Integrationsfachdienst Würzburg

Beratung für Menschen mit Behinderung und deren Arbeitgeber geht neue Wege

Der Integrationsfachdienst (IFD) unterstützt Menschen mit Schwerbehinderung und deren Gleichgestellte im Arbeitsleben bei der Entwicklung einer beruflichen Perspektive - angesichts von Covid-19 eine neue Herausforderung.

Eigentlich wäre es ein ganz normales Beratungsgespräch gewesen das Gerda Hoh, Fachberaterin beim Integrationsfachdienst, häufig in dieser Art und Weise führt. Doch das Beratungsgespräch begann mit den Worten „… Unternehmen sollen Menschen mit Behinderung beschäftigen und dann werden sie allein gelassen ...“. Mit dieser Meinung steht die Arbeitgeberin, die diese Aussage traf, nicht alleine da. Immer mehr Unternehmen fühlen sich im Stich gelassen und Menschen mit Behinderung haben Angst um ihren Job.

Service auch in der Corona-Krise

Zum Glück hat die Arbeitgeberin nach einem ausführlichen Beratungsgespräch mit dem IFD Würzburg ihre Meinung mittlerweile revidiert. Denn der Integrationsfachdienst Würzburg ist weiterhin für seine Klienten und Unternehmen da! Gerda Hoh hatte die Arbeitgeberin nicht wie normalerweise bei einem persönlichen Gespräch im Betrieb vor Ort beraten, sondern am Telefon.

Für den IFD Würzburg war schnell klar: Die Arbeit hört bei COVID-19 nicht auf, sondern wir passen uns flexibel der Situation an. Kurzerhand wurde die benötigte IT-Struktur geschaffen und die Arbeitsweise umgestellt. Nun finden Betriebsgespräche statt in einem persönlichen Austausch vor Ort einfach per Telefon oder Videokonferenz statt.

Telefonkonferenzen helfen weiter

Schnell zeigte sich, dass auch in schwierigen Situationen eine Telefonkonferenz möglich ist und Abhilfe bei Problemstellungen schaffen kann. Eine IFD-Fachberaterin musste ein dringendes Beratungsgespräch mit einem Arbeitgeber und Arbeitnehmer mit Behinderung führen, bei dem ihr alle Beteiligten zuvor unbekannt waren. Beim Telefongespräch waren Arbeitgeber und Arbeitnehmer vor Ort im Betrieb und die Fachberaterin telefonisch zugeschaltet. Die angespannte Situation konnte geklärt werden und es konnte über Hilfs- und Unterstützungsmöglichkeiten, in diesem Fall ein Lohnkostenzuschuss oder ein Job Coaching, informiert werden. Am Ende des Gesprächs waren sich alle einig: „Das hat sich gelohnt“.

Verlässlicher Ansprechpartner

Das waren nur zwei Beispiele, dass der IFD Würzburg auch in Zeiten der Pandemie von COVID-19 ein verlässlicher Ansprechpartner ist. Die Integrationsfachdienste gibt es bundesweit. Ihre Aufgabe ist es, Arbeitnehmer*innen und Arbeitgeber*innen zu allen Fragen rund um das Thema „Arbeit und Behinderung “ zu beraten. Dies geschieht normalerweise im persönlichen Gespräch, meist vor Ort in den Betrieben. Nun berät der IFD Würzburg, seinem Auftrag folgend, telefonisch schriftlich oder über Skype.

Probleme und Sorgen verstärken sich

Durch die Pandemie sind weite Teile des öffentlichen, privaten sowie beruflichen Lebens lahmgelegt. Die Probleme und Sorgen bleiben oder verstärken sich aber in vielen Fällen. Neue Fragen tauchen auf: Wie ist das mit dem Kurzarbeitergeld? Wie geht es weiter? Was darf der Arbeitgeber? Wie muss ich mich als Arbeitnehmer verhalten? Welche Rechten und Pflichten habe ich? Fragen, die alle betreffen, besonders aber (langzeit-)kranke und schwerbehinderte bzw. deren gleichgestellte Menschen. Sie haben es oft schwerer auf dem Arbeitsmarkt, da sie die „besondere Fürsorge“ des Arbeitgebers brauchen, wie es das Sozialgesetzbuch IX beschreibt.

Eva Klässer, Prokuristin des IFD Würzburg, bestätig: „Momentan rufen verstärkt Arbeitnehmer*innen an, die Fragen haben, wie: Ich befinde mich in der stufenweisen Wiedereingliederung, nun schließt mein Betrieb vorübergehend oder geht in Kurzarbeit, wie geht es weiter? Oder: Ich gehöre nach einer Krebserkrankung mit meinem geschwächten Immunsystem zur Risikogruppe, wie soll ich mich verhalten? Und Arbeitgeber fragen nach zusätzlichen Hilfen oder wie das Schwerbehindertenrecht SGB IX anzuwenden ist.“

Aufklärung über Status und Berechtigung

Bei all diesen Fragen kann der IFD Beraten und helfen eine Lösung zu finden. Denn der IFD ist nicht auf eine Behinderungsart reduziert, sondern berät zu allen Erkrankungen und Behinderungsarten und den daraus entstehenden Problemen. Sinnesbehinderte Menschen werden genauso unterstützt wie Menschen mit psychischen oder chronischen Erkrankungen. Auch wenn ein/e Mitarbeiter*in seine Erkrankung noch nicht beim Versorgungsamt in Form eines Schwerbehindertenausweises hat anerkennen lassen, kann der IFD beratend tätig werden. Vielen Menschen mit Erkrankungen fehlt die Information, dass ein Herzinfarkt, ein Diabetes oder eine Krebserkrankung zu einer Anerkennung der Behinderung führen kann. Daher spricht der Gesetzgeber auch von „Nachteilsausgleichen“ und nicht von „Vorteilen“, die der erkrankte Mensch in Anspruch nehmen kann.

Erweitertes Angebot während der COVID-19 Pandemie

Aufgrund der steigenden Fragen und Unsicherheiten Seitens der Arbeitnehmer mit Vorerkrankungen oder Behinderungen hat sich der IFD dazu entschlossen ab sofort eine telefonische Beratung auch am Sonntag anzubieten. Eva Klässer erklärt: „Wir haben uns für eine offene telefonische Sprechstunde am Sonntag entschlossen, da wir bemerkt haben, dass viele Ängste Sorgen und Nöte gerade an den Wochenenden akut werden und die Menschen einen Ansprechpartner und Hilfe benötigen.“  Der IFD ist ab sofort immer sonntags von 14 – 16 Uhr unter der Telefonnummer (0931) 3 29 40-0 erreichbar.

Auch im Falle der Telefonkonferenz mit dem „unbekannten“ Arbeitgeber und dem Mitarbeitenden hat der IFD seine übliche und professionelle Arbeitsweise beibehalten: die Haltung ist neutral gegenüber beiden Seiten. Der IFD trägt dazu bei, dass eine „win-win-Lösung“ für beide gefunden wird. Das schönste Kompliment für die Arbeit ist, wenn alle Parteien sich einig sind und die schnelle Hilfe zur Lösung des Problems beiträgt.

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Eigentlich wäre es ein ganz normales Beratungsgespräch gewesen das Gerda Hoh, Fachberaterin beim Integrationsfachdienst, häufig in dieser Art und Weise führt. Doch das Beratungsgespräch begann mit den Worten „… Unternehmen sollen Menschen mit Behinderung beschäftigen und dann werden sie allein gelassen ...“. Mit dieser Meinung steht die Arbeitgeberin, die diese Aussage traf, nicht alleine da. Immer mehr Unternehmen fühlen sich im Stich gelassen und Menschen mit Behinderung haben Angst um ihren Job.

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Zum Glück hat die Arbeitgeberin nach einem ausführlichen Beratungsgespräch mit dem IFD Würzburg ihre Meinung mittlerweile revidiert. Denn der Integrationsfachdienst Würzburg ist weiterhin für seine Klienten und Unternehmen da! Gerda Hoh hatte die Arbeitgeberin nicht wie normalerweise bei einem persönlichen Gespräch im Betrieb vor Ort beraten, sondern am Telefon.

Für den IFD Würzburg war schnell klar: Die Arbeit hört bei COVID-19 nicht auf, sondern wir passen uns flexibel der Situation an. Kurzerhand wurde die benötigte IT-Struktur geschaffen und die Arbeitsweise umgestellt. Nun finden Betriebsgespräche statt in einem persönlichen Austausch vor Ort einfach per Telefon oder Videokonferenz statt.

Telefonkonferenzen helfen weiter

Schnell zeigte sich, dass auch in schwierigen Situationen eine Telefonkonferenz möglich ist und Abhilfe bei Problemstellungen schaffen kann. Eine IFD-Fachberaterin musste ein dringendes Beratungsgespräch mit einem Arbeitgeber und Arbeitnehmer mit Behinderung führen, bei dem ihr alle Beteiligten zuvor unbekannt waren. Beim Telefongespräch waren Arbeitgeber und Arbeitnehmer vor Ort im Betrieb und die Fachberaterin telefonisch zugeschaltet. Die angespannte Situation konnte geklärt werden und es konnte über Hilfs- und Unterstützungsmöglichkeiten, in diesem Fall ein Lohnkostenzuschuss oder ein Job Coaching, informiert werden. Am Ende des Gesprächs waren sich alle einig: „Das hat sich gelohnt“.

Verlässlicher Ansprechpartner

Das waren nur zwei Beispiele, dass der IFD Würzburg auch in Zeiten der Pandemie von COVID-19 ein verlässlicher Ansprechpartner ist. Die Integrationsfachdienste gibt es bundesweit. Ihre Aufgabe ist es, Arbeitnehmer*innen und Arbeitgeber*innen zu allen Fragen rund um das Thema „Arbeit und Behinderung “ zu beraten. Dies geschieht normalerweise im persönlichen Gespräch, meist vor Ort in den Betrieben. Nun berät der IFD Würzburg, seinem Auftrag folgend, telefonisch schriftlich oder über Skype.

Probleme und Sorgen verstärken sich

Durch die Pandemie sind weite Teile des öffentlichen, privaten sowie beruflichen Lebens lahmgelegt. Die Probleme und Sorgen bleiben oder verstärken sich aber in vielen Fällen. Neue Fragen tauchen auf: Wie ist das mit dem Kurzarbeitergeld? Wie geht es weiter? Was darf der Arbeitgeber? Wie muss ich mich als Arbeitnehmer verhalten? Welche Rechten und Pflichten habe ich? Fragen, die alle betreffen, besonders aber (langzeit-)kranke und schwerbehinderte bzw. deren gleichgestellte Menschen. Sie haben es oft schwerer auf dem Arbeitsmarkt, da sie die „besondere Fürsorge“ des Arbeitgebers brauchen, wie es das Sozialgesetzbuch IX beschreibt.

Eva Klässer, Prokuristin des IFD Würzburg, bestätig: „Momentan rufen verstärkt Arbeitnehmer*innen an, die Fragen haben, wie: Ich befinde mich in der stufenweisen Wiedereingliederung, nun schließt mein Betrieb vorübergehend oder geht in Kurzarbeit, wie geht es weiter? Oder: Ich gehöre nach einer Krebserkrankung mit meinem geschwächten Immunsystem zur Risikogruppe, wie soll ich mich verhalten? Und Arbeitgeber fragen nach zusätzlichen Hilfen oder wie das Schwerbehindertenrecht SGB IX anzuwenden ist.“

Aufklärung über Status und Berechtigung

Bei all diesen Fragen kann der IFD Beraten und helfen eine Lösung zu finden. Denn der IFD ist nicht auf eine Behinderungsart reduziert, sondern berät zu allen Erkrankungen und Behinderungsarten und den daraus entstehenden Problemen. Sinnesbehinderte Menschen werden genauso unterstützt wie Menschen mit psychischen oder chronischen Erkrankungen. Auch wenn ein/e Mitarbeiter*in seine Erkrankung noch nicht beim Versorgungsamt in Form eines Schwerbehindertenausweises hat anerkennen lassen, kann der IFD beratend tätig werden. Vielen Menschen mit Erkrankungen fehlt die Information, dass ein Herzinfarkt, ein Diabetes oder eine Krebserkrankung zu einer Anerkennung der Behinderung führen kann. Daher spricht der Gesetzgeber auch von „Nachteilsausgleichen“ und nicht von „Vorteilen“, die der erkrankte Mensch in Anspruch nehmen kann.

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Aufgrund der steigenden Fragen und Unsicherheiten Seitens der Arbeitnehmer mit Vorerkrankungen oder Behinderungen hat sich der IFD dazu entschlossen ab sofort eine telefonische Beratung auch am Sonntag anzubieten. Eva Klässer erklärt: „Wir haben uns für eine offene telefonische Sprechstunde am Sonntag entschlossen, da wir bemerkt haben, dass viele Ängste Sorgen und Nöte gerade an den Wochenenden akut werden und die Menschen einen Ansprechpartner und Hilfe benötigen.“  Der IFD ist ab sofort immer sonntags von 14 – 16 Uhr unter der Telefonnummer (0931) 3 29 40-0 erreichbar.

Auch im Falle der Telefonkonferenz mit dem „unbekannten“ Arbeitgeber und dem Mitarbeitenden hat der IFD seine übliche und professionelle Arbeitsweise beibehalten: die Haltung ist neutral gegenüber beiden Seiten. Der IFD trägt dazu bei, dass eine „win-win-Lösung“ für beide gefunden wird. Das schönste Kompliment für die Arbeit ist, wenn alle Parteien sich einig sind und die schnelle Hilfe zur Lösung des Problems beiträgt.

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