Spurwechsel bei der Karriere

Julia Fohrer fühlt sich wie maßgeschneidert für die Selbständigkeit

Julia Fohrer arbeitete zunächst einige Jahre als Architektin, bevor sie einen neuen Weg einschlug: Seit 2018 ist sie als Handelspartnerin der Befeni GmbH tätig, einem 2017 gegründeten Modelabel, das maßgeschneiderte Hemden in eigener Manufaktur fertigt.

Wer kennt sie nicht, die Situation, in denen man eine neue Herausforderung sucht und einen neuen beruflichen Weg beschreitet? Mann und Frau hat einen festen Job, das Gehalt ist auch akzeptabel. Doch plötzlich entdeckt man ein neues Geschäftsfeld, das begeistert, das inspiriert -– und stellt sich die Frage, ob man wirklich den Beruf gewählt hat, der seiner Berufung entspricht oder ob man nicht doch etwas Neues wagen sollte.

Julia Fohrer, 34 Jahre aus Sennfeld, studierte Architektur und hatte danach in der Branche eine sichere und gut bezahlte Arbeitsstelle. „Für mich stand bereits im Studium fest: Nach dem Diplom werde ich zunächst einige Jahre Berufserfahrung sammeln und mich dann mit einem eigenen Architekturbüro selbstständig machen! Jedoch verblasste dieser Plan im Laufe der Jahre immer mehr“, sagt sie heute im Rückblick. 

Beim Start-up die Chance ergriffen

Anfang 2018 fand in Nürnberg ein Mastermind-Treffen statt, an dem ihr Lebenspartner teilnahm. Ein Teilnehmer erzählte von einem neu gegründeten Start-up-Modeunternehmen, das ohne Zwischenhandel und Ladengeschäfte Maßhemden in hoher Qualität zu einem günstigen Festpreis anbietet. Sie suchen deutschlandweit Modepartner für den Vertrieb. Zuhause angekommen, erzählte der Lebenspartner von dieser Unterhaltung. Es war die Initialzündung - und löste bei Julia Fohrer ein starkes Interesse aus, mehr von diesem Start-up zu erfahren. Eine Selbstständigkeit, die nebenberuflich aufgebaut werden kann, ohne Risiko und ohne großen Investitionskosten – und das Ganze mit einem tollen Produkt. “Mir war klar: Das mache ich!”

Dauerhafter Bedarf gibt Sicherheit

Was treibt die 34-Jährige an, ausgerechnet im Vertrieb von Maßhemden mitzuwirken? Für die Sennfelderin gehört die Oberbekleidung zur Grundausstattung. “Jeder hat heutzutage mindestens ein Hemd im Kleiderschrank - einige haben weitaus mehr. Hemden werden nicht nur zu bestimmten Anlässen getragen, sie sind in der Geschäftswelt und in der Freizeit nicht wegzudenken“, sagt Julia Fohrer.

Konfiguration erfolgt online

Bei Befeni wird das Hemd nicht nur auf Maß gefertigt, auch beispielsweise Stoffkombination, Kragen und Manschetten kann man nach eigenem Wunsch auswählen. Weil der Vertrieb ausschließlich über geschulte Modepartner erfolgt und es keinen Zwischenhandel gibt, kostet das Maßhemd 39,90 €. Lediglich beim ersten Maßhemd wird für die Beratung und das Maßnehmen eine zusätzliche Servicepauschale von 9,90 € erhoben.

Im Online-Shop kann man weitere Hemden nachbestellen, daneben Polohemden mit Button-down-Kragen erwerben, tief geschnittene V-Neckshirts, die sich als Unterhemd eignen. Accessoires wie Krawatten, Fliegen und Hosenträger runden das Angebot für den Mann ab.

Wachsendes Netz von Vertriebspartnern

Inzwischen ist das Vertriebsteam der Sennfelderin auf 253 Partner angewachsen. „In meinem Vertriebsnetzwerk sind sowohl Frauen wie Männer, Unternehmer und Angestellte. Viele Partner waren zunächst Kunden, waren dann aber so begeistert, dass sie selbst Partner werden wollten, um ihre Hemden zum Einkaufspreis direkt bei der Manufaktur in Auftrag geben zu können.“ Das Weiterempfehlungsprogramm bei Befeni ist ein weiterer Vorteil. „Natürlich gibt es auch einige Partner, die sich wie ich, eine Selbstständigkeit aufbauen wollen, die Spaß macht und ein zusätzliches Einkommen generiert“, meint Julia Fohrer.

 „Mein Traum ist es, Menschen zum Strahlen zu bringen“

Maßhemden in Thailand? Die Bilder von Frauen und Kindern, die unter extremen Arbeitsbedingungen ausgebeutet werden und für einen Hungerlohn arbeiten, sind in Asien leider keine Seltenheit. Sie hat Verständnis, wenn Interessenten sie offen auf dieses Thema ansprechen. „Meistens haben Menschen Angst davor, schlechte Arbeitsbedingungen mit ihrem Kauf zu unterstützen“, sagt sie. Doch sie weiß: Bei Befeni entsprechen die Arbeitsbedingungen den europäischen Standards. Die Schneiderinnen und Schneider sind fest angestellt, haben Urlaubstage und werden überdurchschnittlich für dortige Verhältnisse bezahlt. Es herrscht ein gutes Betriebsklima, wodurch die deutsche Firma als Arbeitgeber in Thailand immer beliebter wird. „In den Pausen wird gemeinsam gegessen, gelacht und auch Tischtennis gespielt. Zwischen dem deutschen Produktionsteam vor Ort und den Schneidern sind mittlerweile enge Freundschaften entstanden“, schildert Julia Fohrer.

Kunden zeigen Zufriedenheit mit dem Trinkgeldkonzept 

Was Befeni zudem von anderen Herstellern unterscheidet, ist das „Trinkgeldkonzept“. Demnach kann jeder Kunde freiwillig der Schneiderin oder des Schneiders seines Hemdes ein Trinkgeld zukommen lassen. Zum Neujahrsfest überraschten die Mitarbeiter die Firma und auch das Vertriebsteam mit einem Shirt, das alle anhatten, mit der Aufschrift “I love Befeni”.

Julia Fohrer verspürt viel Ehrgeiz, sie schaut gerne über den Tellerrand. Wenn man sie fragt, wo sie in fünf Jahren stehen könnte, meint sie: „Mein Traum ist es, so viele Menschen wie möglich von Befeni zu begeistern und sie mit einem gut sitzenden Hemd zum Strahlen zu bringen“. Bis 2025 will die junge Frau ihr Maßmodenetzwerk in allen Modemetropolen Europas ausgebreitet haben. Dafür sucht sie Partner, die das Label mit ihr in die Welt bringen. Dass dieses Ziel sehr anspruchsvoll ist, weiß sie. Doch wer Julia Fohrer kennt, gewinnt den Eindruck, dass die 34-Jährige es ernst meint mit solchen Aussagen.

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Wer kennt sie nicht, die Situation, in denen man eine neue Herausforderung sucht und einen neuen beruflichen Weg beschreitet? Mann und Frau hat einen festen Job, das Gehalt ist auch akzeptabel. Doch plötzlich entdeckt man ein neues Geschäftsfeld, das begeistert, das inspiriert -– und stellt sich die Frage, ob man wirklich den Beruf gewählt hat, der seiner Berufung entspricht oder ob man nicht doch etwas Neues wagen sollte.

Julia Fohrer, 34 Jahre aus Sennfeld, studierte Architektur und hatte danach in der Branche eine sichere und gut bezahlte Arbeitsstelle. „Für mich stand bereits im Studium fest: Nach dem Diplom werde ich zunächst einige Jahre Berufserfahrung sammeln und mich dann mit einem eigenen Architekturbüro selbstständig machen! Jedoch verblasste dieser Plan im Laufe der Jahre immer mehr“, sagt sie heute im Rückblick. 

Beim Start-up die Chance ergriffen

Anfang 2018 fand in Nürnberg ein Mastermind-Treffen statt, an dem ihr Lebenspartner teilnahm. Ein Teilnehmer erzählte von einem neu gegründeten Start-up-Modeunternehmen, das ohne Zwischenhandel und Ladengeschäfte Maßhemden in hoher Qualität zu einem günstigen Festpreis anbietet. Sie suchen deutschlandweit Modepartner für den Vertrieb. Zuhause angekommen, erzählte der Lebenspartner von dieser Unterhaltung. Es war die Initialzündung - und löste bei Julia Fohrer ein starkes Interesse aus, mehr von diesem Start-up zu erfahren. Eine Selbstständigkeit, die nebenberuflich aufgebaut werden kann, ohne Risiko und ohne großen Investitionskosten – und das Ganze mit einem tollen Produkt. “Mir war klar: Das mache ich!”

Dauerhafter Bedarf gibt Sicherheit

Was treibt die 34-Jährige an, ausgerechnet im Vertrieb von Maßhemden mitzuwirken? Für die Sennfelderin gehört die Oberbekleidung zur Grundausstattung. “Jeder hat heutzutage mindestens ein Hemd im Kleiderschrank - einige haben weitaus mehr. Hemden werden nicht nur zu bestimmten Anlässen getragen, sie sind in der Geschäftswelt und in der Freizeit nicht wegzudenken“, sagt Julia Fohrer.

Konfiguration erfolgt online

Bei Befeni wird das Hemd nicht nur auf Maß gefertigt, auch beispielsweise Stoffkombination, Kragen und Manschetten kann man nach eigenem Wunsch auswählen. Weil der Vertrieb ausschließlich über geschulte Modepartner erfolgt und es keinen Zwischenhandel gibt, kostet das Maßhemd 39,90 €. Lediglich beim ersten Maßhemd wird für die Beratung und das Maßnehmen eine zusätzliche Servicepauschale von 9,90 € erhoben.

Im Online-Shop kann man weitere Hemden nachbestellen, daneben Polohemden mit Button-down-Kragen erwerben, tief geschnittene V-Neckshirts, die sich als Unterhemd eignen. Accessoires wie Krawatten, Fliegen und Hosenträger runden das Angebot für den Mann ab.

Wachsendes Netz von Vertriebspartnern

Inzwischen ist das Vertriebsteam der Sennfelderin auf 253 Partner angewachsen. „In meinem Vertriebsnetzwerk sind sowohl Frauen wie Männer, Unternehmer und Angestellte. Viele Partner waren zunächst Kunden, waren dann aber so begeistert, dass sie selbst Partner werden wollten, um ihre Hemden zum Einkaufspreis direkt bei der Manufaktur in Auftrag geben zu können.“ Das Weiterempfehlungsprogramm bei Befeni ist ein weiterer Vorteil. „Natürlich gibt es auch einige Partner, die sich wie ich, eine Selbstständigkeit aufbauen wollen, die Spaß macht und ein zusätzliches Einkommen generiert“, meint Julia Fohrer.

 „Mein Traum ist es, Menschen zum Strahlen zu bringen“

Maßhemden in Thailand? Die Bilder von Frauen und Kindern, die unter extremen Arbeitsbedingungen ausgebeutet werden und für einen Hungerlohn arbeiten, sind in Asien leider keine Seltenheit. Sie hat Verständnis, wenn Interessenten sie offen auf dieses Thema ansprechen. „Meistens haben Menschen Angst davor, schlechte Arbeitsbedingungen mit ihrem Kauf zu unterstützen“, sagt sie. Doch sie weiß: Bei Befeni entsprechen die Arbeitsbedingungen den europäischen Standards. Die Schneiderinnen und Schneider sind fest angestellt, haben Urlaubstage und werden überdurchschnittlich für dortige Verhältnisse bezahlt. Es herrscht ein gutes Betriebsklima, wodurch die deutsche Firma als Arbeitgeber in Thailand immer beliebter wird. „In den Pausen wird gemeinsam gegessen, gelacht und auch Tischtennis gespielt. Zwischen dem deutschen Produktionsteam vor Ort und den Schneidern sind mittlerweile enge Freundschaften entstanden“, schildert Julia Fohrer.

Kunden zeigen Zufriedenheit mit dem Trinkgeldkonzept 

Was Befeni zudem von anderen Herstellern unterscheidet, ist das „Trinkgeldkonzept“. Demnach kann jeder Kunde freiwillig der Schneiderin oder des Schneiders seines Hemdes ein Trinkgeld zukommen lassen. Zum Neujahrsfest überraschten die Mitarbeiter die Firma und auch das Vertriebsteam mit einem Shirt, das alle anhatten, mit der Aufschrift “I love Befeni”.

Julia Fohrer verspürt viel Ehrgeiz, sie schaut gerne über den Tellerrand. Wenn man sie fragt, wo sie in fünf Jahren stehen könnte, meint sie: „Mein Traum ist es, so viele Menschen wie möglich von Befeni zu begeistern und sie mit einem gut sitzenden Hemd zum Strahlen zu bringen“. Bis 2025 will die junge Frau ihr Maßmodenetzwerk in allen Modemetropolen Europas ausgebreitet haben. Dafür sucht sie Partner, die das Label mit ihr in die Welt bringen. Dass dieses Ziel sehr anspruchsvoll ist, weiß sie. Doch wer Julia Fohrer kennt, gewinnt den Eindruck, dass die 34-Jährige es ernst meint mit solchen Aussagen.

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