur Sorge

Besorgniserregend sind die weiter im negativen Bereich liegenden inländischen Beschäftigungspläne der unterfränkischen Unternehmen, verdeutlichen diese doch die ernste Lage. „Mehr als jedes fünfte Unternehmen rechnet im Inland mit einem weiter voranschreitenden Arbeitsplatzabbau. Seit dem Frühjahr gingen monatlich rund 250 Arbeitsplätze verloren. Wir müssen jetzt umsteuern und unseren Standort fit für den internationalen Wettbewerb machen. Daher fordern wir im Hinblick auf die kommende Tarifrunde den Tarifpartner auf, realistisch zu sein und die Arbeitskosten in Deutschland in den Griff zu bekommen. Es gibt nichts zu verteilen“, so Johannsmann.

Voraussichtlich weitere 2000 Arbeitsplätze werden verschwinden

Allein 2020 sind 3.000 Arbeitsplätze in der unterfränkischen M+E Industrie verloren gegangen. Die Gesamtbeschäftigung in der unterfränkischen M+E Industrie liegt derzeit bei rund 89.000. 2021 werden voraussichtlich noch weitere 2.000 Stellen verloren gehen. „Kurzarbeit, unternehmenseigene Maßnahmen, die Aussetzung der Insolvenzanmeldepflicht und staatliche Unterstützungshilfen haben einen noch schnelleren Stellenabbau verhindert“, so Johannsmann.

Hälfte der Firmen erst 2022 wieder auf Vorkrisenniveau

Bis Ende 2021 werden 50 Prozent der unterfränkischen Unternehmen das Vorkrisenniveau erreicht haben. „50 Prozent erwartet dies aber erst im Jahr 2022 oder später, viele können es noch gar nicht abschätzen. Das steht aber unter dem Vorbehalt, dass ab Frühjahr keine weiteren Einschränkungen durch das Infektionsgeschehen nötig sein werden und sich auch im Ausland die Lage deutlich verbessert. Das gilt auch für internationale Handelskonflikte“, betont Johannsmann.

Kritische Ertragslage

Die Ertragslage der Unternehmen zeigt sich in Unterfranken sehr kritisch. Mehr als 45 Prozent der Unternehmen schreiben im Jahr 2020 Verluste, weitere sechs Prozent erwarten eine schwarze Null und zusätzliche sechs Prozent gehen von einer Nettoumsatzrendite von unter zwei Prozent aus. „Die Ergebnisse werden positiv durch die Kurzarbeit beeinflusst. Reduziert diese doch die Kosten. Der Effekt ist aber nicht von Dauer“, klärt Johannsmann auf. Weiterhin ist fast jeder zweite Beschäftigte in der unterfränkischen M+E Industrie von Kurzarbeit betroffen.

Mehr Tempo beim Strukturwandel nötig

„Die Lage ist besser als noch im Sommer. Über den Berg sind wir aber noch lange nicht. Neben den Beeinträchtigungen durch die Corona-Pandemie müssen die Unternehmen auch politisch bedingt den Strukturwandel schneller vorantreiben. Dafür brauchen sie alle verfügbare Liquidität. Für die anstehenden Tarifverhandlungen heißt das, dass es keinen Verteilungsspielraum gibt und dass Tarifverträge flexible und individuelle Lösungen für alle Unternehmen bereithalten“, so Johannsmann.

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„Die Lage ist besser als noch im Sommer. Über den Berg sind wir aber noch lange nicht. Neben den Beeinträchtigungen durch die Corona-Pandemie müssen die Unternehmen auch politisch bedingt den Strukturwandel schneller vorantreiben. Dafür brauchen sie alle verfügbare Liquidität. Für die anstehenden Tarifverhandlungen heißt das, dass es keinen Verteilungsspielraum gibt und dass Tarifverträge flexible und individuelle Lösungen für alle Unternehmen bereithalten“, so Johannsmann.

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